MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Dienstag, 9. September 2014

VOGUE Fashion's Night Out: Monika Gottlieb im Dorotheum Düsseldorf - Das goldene Zeitalter italienischer Eleganz





Wer in diesem Sommer nicht die Möglichkeit hatte, an die Côte d’Azur, nach Capri oder nach Catalina Island zu fahren, kam am Freitagnachmittag im Dorotheum Düsseldorf dennoch ganz auf seine Kosten. Monika Gottlieb (Link) hatte wie im vergangenen Jahr im Rahmen der VOGUE Fashion’s Night out zum Aperitivo geladen und präsentierte ein weiteres Mal Stücke aus ihrer Privatsammlung. Monika Gottliebs Ausstellung stand ganz im Zeichen des „goldenen Zeitalters italienischer Eleganz“, wie es auf der mit Pucci-Ornamenten geschmückten Einladungskarte hieß. Tatsächlich hatten viele der anwesenden Damen die Pucci-Einladung ernst genommen und waren in der entsprechenden Garderobe erschienen. Die Gastgeberin selbst trug ganz stilecht die Bluse, genauer gesagt das Ottoman Top, dessen Ornamente auf der Einladungskarte zu sehen waren, und präsentierte dem begeisterten Publikum Kleider und Accessoires von Pucci aus ihrer Sammlung.

Dienstag, 26. August 2014

OFFener OFFraum: Der Offraum-Freitag zu den Kunstpunkten in Düsseldorf - onomato / WP8

"surveillance souterraine" im onomato, Birkenstraße

Am letzten Freitag fand, wie hier angekündigt (Link), der OFFene OFF-Raum-Freitag in Düsseldorf statt, als Auftakt zu den alljährlich wiederkehrenden Kunstpunkten. Somit waren an diesem Wochenende nicht nur unzählige offene Ateliers zu besuchen, sondern auch diverse Off-Räume, also die Orte, an denen abseits vom kommerziellen und offiziellen Kunstgeschehen diejenigen Künstler ihre Arbeiten zeigen, die tagtäglich in Düsseldorf an vorderster Front kämpfen.

Der onomato-Verein für Video- und Klangkunst zeigte einen Querschnitt durch die Stipendiaten-Arbeiten der vergangenen fünf Jahre und so konnte ich meinen Kurzfilm „surveillance souterraine“ noch einmal einlegen. Auf die Fensterscheibe zur  Birkenstraße hin projiziert, mischten sich die hin- und herlaufenden Filmfiguren mit den Passanten. Bei der Ausstellung mit dabei waren natürlich auch die Arbeiten meiner Co-Stipendiaten, u.a. von Fenja Braster, Marie-Liane Moersch, Ted Green, Friedrich Ludmann, Annebarbe Kau, Josef Schulz etc.

WP8, Kölner Straße

Donnerstag, 21. August 2014

Offene Ateliers in Düsseldorf: Kunstpunkte / OFFener OFFraum im onomato, im WP8 und im damenundherren



Zum 18. Mal finden an diesem und am nächsten Wochenende in Düsseldorf die Kunstpunkte statt, wobei etwa 500 Künstler in ihre Ateliers einladen bzw. ihre Arbeiten präsentieren. Bereits dieses Wochenende zeigt der onomato Verein für Videokunst, Klangkunst und Animation einen Querschnitt durch die Beiträge, die in den letzten fünf Jahren innerhalb des regelmäßig vergebenen Werkstipendiums entstanden sind.

Eingeleitet werden die beiden Kunstpunkte-Wochenenden in diesem Jahr jeweils von einem Off-Raum-Freitag, an dem sich auch das onomato beteiligt. Zu sehen und zu hören gibt es dabei Video- und Klangarbeiten von André Yuen und Eberhard Kranemann, Anne Wissmann Annebarbe Kau, Axel Grube, Enis Vardar, Fenja Braster, Frauke Berg, Friedrich Ludmann, Gul Ramani, Herbert Wilms, Hyojin Jeong und Matthias Hickstein, Igor Kirin, Jan Rohwedder, Jens Stittgen, Kao Okada, Katharina Mayer, Linda Kühhirt, Marie Liane Moersch, Mechthild Hagemann, Nadine Arbeiter, Natascha Borowsky, Norbert Kraus, Noreen Maria Akhtar, Stefanie Pürschler, Susanne Troesser, Ted Green, Wilfred Neuse, Julia Zinnbauer.

Montag, 18. August 2014

Otto Piene: Sky Event über der Langen Foundation, Neuss





Am 9. August fand auf dem Gelände der Langen Foundation auf der Insel Hombroich bei Neuss Otto Pienes Sky Event statt. Die Schönheit, die der gesamten Veranstaltung innewohnte, ging einher mit einer genauso großen Tragik, und das gleich in mehrerer Hinsicht. Die Idee Otto Pienes, nichts weniger als den Himmel als seine Leinwand zu verwenden, stammt aus den Nachkriegsjahren. Seit dieser Zeit hat er immer wieder seine aufblasbaren Elemente in den Himmel geschickt, beispielsweise über dem Guggenheim Museum in New York. Die eleganten Schwünge von Frei Ottos Zeltdachkonstruktion in München setzte Otto Piene bei den Olympischen Spielen 1972 bis weit in den Himmel fort und überspannte den gesamten Olympia-See mit einem 700 Meter langen Regenbogen. 

