MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Freitag, 21. Oktober 2022

Agam in Ludwigshafen Leverkusen Paris


Not only was the Rathauscenter in Ludwigshafen designed as a multi-functional building complex, also the incorporation of art was important for Werner Ludwig, at that time the mayor of the city, and Ernst vam Dorp, the architect of the building. As the city of Ludwigshafen has decided to demolish the Rathauscenter, I started researching about the whole topic in order to show the building in its art historical context.

The Israeli artist Yaacov Agam plays a core role in the history of the Rathauscenter. In the late 1970 he created a piece of art for the Rathauscenter and at that time he also created a large fountain for the Défense in Paris. In summer I made a skirt that refers to Agam's kinetic sculptures. With this skirt I travelled to Paris and visited the fountain. I wish the citizens of Ludwigshafen could see the colours of the fountain, shimmering in the sunlight and set in motion by the warm wind – and relate all this to their Rahauscenter.
This video is part of my interdisciplinary art project about the Rathauscenter in Ludwigshafen and will be continued.

Agam in Ludwigshafen Leverkusen Paris
Video 2022
Text, voice, camera, sound, editing, costume: Julia Zinnbauer

Mittwoch, 19. Oktober 2022

@rathauscenter.lu - Dokumentation meiner Besuche des Rathauscenters in Ludwigshafen und meiner Recherchen

 

Julia Zinnbauer

For a long time there was rumours that the city of Ludwigshafen would demolish their town hall, a large multi-functional building complex, the Rathauscenter. As it has always been an important and very popular landmark of the industrial city, I somehow never believed that one day the Rathauscenter would really be demolished. In addition to that, I do not live in this area any more, so I simply did not know what was going on. And suddenly, on the last day of December 2021, when I visited my parents in Frankenthal, my mother told me that the Rathauscenter had actually been closed, right on this day. So on January 5th I went on a cycling tour from Frankenthal, where I grew up, to Ludwigshafen, which is about 12 kilometers away, to take some photos. It was the first cycling tour of a long series that is still going on. By taking photos I accompanied the Rathauscenter through the year. In this way I got to know its details and even more – I whitnessed how it reacts to the light, the seasons and the atmosphere.

I am documenting my fascination for the Rathauscenter on my new Instagram account, including all my trips, my research and my fascination: 

https://www.instagram.com/rathauscenter.lu/?hl=de

Dienstag, 18. Oktober 2022

FLYOVER. Los Angeles und die Architektur der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf

Rückblick auf die Ausstellung im Stadtmuseum Düsseldorf

4. August 2019 - 15. September 2019


Julia Zinnbauer, Ausstellungsansicht FLYOVER, Stadtmuseum Düsseldorf

Ausstellungsansicht: links: Das Case Study House #20 von Pierre Koenig; Foto: Julia Zinnbauer (2009); rechts: Das Kleid für die autogerechte Stadt; hinten: Rauminstallation"Flugsimulator" mit Projektion des Films "FLYOVER" (beides 2019)





























In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland ein reger architektonischer Austausch. Auch von Düsseldorf aus flogen Architekten nach New York, Chicago und Los Angeles, um sich mit modernen Gebäuden auseinanderzusetzen, sich Anregungen für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Heimatstadt zu holen und um einen ideellen Anschluss an das Bauhaus herzustellen. Umgekehrt reiste beispielsweise der Architekt Richard Neutra von Los Angeles aus mit seinen Entwürfen an den Rhein und ins Bergische Land. Neuerungen wie Konzepte für Großraumbüros und Einkaufszentren gelangten auf diese Weise nach Düsseldorf und vor allem die Idee des kalifornischen Bungalows wurde dort begeistert aufgenommen.

Die Ausstellung FLYOVER handelte von den architektonischen Zusammenhängen zwischen Düsseldorf und Los Angeles in der Nachkriegszeit, sie war aber auch dem optimistischen Glauben an die Moderne gewidmet und der Sehnsucht nach dem Glamour des Jetset-Zeitalters.

Für meine Ausstellung reiste ich nach Los Angeles und drehte dort einen Film, in dem ich meine Besuche verschiedener Gebäude Richard Neutras dokumentierte. In dem so entstandenen Film kommt unter anderem auch Dion Neutra zu Wort, der Sohn des Architekten, der mich in dessen Reunion House und das VDL Research House in Los Angeles Silverlake einlud und mir von der langjährigen Zusammenarbeit mit seinem Vater und der Entstehungsgeschichte dieser und weiterer Häuser berichtete. In Düsseldorf besuchte ich den Architekten Walter Brune, der mir seine Bungalowentwürfe und sein Verhältnis zu Amerika und zum Bauhaus erklärte.

Dies und was das alles auch mit der Düsseldorfer Hollywood-Schauspielerin Luise Rainer zu tun hatte erfuhren die Besucherinnen und Besucher ab dem 4. August 2019 im Stadtmuseum Düsseldorf, wo ich unter dem Titel FLYOVER meine Rechercheergebnisse in Form von Fotos, Videos, Texten und einer Rauminstallation präsentierte.


