MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

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Mittwoch, 28. Januar 2026

Bjart Mohr's townhall in Fagernes/Norway and my partcipation in FLYKTIG/FUGITIVE in August 2025

 

Julia Zinnbauer, Flyktig Fugitive, Fagernes,Bjart Mohr, Odd Tandberg Costume

FLYKTIG/FUGITIVE is an ephemeral performance art project happening in Valdres, Norway every August, curated by Anne-Marte Før and Gary Farrelly.

Thanks to the the very glamorous invitation to be part of the 2025 edition, I did not only incounter the architecture of Bjart Mohr in Fagernes, but I also got to know Odd Tandberg's incredibly subtle relief in the Fagernes Kulturhuis. Mohr's townhall, inaugurated in 1979, and his Kulturhuis are linked by an elegantly floating canopy. 

As soon as you enter the Kulturhus you are being guided by a curved corridor down to a lower level where you can find the local library and the cinema. For this elegantly shaped wall, the sculptor Odd Tandberg created a relief made of concrete that deals with very different surfaces and a system of dynamic lines. Moreover, the abstract shapes of Tandberg's relief feature very different surfaces - between very soft and rather rough – and they inspred me to create a costume for the lecture performance I gave at the end of the project. In this context I projected my video about the architectural ensemble directly on the exposed aggregate concrete, which was a rhar exciting experience.

2025 participating artists were Bendik Bendik, Sissel M. Bergh, Lou Cocody-Valentino, Gary Farrelly, Anne-Marte Før, Gilles Hellemans and Julia Zinnbauer.


Julia Zinnbauer, Bjart Mohr, Odd Tandberg, Fagernes, Flyktig Fugitive


Sonntag, 17. April 2022

Einladung zur Veröffentlichung der Seite BÖHMBAUTEN.de des BDA Köln in der St. Anna Kirche


Vortrag von Julia Zinnbauer über Gottfried Böhm, BDA Köln

 
Am kommenden Donnerstag, dem 19. Mai, schaltet der BDA Köln seine neue Internetseite BÖHMBAUTEN.de frei. In diesem Rahmen werde ich einen der Vorträge halten und lade Euch ganz herzlich zu der Veranstaltung in Köln ein.

19. Mai 2022, 19:00, Kirche St. Anna, Schadowstraße 36, 50823 Köln


Die Website BÖHMBAUTEN.de ist dem Lebenswerk Gottfried Böhms (* 23. Januar 1920 in Offenbach am Main; † 9. Juni 2021 in Köln) gewidmet, dem herausragenden Kölner Architekten, international anerkannt, vielfach ausgezeichnet und erster deutscher Pritzkerpreisträger.

Der BDA Köln um Anmeldung sowohl zur Abendveranstaltung am 19. Mai um 19:00 Uhr als auch zur Fahrradtour am 20. Mai um 15:00 Uhr unter: info@bda-koeln.de

Livestream: https://youtu.be/ELrScybpNI4

Dienstag, 12. April 2022

Das Rathauscenter in Ludwigshafen von Ernst van Dorp

 

Julia Zinnbauer, Razhauscenter Ludwigshafen, Ernst van Dorp

 

Ausgehend vom geplanten Abriss des von Ernst van Dorp entworfenen Rathauscenters in Ludwigshafen setze ich mich seit Jahresbeginn mit dem Werk des Bonner Architekten auseinander und arbeite an einen Film darüber. Das Rathauscenter will ich so in seiner kunstgeschichtlichen und gesellschaftlichen Relevanz zeigen.

Am BASF-Standort Ludwigshafen wurde 1979 das Rathauscenter eröffnet, ein Komplex, der die (auch kulturelle) Infrastruktur eines ganzen Stadtteils beinhaltete und von dessen Parkhaus aus man direkt auf eine Brücke über den Rhein nach Mannheim gelangte. Van Dorp studierte bei Egon Eiermann in Karlsruhe und bei bei Walter Gropius in den USA. In Bonn schuf er Regierungsgebäude und Schulen, in Rio die Deutsche Botschaft.

Der Abriss des Rathauscenters ist in mehrerlei Hinsicht zu kritisieren - bezogen auf die Bürger und deren Verlust des beliebten Gebäudes, auf dessen architektonische Qualität und auf die Verschwendung (grauer) Energie in Zeiten des Klimawandels.