Am 16. Juli 2014 wurde schließlich Otto Pienes Ausstellung mit dem Titel „More Sky“ in der Neuen Nationalgalerie in Berlin eröffnet. Am Tag darauf kletterte der Sechsundachzigjährige auf das Dach von Mies van der Rohes Museumsbau um dort an den Vorbereitungen für das geplante Sky Event über Berlin weiter zu arbeiten. Am gleichen Tag verstarb Otto Piene während einer Taxifahrt. Das Sky Event über der Neuen Nationalgalerie fand am 19. Juli dennoch ganz im Sinne des Künstlers statt (Link). Nun also sollten am 9. August Pienes Flugelemente über Tadao Andos Gebäude der Langen Foundation aufsteigen, nachdem das Sky Event, bereits für den Juni geplant, aus technischen Gründen schon einmal verschoben worden war. Auf diese Weise konnte Otto Piene weder sein Himmelsevent in Berlin noch seine aufblasbaren Sterne über der Langen Foundation in Neuss miterleben. Der architektonische Rahmen für die mehrstündige Großinszenierung war zumindest vergleichbar und Otto Piene wäre absolut begeistert gewesen von dem Fest, das ihm zu Ehren gefeiert wurde. Umso tragischer war es, dass der Ehrengast nicht dabei sein konnte.

Eine ganz ähnliche Geschichte lässt sich auch über das Haus für Musiker des Architekten Raimund Abraham erzählen, das an diesem Abend seine volle Wirkung entfalten sollte. Bei der Architekturbiennale in Venedig hatte Erwin Heerich, von dem die Backsteipavillons auf der Insel Hoimbroich stammen, den Entwurf von Raimund Abraham bereits im Jahr 1996 entdeckt, was schließlich zehn Jahre später zur Grundsteinlegung des Gebäudes in Neuss führte. Als Abraham 2010 nach einem Vortrag, den er genau über dieses Gebäude gehalten hatte, nach Hause fuhr, in Downtown L.A. in einen Unfall verwickelt wurde und in seinem Auto starb, war das Haus für Musiker noch nicht vollendet (Link). An Peter Greenaways Film „Der Bauch des Architekten“ mag man bei der Geschichte denken, bei dem sich der Protagonist bei der Eröffnung der Ausstellung, an deren Planung er jahrelang gearbeitet hatte, aus dem Fenster stürzt und auf einem Autodach stirbt.

Sonntag, 17. August 2014

Heinz Wilke: Messe Düsseldorf, 1971



Düsseldorf kann als Messestadt bereits auf eine über zweihundertjährige Tradition zurückblicken. Bereits 1811 wurde mit der ersten Gewerbeausstellung der Grundstein für eine Geschichte gelegt, die bis heute andauert. Ein Höhepunkt in derArchitekturgeschichte Düsseldorfs liegt in den Dauerbauten für die GESOLEI von Wilhelm Kreis in der Nähe der Kunstakademie. Im Jahr 1926 anlässlich der groß angelegten Gesundheits-Messe eröffnet, beherbergen sie heute verschiedenen Museen und Veranstaltungsräume. Nach dem Zweiten Weltkrieg als Messegelände weitergenutzt und durch Holz-und Blechhallen erweitert, bot das GESOLEI-Gelände spätestens in den Sechzigerjahren nicht mehr den notwendigen Raum. Nach dem Beschluss zu einem Neubau verließ das Messegeschehen die Nähe zur Innenstadt und zog in den Norden Düsseldorfs in den Stadtteil Stockum. Die direkte Nähe zum Rhein jedoch blieb. Der Architekt Heinz Wilke, von dem verschiedene Messe- und Flughafengebäude von Hannover bis Moskau stammen, entwarf schließlich ein Arrangement neuer Messebauten für Düsseldorf, das nach seiner Eröffnung 1971 bis heute erweitert wird. Das Spektakuläre an Wilkes Stahlbauten sind die unglaublich futuristisch wirkenden Verbindungsgänge zwischen den einzelnen Gebäuden. Den Höhepunkt der gesamten Anlage bildet dabei ein mehrere hundert Meter langes Laufband, das dem Besucher ein absolut ungewöhnliches  Bewegungserlebnis bereitet. Auf einem weich schwingenden Dunlop-Gummiband scheint man sich dort minutenlang schwebend durch eine ferne Zukunft zu bewegen.


Samstag, 16. August 2014

Hashtags und Shoesies: Das Styleranking Fashion Blogger Café bei der GDS in Düsseldorf


Das Online-Modemagazin Styleranking (Link) trägt seit Jahren intensiv zur Demokratiserung der Mode bei, indem es weit über die Berichterstattung hinausgeht und Modebegeisterten diverse Möglichkeiten der Parti- zipation bietet. Die regelmäßig in verschiedenen Städten stattfindenden Fashion Blogger Cafés stellen dabei ein wichtiges Element des Gesamtsystems dar und locken eine zunehmende Anzahl mehrheitlich weiblicher, junger Blogger an. Legendär sind dabei schon die Goodiebags, die Taschen voller Aufmerksamkeiten verschiedener Firmen, über die im Nachhinein umfassend auf den verschiedenen Blogs berichtete wird - eine Gewinn- situation für alle Seiten. Einen ganz besonderen Coup landete das Team hinter Styleranking nun, indem es das vergangene Fashion Blogger Café am 1. August auf der Düsseldorfer Schuhmesse stattfinden ließ, der GDS. Die Firma Clarks stieg dabei großzügig mit ein und spendierte vielen der Blogbetreiberinnen ein paar Schuhe. Die einzige Bedingung lag dabei in einem mit einem #hashtag versehenen „Shoesie“, das ins Internet hochgeladen werden musste. Auf diese Weise bin ich in den Besitz eines Paar ausgesprochen schöner Clarks-Schuhe gelangt, das an meinen Füßen vermutlich noch so einige ungewöhnliche Expeditionen erleben wird. 

Wenn es Selfies und Shoesies gibt - gibt es dann eigentlich auch Space-Age-Fies? Und Sci-Fi-Fies? 
Messegebäude von Heinz Wilke, 1971

Dienstag, 12. August 2014

Platform Fashion Tag 3: GOLD



Mit Dolly Buster

Dass Mode immer auch zusammen mit einem Lebensgefühl verkauft wird, ist hinlänglich bekannt. Die Details jedoch, die dieses Lebensgefühl ausmachen, sind immer wieder aufs Neue aufregend. 

Mit der Freifrau von Kö auf der Dachterrasse
Welche Prominenten sind da, und, schlimmer noch: welche sind nicht da? Wer wurde eingeladen? Und, schlimmer noch: wer wurde wieder ausgeladen? Wer hat was an? Und wer hat von allem zu wenig an? Und wer darf mit seinem schwarzen VIP-Bändchen auf die Dachterrasse um dort Champagner zu trinken? Und wer trinkt Prosecco im Parterre? Tag drei der Platform Fashion bot jedenfalls so viel Lebensgefühl, dass sich alle anwesenden in einen kollektiven Rausch  aus Begeisterung, Glitzer und Pracht stürzten.

Goldener Glitter, der auf einen goldenen Laufsteg rieselt, ein Countertenor, der im goldenen Pailletten-Jackett den Nebelschwaden entsteigt, Laser- und Lightshows, goldene Haare, goldenes Licht, goldener Glitzer überall, Seifenblasen, grün schillernde Meerjungfrauen-Kleider, Grillenzirpen in den Gärten von Versailles, Feuer und Eis mit Techno-Legenden, Pommery auf der Dachterrasse mit Milionärsgattinen, Damen, die sich in der heißen Julinacht lauwarme Luft zufächeln, kurz: am Sonntag kulminierte die so wie so schon luxuriöse Platform Fashion in einem unbeschreiblichen, spektakulären Gesamterlebnis.

 

Schon auf dem Weg zu den kernigen Backsteingebäuden der ehemaligen Schraubenfabrik Max Mothes, wo nun bereits seit zwei Tagen der Laufsteg und der rote Teppich ausgerollt waren, lief sich die Prominenz in die Arme. Die Freifrau von Kö (Link), Düsseldorfs wohl bekannteste Milionärsgattin und Charitylady, winkte der barfüßigen Gräfin, die wie immer mit dem Fahrrad angereist kam, schon von weitem zu und gemeinsam freute man sich auf die bevorstehende Modenschau von Guido Maria Kretschmer (Link). Nur einige Tage später sollte die grande Dame der Königsallee, die in ihrer Bodenständigkeit ihre Louis-Vuitton-Kostüme nach wie vor selbst ändert, das Out-of-the Box-Festival im Rahmen der Schuhmesse, der GDS, moderieren. Die Dachterrasse, die ja nach wie vor mein Forschungsgebiet ist, bot in diesem Fall das besondere Vergnügen eines Pommery-Ausschanks und einen wunderbaren Blick auf das gut gekleidete Publikum. Kurz bevor Thomas Rath schließlich seine Kollektion zeigte, traf ich zu meiner Freude die Unternehmerin Dolly Buster wieder, mit der ich vor allem die Liebe zur Kunst teile.


Montag, 11. August 2014

Platform Fashion: Tag 3 - Thomas Rath

Countertenor Oswald Musielski singt im Garten von Versailles.
Der 27. Juli schüttete mit dem Defilee von Thomas Rath Gold über dem Modestandort Düsseldorf aus und der Countertenor Oswald Musielski (Link) verbreitete mit seinem Gesang eine kollektive Euphorie. Ein umfassender Bericht folgt.

Montag, 4. August 2014

Sonntag, 3. August 2014

Platform Fashion: Tag 3 - Guido Maria Kretschmer


Der dritte Tag der Düsseldorfer Modewoche begann für mich mit dem sehr eleganten Defilee von Guido Maria Kretschmer (Link), der vor allem mit seinen matt schillernden Meerjungfrauen-Kleidern beeindruckte.

Platform Fashion: Tag 2 - Annette Görtz / van Laack



Tag 2 der Platform Fashion hielt so manch eine Überraschung bereit, sowohl hinsichtlich der Shows als auch in Bezug auf deren phantastische Besucher. Wieder lag die Hitze mit ihrem goldenen Licht und dem strahlend blauen Himmel über der Stadt und es waren nicht nur Perlen und Diamanten, die auf den Stirnen der Protagonisten glitzerten. Die Fächer, die am Eingang der Platform Fashion  an die dankbaren Showbesucher verteilt wurden, verliehen der Veranstaltung eine zusätzliche Eleganz.

Bei der Show von Annette Görtz konnte ich von der ersten Reihe aus die futuristisch-funktionalen Schnitte und Materialien betrachten. Wie Barbara Schwarzer hatte auch Annette Görtz bereits an der ersten Platform Fashion im Februar dieses Jahres teilgenommen. Die Firma van Laack, die traditionell für ihre Hemden bekannt ist, war dagegen zum ersten Mal mit von der Partie und zeigte ihre Kollektion im Anschluss. Das Hemd stand dabei sowohl im Bereich der Damen als auch der Herren nach wie vor im Zentrum.