Der letzte Mieter im verlassenen Gebäude ist der Schuster Advar Tolu, der durch seine Weigerung, auszuziehen seit Monaten den Abriss verhindert. Mehrfahch habe ich ihn und seine Kunden interviewt. Seinen Widerstand dokumentiere ich fortlaufend. 

  

Montag, 20. September 2021

Reading in Berkshire – Düsseldorfs englische Partnerstadt und ihr modernes Stadtzentrum von Robert Matthew Johnson-Marshall


Das Radschläger-Monument, das der Städtepartnerschaft zwischen Reading und Düsseldorf gewidmet ist, mit dem Magistrates Court von Rober Matthew Johnson-Marshall im Hintergrund
 

Die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Reading und Düsseldorf

Die Stadt Reading, die zwischen London und Oxford an der Themse liegt, ist vor allem für „beer, bricks, bulbs (in diesem Fall Blumenzwiebeln) und biscuits“ bekannt. Neben einer alten Abtei, die von Heinrich VIII. zerstört wurde, befindet sich dort zudem das Gefängnis, in dem Oscar Wilde die Jahre 1895 bis 1897 verbringen musste. Reading ist die Hauptstadt der Grafschaft Berkshire und liegt ca. 45 km westlich von London.

Die Freundschaft zwischen Reading und Düsseldorf begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als Düsseldorf von Groß Britannien besetzt war. Die Briten waren es auch, die Nordrhein-Westfalen gründeten und das 75. Jubiläum der Gründung des Bundeslandes wurde im Jar 2021 ausgiebig in Düsseldorf gefeiert. Unser Projekt schließt sowohl zeitlich als auch inhaltlich an das Jubiläum an.

Durch das Royal Berkshire Regiment, das nach dem Krieg in Düsseldorf stationiert war, erfuhr Phoebe Cusden, die damalige Bürgermeisterin Readings, von den notleidenden Bewohnern des zerbombten Düsseldorfs und lud zunächst einmal einige Kinder nach Reading ein.

Aus dieser ersten Einladung entwickelte sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden Städten, die bis heute andauert und sich über ganz unterschiedliche Bereiche erstreckt, vom Schüler- und Studentenaustausch über Kunst, Literatur, Kirche und Sport hinweg. Die Reading Düsseldorf Association unterstützt seit Jahrzehnten zusammen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf Projekte im Rahmen der Städtepartnerschaft. 

 

Der Düsseldorf Way entlng der Broadstreet Mall auf das HEXAGON zuführend, im Vordergrund der der Städtepartnerschaft mit dem irischen Clonmel gewidmete Weg; Reading im Sommer 2021








 

Samstag, 5. Juni 2021

Was ist aus der Eleganz geworden? Und was ist eigentlich Eleganz?

John Lautner: Sheats Goldstein Residence, Beverly Hills, Selbstportrait 2017

Text veröffentlicht bei Eiskellerberg.TV am 03.06.2021


Vieles wird im zweiten Jahr der Pandemie vermisst – das Reisen, das flirrende Gefühl, auf Ausstellungseröffnungen zu gehen und nicht zu wissen, wohin einen der Abend noch führt, jegliche Form von Geselligkeit und Spontaneitä, und auch so einfache Dinge, wie sich mit jemandem zu unterhalten ohne Angst zu haben, die verbrauchte Luft des anderen einzuartmen. Stattdessen sind Besuche im Baumarkt zu einem seltenen, aufregenden Ereignis geworden, Online-Events haben sich zu glamourösen Höhepunkten entwickelt und der lange verdrängte Zahnarztbesuch bringt immerhin ein wenig Dreidimensionalität in den flachen Bidschirm-Alltag.

Aber vermisst eigentlich auch jemand die Eleganz? Und was genau verbirgt sich hinter diesem Wort, das man mit Mode, gutem Design und einem gewissen Schwung verbindet? Der Begriff der Eleganz beinhaltet Klarheit und Einfachheit. Eleganz zu definieren, ist allerdings nicht so einfach.
 