Mit dem unglaublichen Countertenor Oswald Musielski

Bei van Laack entdeckte ich in der ersten Reihe zu meiner großen Überraschung den Countertenor Oswald Musielski, den ich im Jahr 2012 bei Julian F.M. Stoeckels Fashion Cocktail in Berlin kennen gelernt hatte (Link). Damals hatte er die Gäste des groß angelegten Galaabends mit seinen Arien in Begeisterung versetzt, und nun verriet er mir ein Geheimnis, das meine Vorfreude auf die Show von Thomas Rath, die für den Sonntag anberaumt war, noch steigern sollte. Und noch eine interessante Begegnung hatte ich an diesem phantastischen Sommerabend: umringt von Damen wie der aktuellen Miss Germany traf ich Natalia Osada, die Schwung und Eloquenz in Sendungen wie „Catch the Millionaire“ gebracht und alle vermeintlichen Millionärsgattinnen hinter sich gelassen hatte. Unterwegs war Natalja mit Ihrem Freund, dem VOX- Immobilienmakler Marco von Reeken (Link) und erzählte mir begeistert von ihrem neuen Engagement als Moderatorin beim Sender Sport 1. 

Schwer beeindruckt und schwer bepackt mit Goodiebags radelte ich schließlich unter einem glitzernden Sternenhimmel nach Hause. Und das Glitzern über der Stadt sollte auch am folgenden Tag nicht abreißen.


Samstag, 2. August 2014

Platform Fashion Tag 1: Barbara Schwarzer / LOOXX* Druckfrisch Party



So viel Glamour, wie in den letzten Tagen über Düsseldorf ausgeschüttet wurde, hat die Stadt wohl seit Kurfürst Jan Wellems barocker Regentschaft nicht mehr gesehen. Direkt nachdem die Modewoche mit der opulenten Show von Thomas Rath zu Ende gegangen war, bei der uns der Düsseldorfer Designer zu einem Fest in die Gärten von Versailles eingeladen hatte, wanderte der Focus auf die Schuhmesse, die GDS.

Den Auftakt der Festwoche bildete das Defilee von Barbara Schwarzer, mit dem am 25. Juli zunächst die zweite Ausgabe der Platform Fashion eröffnet wurde. Bereits im Februar hatte das Label mit Sitz in Düsseldorf an der mehrtägigen Veranstaltung anlässlich der Modewoche in den Hallen der ehemaligen Schraubenfabrik im Stadtteil Bilk teilgenommen und wurde auch nun wieder frenetisch beklatscht. Dass in Düsseldorf nun also fest etablierte Modenschauen stattfinden, wie in Berlin und in anderen Modemetropolen, ist ein riesiger Erfolg für die Stadt. Wie oft ich an diesem Wochenende den Gästen aus aller Welt erklärt habe, warum Düsseldorf so  phantastisch ist, kann ich gar nicht mehr zählen. Eine der Einkäuferinnen, mit denen ich mich unterhalten habe, meinte zudem, dass der große Vorteil Düsseldorfs gegenüber Berlin in den kurzen Wegen besteht. Somit liegt es auf der Hand, warum man spätestens seit dieser Saison von Düsseldorf als Order-Standort spricht, im Gegensatz zum etwas allgemeiner gefassten Begriff des Mode-Standorts.

Die kurzen Wege zahlten sich noch am selben Abend aus, als ich nach der Show mit meinem Fahrrad zur LOOXX*-Druckfrisch-Party weiterjettete, mit der die aktuelle Ausgabe des Messe-Magazins gefeiert wurde. Und das ist doch wohl der wahre Luxus: einfach mal schnell barfuß mit den hohen Schuhen auf dem Gepäckträger an einem heißen Juliwochenende zu glamourösen Modespektakeln zu radeln.

Montag, 21. Juli 2014

Im Ufo über Capri: Die Wiedereröffnung der CAPRIBATTERIE in Düsseldorf

Frau Zinnbauer nahm vorsichtigen Kontakt zu den Gästen von außerhalb auf.

Exakt fünfundvierzig Jahre nachdem der Mensch zum ersten Mal den Mond betreten hatte, wurden nun unbekannte Flugobjekte über Süditalien und Nordrhein Westfalen gesichtet. Zeitgleich wurde in Düsseldorf mit der Ausstellung „Drei Engel für Capri“ (Link) der Projektraum CAPRIBATTERIE wiedereröffnet, mit Arbeiten von Patrizia Lohmann, Petra Warrass und mir. Ob und wieweit die Ereignisse miteinander in Verbindung stehen, ist bisher ungeklärt.  

Patrizia Lohmann zeigte Grafiken, Petra Warrass (Mitte) ihre Sammlung an Cover-Beauties, das Silikon-Tintenfisch-Kleid habe ich für meinen Kurzfilm "Dimmi dove vanno" entworfen und angefertigt.

Der Projektraum CAPRIBATTERIE ging vor einigen Jahren aus der Galerie von Martin Bochynek hervor, der zusammen mit der Düsseldorfer Künstlerin Susanne Ristow einen Verein zur Förderung des Kunsttransfers zwischen Neapel und Düsseldorf gründete (Link). Die CAPRIBATTERIE wurde nun im Rahmen eines spektakulären Vierundzwanzig-Stunden-Events wiedereröffnet und zog dazu ganz passend in eine ausgesprochen stimmungsvolle Garage. In vielen Fällen ist die Garage der Ausgangsort der erfinderischen Innovation. Patrizia Lohmann verlieh der CAPRIGARAGE durch ihre filigranen Grafiken und einer damit verbundene Installation zudem das Flair eines New Yorker Lofts. Überhaupt wusste man durch die ganz besondere Atmosphäre des Abends kaum, ob man denn nun in Düsseldorf oder tatsächlich in Süditalien war. Das war vermutlich auch der Grund, weswegen eines der undefinierbaren fliegenden Objekte, die in dieser heißen Julinacht unterwegs waren, kurzerhand vom Kurs abkam und auf der CAPRIGARAGE zwischenlanden musste. Die Ausstellungsgäste wurden Zeugen geheimnisvoller Szenen, die sich auf dem Garagendach abspielten, bei denen sich der geplante Kunsttransfer offensichtlich auf drei uns nicht näher bekannte Teilnehmer aus etwas ferner gelegenen Galaxien ausweitete. Vermutlich hatte die Kollegen die Projektion meines Kurzfilms „ellipsoid episodes“ angelockt, zusammen mit der Aussicht, auch das Agentenepos „Dimmi dove vanno“ (Link) einmal wieder zu sehen. 


Zum Glück hatte Jen Hel, die den Blog Dresscode: High Fashion (Link) betreibt, den Finger am Auslöser, als die Gäste von außerhalb ankamen.


Das Weltraum-Abenteuer "ellipsoid episodes" (Link) lockte nicht nur Gäste aus Düsseldorf an.
















Petra Warrass (Link) dagegen zeigte in ihren subtilen Schwarz-Weiß-Fotografien deutsche Wohnzimmer, die sich offensichtlich, seitdem sie von Ihren Besitzern in der Nachkriegszeit in einer etwas biederen Eleganz eingerichtet wurden, nach wie vor im Originalzustand befinden. Ganz dem Action-Heldinnen-Thema entsprechend, das der Ausstellung den Namen „Drei Engel für Capri“ verliehen hatte, widmete Petra Warrass zwei weitere Arbeiten der künstlichen Schönheit von stark retouchierten Schauspielerinnen auf Fernsehzeitschriften, die sie wie eine Sammlung schöner Schmetterlinge präsentierte. 

Insgesamt wurde die ganze Nacht und der gesamte folgende Tag in einer ausgesprochen surrealen Atmosphäre gefeiert, bis sich die opulente Schwüle mit ihrem Grillenzirpen und dem Sound der Musicbox am Sonntag Nachmittag in ein noch opulenteres Unwetter entlud. Spätestens ab dem Moment waren die geheimnisvollen Gäste auf dem Dach verschwunden. Die Geschichte der CAPRIBATTERIE wird jedoch definitiv weiter geschrieben.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Die CAPRIBATTERIE präsentiert: Drei Engel für Capri



Die Capribatterie von Joseph Beuys macht es ganz deutlich: die einzig wahre Energie kommt aus Italien, sowohl in Bezug auf die Kunst als auch auf das Leben. Joseph Beuys' Begeisterung für Italien, insbesondere für Neapel, verbindet ihn mit der Düsseldorfer Künstlerin Susanne Ristow, in deren Werk diese intensive Liebe zum Land, in dem sprichwörtlich die Zitronen blühen, ständig präsent ist. Nach Beuys' Objekt, das aus einer Glühbirne besteht, die an eine Zitrone angeschlossen ist, hat Susanne Ristow auch den Kunstverein benannt, den sie vor einigen Jahren zur Förderung des Austauschs zwischen Düsseldorf und Neapel initiiert hat. Der Ford Capri, den Martin Kippenberger 1981 in seinem Gemälde „Capri bei Nacht” unter einer Straßenlaterne geparkt hat, fährt zudem ganz sportlich durch das Signet von Susanne Ristows Club.


Die Energie und Dynamik, die dem gesamten Konzept des Vereins zugrunde liegen, werden dem Publikum am 19. Juli entgegengeschleudert, wenn die CAPRIBATTERIE die Ausstellung „Drei Engel für Capri“ eröffnet, und zwar ganz stilecht in der CAPRIGARAGE. Die Garage, das wissen wir nicht erst seit Marie Curie, war schon immer der Ort echter Innovation.

Danger, Excitement und Electricity werden garantiert von den Künstlerinnen Patrizia Lohmann, Petra Warrass und mir. Ci vediamo a Capri!

CAPRIBATTERIE e. V.
Heyestraße 9
40625 Düsseldorf

Montag, 7. Juli 2014

Jean Prouvé: Type Sucy, 1969 - Ein Exemplar der TOTAL Tankstelle in Vitry-le-François


Andreas Buss ist Tankstellenbesitzer. Davon erfuhr ich durch den Vortrag, den er im Dezember 2012 im Rahmen der Baukunst-Reihe an der Kunstakademie Düsseldorf hielt. Dort berichtete der Architekt  über Jean Prouvés Tankstellenentwürfe für die Firma TOTAL. Besonders hellhörig wurde ich, als er dabei auf ein ganz spezielles Modell zu sprechen kam, das nicht wie Prouvés bekanntere Entwürfe aus Metall und Glas bestand, sondern größtenteils aus Plastik.

In den Sechzigerjahren kam man in dem Mineralölunternehmen nämlich auf die Idee, die eigenen Erzeugnisse nicht nur an der Zapfsäule zu verkaufen, sondern damit gleich die gesamte Tankstelle zu gestalten und dafür den Kunststoff aus eigener Herstellung zu verwenden. Prouvé entwickelte ein Tankstellengebäude mit einem runden Grundriss aus Modulelementen, bei dem jedes einzelne Teil so perfekt durchkonstruiert war, dass man den Verkaufsraum jederzeit ab- und an einem anderen Ort wieder aufbauen konnte. Selbst die Gummidichtungen wurden eigens angefertigt, wie Buss ausführte. Die Fenster des Gebäudes wurden ganz treffend in einer Firma hergestellt, die sich auf LKW-Fenster spezialisiert hatte.