Montag, 30. März 2020

ASTEROIDA. Mein Kurzfilm und die Geschichte der Hortenkachel


ASTEROIDA - A Video by Julia Zinnbauer
ASTEROIDA. Kurzfilm, Julia Zinnbauer 2014/19, Filmstill


Die Hortenkachel
Durch ihren hohen Wiedererkennungswert und ihre universelle Einsatzmöglichkeit trug die Hortenkachel in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in hohem Maße zu der Verbreitung der der Kaufhauskette Horten in ganz Westdeutschland bei. Ein modulares Fassadenelement zu entwerfen, das aus dem Firmenlogo selbst besteht, war ein so genialer Zug, dass bis heute, trotz der wechselvollen Geschichte der Firma Horten inclusive Verkauf, Umbenennung, Schließung und Umbau der (ehemaligen) Filialen, die Hortenkachel selbst nach wie vor im allgemeinen Bewusstsein existiert. Jede Hortenkachel trägt ein H in sich, zwei Kacheln nebeneinander ergeben die Inizialen H. H. für Helmut Horten, zusammengesetzt zu einer großflächigen Vorhangfassade flüstern sie den Namen des Firmengründers in einem unendlichen, minimalistischen Rhythmus in die Stadt.

Dabei stellen sich allerdings zwei Fragen: einerseits nach dem Material, aus dem die Fassadenelemente bestehen, andererseits aber auch danach, wer die Hortenkachel denn nun eigentlich entworfen hat. So, wie die einzelnen Kaufhausgebäude selbst nie identisch aussahen, sondern immer an die jeweilige städtebauliche Situation und angepasst und sogar von verschiedenen Architekturbüros entworfen wurden, so wurde auch die Hortenkachel selbst ständig weiterentwickelt und besteht in ganz unterschiedlichen Varianten.

Der Begriff „Eiermannkachel“, mit dem das Fassadenelement ebenfalls häufig bezeichnet wird, muss in diesem Zusammenhang hinterfragt werden. In der Entstehungsgeschichte des Modulelements spielt der Architekt Egon Eiermann zwar eine Rolle und auch der Begriff „Kachel“ ist für ein Keramikelement bestimmt sinnvoll. Aber bestehen Eiermannkacheln nicht eigentlich aus Aluminium? 


Hortenkacheln in Düsseldorf, Julia Zinnbauer

Hortenkacheln in Düsseldorf, Julia Zinnbauer
ASTEROIDA. Kurzfilm, Julia Zinnbauer 2014/19, Filmstill












  


Im Sommer 2019, als ich den Düsseldorfer Architekten Friedel Kellermann in meine Ausstellung FLYOVER (Link) ins Stadtmuseum Düsseldorf einlud, erhielt ich endlich Antwort auf meine Fragen. Teil der Ausstellung waren meine zwei eigenen Hortenkacheln sowie mein Kurzfilm ASTEROIDA, den ich in der ehemaligen Hortenfiliale auf der Berliner Allee in Düsseldorf gedreht hatte, kurz vor dem Umbau des Gebäudes im Jahr 2014. Somit war ich begeistert und aufgeregt, als Friedel Kellermann, der zusammen mit Helmut Rhode und Hans Günter Wawrowski das Architekturbüro RKW gegründet hatte, meiner Einladung ins Stadtmuseum folgte. 1959 hatte Helmut Rode den Wettbewerb um den Entwurf der Horten Hauptverwaltung in Düsseldorf am Seestern gewonnen und war schließlich zusammen mit Kellermann und Wawrowsky an der gesamte Entwicklung des Horten-Designs beteiligt.

Die Horten-Filiale in Krefeld
Bewusst wurde mir die Schönheit der Hortenfassade zum ersten mal, als ich an einem kalten, windigen, extrem sonnigen Tag vor etwa zehn Jahren mit dem Fahrrad an der ehemaligen Hortenfiliale in Krefeld vorbei fuhr. Alle Schriftelemente waren von der Fassadeentfernt worden, und so sah ich das durchbrochene Muster in seiner ursprünglichen Schönheit und Klarheit im hellen Sonnenlicht. Zuletzt war das Gebäude als Kaufhof genutz worden, wie so viele ehemalige Horten-Filialen. Mittlerweile stand es leer.

Hortenkacheln in Krefeld, Julia Zinnbauer
Krefeld 2013
Im Jahr 2013 dann der Schock. Ich kam zufällig wieder an dem Gebäude vorbei, das zu meinem Schrecken eingerüsteten war. Hinter den großflächig aufgespannten Planen hatte man die elegante Fassade schon in weiten Teilen brachial zerstört, und zwar indem man sie einfach von innen nach außen abgeklopft hatte. Auf dem Boden unter dem Baugerüst lag ein Meer aus zerbrochenen, hellblauen Hortenkacheln.

Ich begann zu recherchieren und fand heraus, dass die Kacheln von der Firma Keramag hergestellt worden waren. Ich nahm mit Keramag Kontakt auf, wies sie auf die Zerstörung hin und zu meiner großen Freude konnte eine eingagierte Mitarbeiterin einige der Kacheln für das Firmenarchiv retten, eine davon bekam ich feierlich überreicht. (Zu meinem Blogartikel aus dieser Zeit geht es hier entlang: Link)









Der Horten / Kaufhof auf der Berliner Allee in Düsseldorf
Es vergingen einige Jahre, dann hieß es plötzlich, dass nun auch der Kaufhof an der Berliner Allee in Düsseldorf seine Original-Horten-Fassade verlieren sollte. Mir gelang es damals, auf mein Nachfragen hin, das bereits leer geräumte Kaufhaus umfassend zu fotografieren und schließlich auch ein Video dort zu drehen. In diesem Zusammenhang bekam ich von der Kaufhof-Leitung meine zweite und dritte Hortenkachel geschenkt, und da erst wurden mir die subtilen Unterschiede bewusst. Die eine „Kachel“ war aus Aluminiumblech und große Flächen der Fassade bestanden aus dieser Variante. Die andere aber bestand aus Keramik, allerdings in einem ganz anderen Farbton als das hellblau-graue Exemplar aus Krefeld. Die Düsseldorfer Variante ist von einem ganz hellen Grau und von der Straße aus sah man keinen Unterschied zwischen den Aluminum- und den Keramik-Elementen. In meiner FLYOVER-Ausstellung konnte man die zarten farblichen Unterschiede zwischen dem Exemplar aus Krefeld und dem aus Düsseldorf direkt nebeneinander sehen.

ASTEROIDA
Meine Ausstellung FLYOVER handelte von den architektonischen Zusammenhängen zwischen Düsseldorf und Los Angeles in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch von amerikanischen Einflüssen auf die Architektur der Stadt im Allgemeinen. In mehrerer Hinsicht bietet dafür Helmut Rhodes Entwurf der Horten Hauptverwaltung aus dem Jahr 1959 ein ideales Beispiel dafür, wie in Deutschland moderne architektonische Einflüsse umgesetzt wurden. Das Viertel Am Seestern wurde in Düsseldorf nach dem Zweiten Weltkrieg eigens als Bürostandort angelegt, so wie der neue Stadtteil Garath als Wohnviertel entstand. Der Titel meines Kurzfilms ASTEROIDA bezieht sich auf das Büroviertel am Seestern, von dem aus die Hortenkachel ihre deutschlandweite Verbreitung fand.




ASTEROIDA
Kurzfilm
Kamera, Schnitt, Kostüm, Idee, Performance: Julia Zinnbauer
Düsseldorf 2014/2019
6.35 Min.


Dienstag, 24. September 2019

FLYOVER im Stadtmuseum Düsseldorf - Dokumentation der Ausstellung


Eine Ausstellung von Julia Zinnbauer über die architektonischen Zusammenhänge zwischen Düsseldorf und Los Angeles in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Stadtmuseum Düsseldorf












Meine Ausstellung FLYOVER ist nun am 15. September mit Bazon Brocks Vortrag sehr spektakulär zu Ende gegangen und ich bin sehr bewegt darüber, wer alles bei mir im Stadtmuseum vorbei gekommen ist und mit mir über das Projekt gesprochen hat. Vielen Dank an alle, die mich in den letzten Wochen im Stadtmuseum Düsseldorf besucht haben, vielen Dank an das Museums-Team, an die Galerie GRÖLLE passprojects für ihre Unterstützung, an die Firma Julius Schulte Söhne in Düsseldorf Bilk für die phantastische Pappe, aus dem wird das goldene Kuppelfragment gebaut haben und natürlich and Bazon Brock und die Denkerei Berlin!

Bis ich meine umfangreiche Dokumentation der Ausstellung fertig gestellt habe, könnt Ihr Euch hier eine Präsentation anschauen, in der ich einige Fotos der Ausstellung sowie einige Texte zusammengestellt habe. 

Das Video von Bazon Brocks Vortrag mit dem Titel "Re - education durch Architektur. Wie die Amerikaner den Deutschen das Senkrechtstehen beibringen wollten - Stahlskelettbau und Charaktermasken" schneide ich in den nächsten Tagen und lade es hier hoch.