Im Rahmen der Recherchen für seine Doktorarbeit war Andreas Buss mehrfach durchs Land gefahren um sich einen Überblick über die Standorte der weit über hundert Exemplare des Typ Sucy zu machen. Dabei konnte er schließlich auch eines der Gebäude erwerben und in zerlegtem Zustand mit nach Hause nehmen. Die Frage, ob er die Einzelteile nummeriert habe, bejahte er, meinte aber, dass die einzelnen Elmente jedoch so perfekt konstruiert und hergestellt seien, dass dies beinahe gar nicht notwendig gewesen wäre.

Samstag, 5. Juli 2014

Loreley / Wetter / Aussicht


Die Wetteraussichten waren bisher eher selten Thema dieses Mediums. Sichtachsen und Blicke von erhöhter Warte aus jedoch schon. Und so muss ich noch einmal zu dem Sturm zurückkehren, der zu Pfingsten über Düsseldorf hinweggedonnert ist und dabei angeblich 17 000 Bäume umgerissen hat. Kurz bevor es in Düsseldorf an diesem Abend losging, fuhr ich gemächlich im Rahmen einer Geburtstagsfeier in einem kleinen Schiff den Rhein entlang, von Worms bis zur Loreley in St. Goarshausen. Den ganzen Tag über brannte die Sonne hell und klar auf das Land und das Wasser hinab, alles flirrte und glitzerte und das Gegenlicht ließ die Formen der Bäume, Felsen und Burgen wie laviert erscheinen, mit einigen scharf gezeichneten Elementen im Vordergrund. Niemand der Mitreisenden wollte in St. Goarshausen den Loreleyfelsen hinauf klettern und so machte ich mich in der Nachmittagshitze alleine an den Aufstieg. In all dem Licht lag etwas Geheimnisvolles über dem Felsen. Die wenigen letzten Touristen verließen die Aussichtspunkte und bald fand ich mich alleine auf dem Schieferplateau hoch über dem Rhein wieder. Einzig die hellgrün schimmernden Laubbäume raschelten leise im warmen Wind vor sich hin.

Montag, 30. Juni 2014

Tristan, die Dachterrasse und das autogerechte Opernhaus - Das Staatstheater Darmstadt von Prange / Lederer

Beton, Architektur

Das sind die Dachterrassen, für die ich meine Kleider entwerfe.





Ideale Inszenierungen die innerhalb dessen stattfinden, was man gemeinhin als Realität bezeichnet, stoßen bei mir immer auf ungeteilte Begeisterung. Als also kürzlich meine Mutter bei mir anrief und mit dringlicher Stimme sagte, dass am Pfingstsonntag in Darmstadt zum allerletzten Mal „Tristan und Isolde“ in der Inszenierung des scheidenden Intendanten John Dew aufgeführt wird, wusste ich, dass es zu handeln galt. Schließlich ging es hier um eine Verbindung zwischen aufregender moderner Architektur und Richard Wagner, die zu erleben war. Es drängte sich die Frage auf, die sich vermutlich auch der Regisseur gestellt hatte: wie werde ich der Sache gerecht? Und was ziehe ich an? Ich buchte also das volle Glamour-Programm inclusive 34 Grad Sommertemperaturen und fuhr den Rhein entlang in Richtung Süden. 

 Das Staatstheater Darmstadt wurde bereits vor dreihundert Jahren gegründet, im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude zerstört, man behalf sich einige Jahre lang mit einer Orangerie als Aufführungsort und beauftragte 1963 schließlich den Architekten Rolf Prange mit einem Neubau. 1972 wurde das neue Haus dann am Büchnerplatz eröffnet, ein solider, für diese Zeit ganz typischer Bau mit klaren Formen und einer eleganten breiten Treppe, die vom Foyer aus in den oberen Bereich führt. Um die Jahrtausendwende sollte das Haus dann saniert werden. Wenn es um die Sanierung von Betongebäuden aus dieser Zeit geht, zuckt man unwillkürlich zusammen und denkt an zugespachtelte Fugen, dicke Farbschichten und aufgeklebte Styroporplatten. In Darmstadt ging man anders vor.

Freitag, 13. Juni 2014

Die ganze Stadt riecht nach Linden

Mark Dion: Vivarium, 2002; Hofgarten Düsseldorf. Nach dem Sturm.

Die ganze Stadt riecht nach Linden. Viele der Linden liegen waagerecht auf der Erde und strecken ihre riesigen Wurzeln in den grellblauen Sommerhimmel. Die Rasenflächen zu ihren Füßen haben sich im Neunzig-Grad-Winkel aufgestellt. Am Abend des Pfingstmontags, am 9. Juni, ist der schlimmste Sturm aller Zeiten über Düsseldorf hereingebrochen und ich war nicht zu Hause. Ich befand mich einige hundert Kilometer südlich der Stadt auf dem Loreley-Felsen, schaute in die strahlende Sonne und war erstaunt, wie sich plötzlich um kurz vor acht Uhr abends das Licht änderte und es grau wurde im Norden. Vom Ausmaß der Katastrophe erfuhr ich erst auf der Heimreise am Dienstag, als ein freundlicher ICE-Schaffner mich in Koblenz mit meinem Rheinland-Pfalz-Ticket zusteigen ließ und mir mit der Entschuldigung, dies sei ja kein Champagner, ein Wasser anbot.  