Walter Brune in seinem Arbeitszimmer, Videostill Julia Zinnbauer
Videostill FLYOVER: Walter Brune in seinem Arbeitszimmer  













Even though my exhibition FLYOVER has been over for a month now I have not yet told you the story about the golden fragment of a geodesic dome I made for the show. Walt Disney was very much interested in urbanism and in the end of his life he planned a whole artificial city in Florida. Instead EPCOT was built as a part of Disney World. EPCOT means Experimental Prototype Community of Tomorrow and features a giant geodesic dome. An imitation of this dome can be seen in Rust, Germany, in the @europapark, and also @phantasialand, close to Bonn, had its own, GOLDEN geodesic dome. It was torn down some years ago. For my exhibition I created a melancholic looking fragment of this golden dome that is supposed to remind of all these modern buildings that are representative for a strong belief in modernism and in the future and that have already been torn down. Inside of the dome near Bonn there was a flight simulator, so in my exhibition you could watch my film FLYOVER inside the golden fragment. In the first photo you can see me talking to Dion Neutra in the VDL Research House in L.A. Silverlake, the second photo shows the original dome in the @phantasialand. I took the photo in 2014. - Many thanks to @groelle_passprojects! Without you there would have been no golden geodesic dome in my show! ...... #FLYOVER #WaltDisney #architecture #urbanism #EPCOT #geodesicdome #BuckminsterFuller #Florida #Rust #Brühl #Düsseldorf #LisAngeles #Silverlake #VDLResearchHouse #DionNeutra #flightsimulator #exhibition #art #museum #film #video #history
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Montag, 22. Juli 2019

Julia Zinnbauer – FLYOVER. Los Angeles und die Architektur der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf

Einladung zur Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum Düsseldorf 

 

Flyover, Stadmuseum Düsseldorf, Julia Zinnbauer





















Ganz herzlich möchte ich Euch zu meiner Ausstellung FLYOVER im Stadtmuseum Düsseldorf einladen. Ich würde mich sehr freuen, Euch bei der Vernissage am Samstag, dem 3. August 2019 begrüßen zu dürfen:

Julia Zinnbauer – FLYOVER.
Los Angeles und die Architektur der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf


Sonntag, 4. August bis Sonntag, 15. September 2019
Vernissage: Samstag, 3. August 2019 um 18 Uhr

Zur Finissage der Ausstellung wird Bazon Brock im Rahmen der Denkerei mobil 
am Sonntag, dem 15. September einen Vortrag halten, Beginn 11.30 Uhr:

Re - education durch Architektur.
Wie die Amerikaner den Deutschen das Senkrechtstehen beibringen wollten - 

Stahlskelettbau und Charaktermasken


Stadtmuseum Düsseldorf
Berger Allee 2
40213 Düsseldorf
Tel.: 0211-89-96170


English version below


In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland ein reger architektonischer Austausch. Auch von Düsseldorf aus flogen Architekten nach New York, Chicago und Los Angeles, um sich mit modernen Gebäuden auseinanderzusetzen, sich Anregungen für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Heimatstadt zu holen und um einen ideellen Anschluss an das Bauhaus herzustellen. Umgekehrt reiste beispielsweise der Architekt Richard Neutra von Los Angeles aus mit seinen Entwürfen an den Rhein und ins Bergische Land. Neuerungen wie Konzepte für Großraumbüros und Einkaufszentren gelangten auf diese Weise nach Düsseldorf und vor allem die Idee des kalifornischen Bungalows wurde dort begeistert aufgenommen.

Die Ausstellung FLYOVER handelt von den architektonischen Zusammenhängen zwischen Düsseldorf und Los Angeles in der Nachkriegszeit, sie ist aber auch dem optimistischen Glauben an die Moderne gewidmet und der Sehnsucht nach dem Glamour des Jetset-Zeitalters.

In ihren Projekten konserviert und transportiert die Düsseldorfer Künstlerin Julia Zinnbauer die Schönheit und die Atmosphäre außergewöhnlicher Bauten und erzählt deren Geschichten sowie die ihrer Architekten und ihrer Bewohner.

Für ihre Ausstellung reiste Julia Zinnbauer nach Los Angeles und drehte dort einen Film, in dem sie ihre Besuche verschiedener Gebäude Richard Neutras dokumentiert. Dabei kommt unter anderem auch Dion Neutra zu Wort, der Sohn des Architekten, der sie in dessen Reunion House und das VDL Research House in Los Angeles Silverlake einlädt und ihr von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit seinem Vater und der Entstehungsgeschichte dieser und weiterer Häuser berichtet. In Düsseldorf besuchte Julia Zinnbauer den Architekten Walter Brune, der ihr seine Bungalowentwürfe und sein Verhältnis zu Amerika und zum Bauhaus erklärt.

Dies und was das alles auch mit der Düsseldorfer Hollywood-Schauspielerin Luise Rainer zu tun hat erfahren die Besucherinnen und Besucher ab dem 4. August im Stadtmuseum Düsseldorf wo Julia Zinnbauer unter dem Titel FLYOVER ihre Rechercheergebnisse in Form von Fotos, Videos, Texten und einer Rauminstallation präsentiert. 


Freitag, 14. Juni 2019

Schönes Wohnen - Einladung zu der Ausstellung im no cube Münster





 Zu der Austellung „Schönes Wohnen“ und den anschließenden Projektwochen im no cube Münster laden wir Euch ganz herzlich ein.

Schönes Wohnen - mit Arbeiten von
Susanne von Bülow, Satomi Edo, Verena Gründel, Ruppe Koselleck, Susanne Kutter, Thomas Prautsch, Dietmar Schmale, Julia Zinnbauer

15. Juni bis 7. Juli 2019
Eröffnung am Samstag, dem 15. Juni um 18:00 Uhr

Täglich geöffnet (16:00 –21:00 Uhr)
Projektwochen: 15. Juni - 22. Juni

no cube
Achtermannstraße 26
48143 Münster

Der Verein KiF e.V. widmet im Frühsommer sein Augenmerk u.a. dem Spannungsfeld Gentrifizierung und lädt unter dem Titel „Schönes Wohnen“ Künstler und Künstlerinnen ins Bahnhofsviertel ein. Ziel ist es, sich aus künstlerischer Sicht mit dem Wohnen, seinen Bedingungen, Einflüssen, Ausprägungen, Gefährdungen, Grenzen, Entwicklungen und mit den individuellen Wünschenzum Wohnenauseinanderzusetzen. Geplants ind drei Veranstaltungswochen, in denen die diversen Aspekte zum Thema „Schönes Wohnen“ aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln mit künstlerischen Mitteln untersucht werden. Eine Gruppenausstellung zum Thema wird die Projektwochen einleiten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die prozesshafte Entwicklung von künstlerischen Arbeiten und Installationen zum Themenbereich und deren Präsentationen vor Ort. „Schönes Wohnen“ untergliedert sich deshalb in mehrere Abschnitte: eine klassische Gruppenausstellung und zwei Projektwochen mit unterschiedlichen künstlerischen Teams vor Ort (beides im no cube).

Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck hinterfragen gleich zu Beginn der Ausstellung mit ihrer Aktion „Grund und Boden“ gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Was kostet ein Quadratmeter Grundbesitz in Münsters Bahnhofsviertel? Vor Ort nimmt das Künstlerduo mit Hilfe einer Straßenwalze und von Druckerfarbe einen Abdruck der Achtermannstraße in der Größe eines Quadratmeters. Das frisch erzeugte Werk wird zum aktuellen Grundstückspreis des Viertels angeboten. Satomi Edo präsentiert orangefarbene Zelte. Sie hängen im Hof und im Außenraum der angrenzenden Großbaustelle des no cube. Die Künstlerin kommt aus Japan, in Ihrem Land bedeutet die Farbe Orange Gefahr. So kündet die Signalfarbeder Zelte: Vorsicht! Verena Gründel zeigt farbige Kunstdrucke. Ihre Sujets sind Wohnhäuser, Gärten und Pools, deren Darstellungsweise Bekanntes verfremdet, an Kunstwelten des Kinos erinnert und wie aus der Zeit entrückt wirkt. Julia Zinnbauer liebt Architektur so sehr, dass sie passende Kleidung zu architektonischen Meisterwerken entwirft. Passend gewandet, posiert sie in formschönen Kulissen und fotografiert und filmt sich mit Selbstauslöser. So entstehen seltsam anmutende, extravagant wirkende Fotografien und Filme vor solchen Gebäuden, wie dem von Oscar Niemeyer entworfenen Hauptquartier der Kommunistischen Partei Frankreichs. Für Dietmar Schmales Kunst ist dasSammeln wesentlich. Ob Kunstbücher, Materialien, altbekannte Alltagsgegenstände - weniges scheint ihn nicht zu interessieren. Aus seine Funden entwickelt er künstlerische Aussagen, in denen sich neue Wahrheiten und gesellschaftliche Abgründe auftun. Wie die Sammlung von Abbildungen verschiedenster Hotelzimmern aus Hotelkatalogen, die der Künstler im no cube präsentiert. Sie wirken in ihrer Vielzahl ernüchternd und entlarvend. Thomas Prautsch wollte ursprünglich eineneue Stadtansicht präsentieren. Er hat sich aber umentschieden und zieht einen Kellerraum, um mit einer für ihn etwas ungewöhnlichen Art, sich dem Thema „schönes wohnen“ zu nähern, das Ergebnis ist also noch offen.