Samstag, 24. Mai 2014

ellipsoid episodes reversed in der Lichtburg: Ein Rückblick auf die 60. Kurzfilmtage Oberhausen

"ellipsoid episodes reversed": Der Kurzfilm, den ich in einem Exemplar von Matti Suuronens Futuro gedreht hatte, fügte sich bei seinem Screening in der Lichtburg elegant in die Farbgestaltung des Raums ein.


Mit dem Festivalgründer Hilmar Hoffmann
„Manch einer wird heute enttäuscht nach Hause fahren. Er wird sich fragen, wie es weitergeht, geht es überhaupt weiter?“ Dieses Zitat der damaligen Oberbürgermeisterin von Oberhausen Luise Albertz  aus dem Jahr 1968 und ähnliche Aussprüche liest man auf den Postkarten, die bei der Ausstellung anlässlich der 60. Internationalen Kurzfilmtagen im örtlichen Rathaus ausliegen. Auf Schwarz-Weiß-Fotos schauen dort seriös wirkende Damen und Herren besorgt bis begeistert in die Kamera. Und genau das ist es wohl auch, was das Kurzfilmfestival schon immer ausgemacht hat: von euphorischer Begeisterung bis totaler Langeweile ist jede Gefühlsregung vertreten. Die Vielfältigkeit der Teilnehmer aus der ganzen Welt und ihre jeweils ganz unterschiedlichen Herangehensweisen eröffnen Einblicke in Bereiche, zu denen man sonst selten Zugang hat. Denn auch, wenn man sich seit vielen Jahren mit der Kunst in all ihren Formen beschäftigt hat und vieles mehr oder weniger nachvollziehen kann, so ist man in Oberhausen oft einfach nur ratlos. Oder eben total überwältigt vor Begeisterung. Dieses Image mit Humor zu sehen finde ich durchaus charmant und muss nach einer aufregenden Festival-Woche sagen: natürlich geht es weiter. Und wie!

Dienstag, 13. Mai 2014

Museum Küppersmühle, Duisburg: Zum 100. Geburtstag von K.O.Götz




Vor einigen Tagen lud Walter Smerling, der Direktor des Museums Küppersmühle, einige Blogjournalisten in die im Duisburger Innenhafen gelegene Kunstsammlung ein. Zurzeit findet dort die Retrospektive anlässlich des einhundertsten Geburtstags des Malers K.O. Götz statt, durch die uns Walter Smerling  führte und dabei die Entstehungsgeschichte und Besonderheiten des Museums erläuterte. Auf diese Weise hatte ich die Möglichkeit, mir die Informel-Gemälde von K.O. Götz in dem von Herzog und DeMeuron umgestalteten Backsteingebäude anzuschauen und war von dem Zusammenspiel von Malerei und Architektur sehr beeindruckt. 

Donnerstag, 24. April 2014

Hans Hollein: Vom aufblasbaren Büro zum Museumsbau


Gerade vor zwei Wochen noch betonte Max Hollein bei seiner Rede anlässlich der Eröffnung der seinem Vater gewidmeten Ausstellung im Museum Abteiberg, dass es Hans Hollein sehr bedauert, aus Krankheitsgründen nicht dabei sein zu können. Ausstellungen habe der Architekt immer sehr gerne eröffnet, vor allem seine eigenen. Der gesamte Raum, das Foyer des Museums mit seinem offenen, galerieartigen Treppenaufgang machte das glaubhaft und war definitiv geschaffen für festliche, lebendige Anlässe. Mit einer Ausstellung anlässlich seines 80. Geburtstag wollte Hollein in das Museumsgebäude zurückzukehren, mit dem er seine umfassenden Ideen zu ersten Mal en gros umsetzen konnte. 1982 wurde Holleins Museum für Mönchengladbach eröffnet, das sich in seiner Vielteiligkeit und verwinkelten Struktur in den Abteiberg hinein gräbt und eins mit ihm wird.

Max Hollein eröffnet die Ausstellung
Keinen vom Rest der Stadt abgegrenzten Bau wollte Hollein anlegen,sondern ein Gebilde, dass sich in die Stadt integriert. „Alles ist Architektur“ war Holleins Credo, und so sollte die Architektur weit über das Gebaute hinausgehen und sich auf alle Aspekte beziehen. Das erklärt auch die verschiedenen Zugänge zum Museum Abteiberg von verschiedenen Höhen  und Himmelsrichtungen aus, über eine Brücke zur Dachterrasse hin oder von unten den Berg hinauf oder von der Stadt her gesehen über eine breite Zufahrt. Das Labyrinthische, Verwinkelte, Verspielte, das typisch Postmoderne, verbindet sich im Innern mit einer offenen Klarheit, mit Sichtachsen und Durchblicken zwischen den Räumen, die sich um das hohe offene Foyer gruppieren.

Holleins Gesamtanspruch an die Architektur, die sich auf den gesamten Organismus der Stadt auswirkt, verleitete Frank Gehry Jahre später zu seinem Ausspruch: „Without Mönchengladbach there would not have been Bilbao“. Die nordspanische Stadt ist schließlich dafür bekannt, dass Gehrys Guggenheim Museum eine Revitalisierung der gesamten Stadt herbeigeführt hat. Die Idee des Museums, das sich in den Berg hinein gräbt, setzte Hollein ab 1989 in seinem Entwurf für das Museum im Mönchsberg in Salzburg fort. Das Modell des nicht realisierten Museums in der Mönchengladbacher Ausstellung zu sehen und erinnert unwillkürlich an den Vulkan aus „Man lebt nur zweimal“(Link).