Das gesamte Programm gibt es hier:




Freitag, 8. März 2019

Das elegante Bürohaus neben dem Bungalow - Teil fünf meiner Serie über Paul Schneider-Esleben in der Westdeutschen Zeitung Düsseldorf

Über Flughäfen, Weltausstellungen und futuristische Bauten und wie Paul Schneider-Esleben und Ernst Althoff die Architektur in Düsseldorf erneuerten



Julia Zinnbauer, Westdeutsche Zeitung Düsseldorf, Paul Schneider-Esleben

Der fünfte  Teil meiner Serie über Paul Schneider-Esleben und den ersten Flachdach-Bungalow, den er Anfang der 1950er Jahr entwarf, ist in der Wochenendausgabe der Westdeutschen Zeitung Düsseldorf am Samstag, dem 2. März erschienen. Nach all den kunstgeschichtlichen und politischen Zusammenhängen, von denen die bisherigen Kapiteln handelten, geht nun um das Bürohaus, das sich Erich Riedel, der Schneider-Esleben mit dem Bau des Bungalows beauftragt hatte, Ende der 60er Jahre von Ernst Althoff entwerfen ließ.


Die Moderne und die Geschwindigkeit
Gleich zu Beginn seiner Karriere setzte der Düssldorfer Architekt Paul Schneider-Esleben mit dem Bau der Hanielgarage, die nur aus einem filigranen Betongerippe, einer riesigen Glasfassade mit türkisblauen Fensterrahmen und zwei am Dach aufgehängten, elegant geneigten Rampen besteht, der Geschwindigkeit, der Bewegung und dem Fortschritt ein kristallines Denkmal. Am Stadtrand gelegen, mit einem Drive-in Motel ausgestattet und durch die Straßenbahn an das Zentrum Düsseldorfs angebunden, enstand mit der Hanielgragen ein früher Vorbote der Autogerechten Stadt nach amerikanischem Vorbild. In einem Entwurf des 1953 fertig gestellten Gebäudes hatte Schneider-Esleben sogar einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Parkhauses eingezeichnet.

Das Fliegen, in seiner Verbindung aus Dynamik, Technik, Verwegenheit und dem dreidimensionalen Raum die ideale Fortschrittsmetapher, hatte in Schneider-Elsebens Auseinandersetzung mit der modernen Architektur zudem einen ganz biographischen Bezug. Als er zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zum Militär eingezogen wurde, musste er sein Architekturstudium unterbrechen und eine Ausbildung zum Kampfpiloten antreten. In der Nähe seines Stützpunktes in Lothringen lernte er den Architekten Rudolf Schwarz kennen, der ihn mit den Ideen der Moderne bekannt machte. Zuvor hatte sich Schneider-Esleben im Architekturbüro seines Vaters Franz Schneider vor allem mit dem Um- und Ausbau von Schlössern und Kirchen beschäftigt. Von seinem Militärdienst wurde der Sohn schließlich befreit, da er als Architekt im Büro seines Vaters als unabkömmlich erachtet wurde. Rudolf Schwarz wurde nach dem Krieg als Generalplaner verantwortlich für den Wiederaufbau Kölns.

Der Patentanwalt und sein Bungalow
Anfang der 1950er Jahre, als Schneider-Esleben am Entwurf der Hanielgarage arbeitete, beauftragte eine junge Familie aus Düsseldorf den Architekten damit, für ihr Grundstück in Gruiten ein Wohnhaus zu planen. Für Familie Riedel baute er seinen ersten Flachdach-Bungalow nach kalifornischem Vorbild, sogar noch vor seiner ersten Amerikareise. Erich Riedel war als technischer Direktor einer Stahlbaufirma für Patente zuständig und machte sich schließlich als Patentanwalt selbstsändig. Ende der 50erjahre eröffnete er ein Büro in Düsseldorf am Hofgarten und pendelte täglich mit seinem blauen Mercedes in die Stadt. Von sich selbst sagte er, er übernehme jeden Fall, vom Patent für dreieckige Fahrradlenker bis hin zum UFO, nur für Waffen stellte er keine Patente aus. Sein Büro expandierte zunehmend, sodass er Mitte der 60er Jahre den Entschluss fasste, Paul Schneider-Esleben mit dem Entwurf eines modernen Bürohauses zu beauftragen, für das Grundstück direkt neben seinem Bungalow. Seine Klienten kamen so wie so aus der ganzen Welt, warum sollten sie nicht vom Flughafen Düsseldorf aus direkt nach Gruiten fahren? 

 
Der Flughafen Köln Bonn
Seit dem Bau der Hanielgarage und des Bungalows für Familie Riedel hatte Schneider-Esleben eine rasante Karriere gemacht, zudem haftete ihm das Image eines glamourösen Jetset-Architekten an. Immer wieder flog er in die Vereinigten Staaten - als Passiger, nicht als Pilot - und setzte sich dort mit der modernen Architektur auseinander. Als er 1961 eine Professur an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg erhielt, kamen regelmäßige Flüge in die Stadt an der Elbe hinzu. Ende der 60er Jahre bekam „Schneider-Jetleben“, wie man ihn mittlerweile nannte, dann den perfekten Auftrag: er sollte den Flughafen Köln Bonn entwerfen. Aus der Frühzeit des Flughafens existiert ein Foto, auf dem der Architekt im Trenchcoat und mit seiner ledernen Aktentasche unter dem Arm über das Rollfeld läuft und man riecht förmlich den Duft des Kerosins. Den zeitgleichen Auftrag, für Erich Riedel ein Bürohaus entwerfen, musste er ablehnen, empfahl jedoch seinen Mitarbeiter Ernst Althoff als Architekten.

Der Architekt Ernst Althoff
Der Name Althoff war Familie Riedel durchaus bekannt und ein fester Bestandteil ihres täglichen Lebens. Die Möbel, die Schneider-Esleben für den Bungalow entworfen hatte, stammten allesamt aus der Schreinerei von Johannes Althoff in Krefeld. Der Sohn, Ernst Althoff, hatte zunächst eine Schreinerlehre bei seinem Vater gemacht, dann an der späteren Werkkunstschule Krefeld Architektur studiert und war schließlich in die Klasse des Architekten Hans Schwippert an der Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen worden. Dem Material Holz blieb Althoff sein Leben lang treu und es spielt in all seinen Projekten eine Rolle, sowohl in der Architektur als auch in senen Möbelentwürfen, seinen Ausstellungskonzepten und in seinen modularen Skulpturen. Für Joseph Beuys baute er ein Bett aus Stahl und Eichenholz, allerdings entwarf er auch Serienmöbel, mit denen er zeigen wollte, dass nicht nur das individuelle Talent das Ergebnis bestimmt, sondern auch der intelligente Umgang mit Maschinen. Seine Idee einer akkuraten, mit modernster Technik durchgeführten Verabeitung des traditionellen Baustoffs Holz zeigt sich deutlich in der Treppe, die Althoff später für Riedels Bürohaus entwerfen sollte.

Hans Schwippert hatte sich in Aachen und Düsseldorf als moderner Architekt des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg verdient gemacht und holte seinen ehemaligen Studenten Ernst Althoff 1963 als Dozent an die Kunstakademie Düsseldorf zurück. Davor jedoch war Althoff über mehrere Jahre hinweg dessen Assistent. Schwippert ließ dem jungen Architekten eine große gestalterische Freiheit, bespielsweise bei dessen Konzept für die Ausstellung „Werdendes Abendland an Rhein und Ruhr“ im Jahr 1956 in der Villa Hügel in Essen. Ihm gelang es, die Innenräume des großbürgerliches Wohnhauses der Familie Krupp in ein modernes Museum umzugestalten und präsentierte die mittelalterlichen sakralen Gegenstände in einer Atmosphäre von klösterlicher Strenge und Eleganz.