Donnerstag, 10. April 2014

Mit dem Ufo zu den 60. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen: ellipsoid episodes reversed



Im Jahr 1954 legte der damals neunundzwanzigjährige Leiter der Oberhausener Volkshoch- schule Hilmar Hoffman mit der Gründung der Westdeutschen Kulturfilmtage die Basis dafür, dass die Stadt Oberhausen heute beinahe bekannter ist für ihre Kurzfilmtage, als für die Ruhrindustrie, als deren Wiege sie dank der Eisenhütte St. Anthony gilt, die von 1758 stammt. Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen gelten tatsächlich als das älteste Kurzfilmfestival der Welt und nach sechzig Jahren blickt man zurück auf eine lange Liste Filmschaffender, die ihre frühen Werke in Oberhausen gezeigt haben und liest dabei Namen wie Werner Herzog, Roman Polanski, Chris Marker, Milos Forman etc. 

Die Ausstellung anlässlich des sechzigjährigen Jubiläums wird Hilmar Hoffman am 2. Mai im Oberhausener Rathaus eröffnen, einem Gebäudeensembele in reinstem Backstein-Expressionismus aus dem Jahr 1930. 


Zusammen mit den verschiedenen Wettbewerben des Festivals findet auch das Open Screening (Link) im Lichtburg Filmpalast Oberhausen statt und ich freue mich sehr, dass mein Kurzfilm „ellipsoid episode reversed“ dort am 4. Mai ab 20 Uhr dort gezeigt wird. Mehr noch: die Filmemacher werden vor den roten Vorhang des Kinos treten und ihre Arbeiten persönlich vorstellen. Bei „ellipsoid episodes reversed“ handelt es sich um eine überarbeitete und neu erzählte Version meines Weltraumabenteuers, das ich vor einiger Zeit in einem Exemplar von Matti Suuronens Futuro gedreht habe und der bei der Eröffnung des Charles-Wilp-Museums in Witten seine Uraufführung hatte.

ellipsoid episodes reversed
Ein Film von Julia Zinnbauer
Kamera, Schnitt, Kostüme, Regie: Julia Zinnbauer
Mit Sandra Labs, Patrizia Lohmann, Stefanie Pürschler, Axel Schrooten und Julia Zinnbauer
Düsseldorf 2014

Sonntag, 30. März 2014

sweet dreams: Anna Mirbach, Fleur Stoecklin, Bianca Voss und Julia Zinnbauer in der Galeie GRÖLLE pass:projects, Wuppertal




Der Titel der Ausstellung „sweet dreams“ weckt vermutlich zunächst ganz andere Erwartungen, als die, die letztendlich erfüllt werden. Zarte Mädchenkunst gibt es in der Galeie GRÖLLE pass:projects (Link) zurzeit nämlich definitiv nicht zu sehen. Dazu sind die vier ausstellenden Künstlerinnen Anna Mirbach, Fleur Stoecklin, Bianca Voss und ich, wie auch unsere Kuratorin Katharina Maderthaner, definitiv zu kernig. 

surveillance souterraine (Link): Nach der Premiere im onomato Künstlerverein in Düsseldorf ist mein Kurzfilm nun in Wuppertal zu sehen, wobei sich die U-Bahn-Geräusche passenderweise mit denen der Schwebebahn verbinden.

Im Vordergrund: Arbeiten von Fleur Stoecklin
Wie schnell das Süße ins Bittere umschlagen kann, zeigen beispielsweise die Keramikplastiken von Anna Mirbach, die in ihrer zuckergussartigen Farbigkeit auf dem sprichwörtlichen Silbertablett dargereicht werden: auf einer gold-eloxierten Plastik-Tischplatte, die mit ihrer fragil wirkenden Unter konstruktion die kostbaren Exponate in ihrem Zusammenklang aus Pink und Gold scheinbar kaum tragen kann. Fragil ist der Traum generell und durchlässig ist auch die Grenze zwischen Realität und Phantasie. Der immerwährende Wunsch, der Realität etwas Phantastisches abzugewinnen, ist auch die Grundlage meiner beiden Videoarbeiten "surveillance souterraine" und "ellipsoid episodes", die ich im Rahmen der Ausstellung zeige. Bianca Voss nimmt sich in ihren Fotografien der Schönheit von Pfützen in kargen Landschaften an. Die Bildhauerin Fleur Stoecklin schließlich ruft im Betrachter eindeutige, dann nach genauerer Betrachtung der Materialien und Farben zunehmend uneindeutige Assoziationen hervor.Jürgen Grölles Galeriegebäude schafft mit seiner Lage direkt unterhalb des Gerüsts der Schwebebahn einen Rahmen, der ganz nüchtern und klar jedem einzelnen Exponat seinen Raum lässt. Das Eiffelturm-Gestänge jedoch, das sich vor den Fenstern nach links und rechts über der Wupper unendlich weit in die Tiefe stapelt und im Minutentakt Waggongs über den Köpfen der Galeriebesuchern vorbei donnern lässt, gibt der gesamten Atmosphäre wiederum etwas Phantastisches, Unwirkliches, was den Ausstellungstitel definitiv unterstreicht.

Die Ausstellung „sweet dreams“ ist noch bis zum 13. April 2014 zu sehen.

GRÖLLE pass:projects
Friedrich-Ebert-Straße 143e
42117 Wuppertal
www.groelle.de
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 16.00 - 19.00 Uhr,
Samstag: 11.00 - 14.30 Uhr
Schwebebeahn-Haltestelle: Pestalozzistraße