 

Zur Finissage der Ausstellung hielt Bazon Brock im Rahmen der Denkerei mobil am Sonntag, dem 15. September einen Vortrag mit dem Titel:

Re - education durch Architektur. Wie die Amerikaner den Deutschen das Senkrechtstehen beibringen wollten - Stahlskelettbau und Charaktermasken“.

 

Die Ideen hinter der Ausstellung 

Der Ausstellungstitel FLYOVER bezieht sich auf den architektonischen Austausch zwischen Düsseldorf und den Vereinigten Staaten von Amerika in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere aber auf die Flüge zwischen Düsseldorf und Los Angeles, von DUS nach LAX und zurück.

Tatsächlich fand dieser Austausch in beiden Richtungen statt, und so flog der junge Architekt Walter Brune, der gerade erst einen großen Erfolg mit dem Entwurf der Zeche Prosper Haniel gefeiert hatte, bereits Anfang der 50er Jahre nach Los Angeles, um dort Richard Neutra zu treffen. Im Lauf seines Lebens reiste er immer wieder in die Vereinigte Staaten, lernte Bauhaus-Architekten wie Mies van der Rohe kennen und arbeitet jahrelang zusammen mit Marcel Breuer in New York. 

Walter Brunes Erfahrungen in Los Angeles lassen sich am Entwurf seines eigenen Bungalows ablesen, dem Barbarahof in Düsseldorf Rath, zusammen mit der große Begeisterung des Architekten für das Bauhaus, sowie an den folgenden elegant-funktionalen, minimalistischen Wohnhaus-Entwürfen Walter Brunes.  

 

FLYOVER, Julis Zinnbauer, Walter Brune, Ausstellung im Stadtmuseum Düsseldorf
Besuch bei Walter Brune in seinem Barbarahof in Düsseldorf Rath; Interview für den Film FLYOVER; Projektion in der gleichnamigen Ausstellung im Stadtmuseum Düsseldorf 2019


 
 
Auch der Düsseldorfer Architekt Paul Schneider-Esleben ist dafür bekannt, dass er immer wieder in die USA geflogen ist und Ideen und Innovationen mit zurück nach Düsseldorf zu bringen. Seine Flüge, zusammen mit seinem Entwurf für den Flughafen Köln-Bonn, brachten ihm schließlich sogar den Spitznamen Schneider-Jetleben ein. 
 
Umgekehrt flog aber auch der Architekt Richard Neutra, der ursprünglich aus Wien stammte und bereits 1924 von Berlin aus über Chicago nach Los Angeles ausgewandert war, einige Male nach Düsseldorf. Im Jahr 1959 nahm Neutra am Wettbewerb um den Entwurf für das neue Schauspielhaus teil, zu dem man ihn eingeladen hatte.  Auch Neutras Teilnahme an dem Wettbewerb ist Thema meines Films FLYOVER.
 
 
 
FLYOVER - Der Film zur Ausstellung
Kamera, Schnitt, Kostüm, Idee: Julia Zinnbauer
Mit Walter Brune, Dion Neutra, Ken Topper, Julia Zinnbauer Düsseldorf,
Los Angeles 2019
98 min.
 
 
Moderne Büro- und Einkaufsarchitektur in Düsseldorf 
 
In der Ausstellung FLYOVER geht es aber auch um den Einfluß der modernen amerikanischen Architektur der Nachkriegszeit auf Düsseldorf im allgemeinen. So spielt vor allem auch die Horten Hauptverwaltung aus dem Jahr 1959 von Helmut Rhode eine Rolle, die als erstes Gebäude des neu angelegten Büroviertels Am Seestern und als erstes deutsches Großraumbüro nach amerikanischem Vorbild entstand, sowie die Geschichte der Horten-Kachel nach einem Entwurf des Architekten Friedel Kellermann. 
 

FLYOVER, Stadtmuseum Düsseldorf, Hortenkachel, Friedel Kellermann, Julia Zinnbauer
Video ASTEROIDA; Hortenkacheln aus Krefeld und Düsseldorf; der Architekt Friedel Kellermann, der zusammen mit Helmut Rhode das Architekturbüro RKW gründete, erklärt mir bei seinem Besuch in der Ausstellung seinen Entwurf der Hortenkachel

 

ASTEROIDA
Video
Kamera, Schnitt, Kostüm, Idee, Performance: Julia Zinnbauer
Düsseldorf 2014/2019
6.35 Min.

 

Der Tausendfüßler

Der Titel FLYOVER bezieht sich auch auf die elegante Hochstraße, die bis zum April 2013 die Düsseldorfer Innenstadt überspannte, auf den Tausendfüßler von Friedrich Tamms von 1961/62. Über den Tausendfüßler schwebte man schwungvoll an der modernen Vorhangfassade des Dreischeibenhauses vorbei und fühlte sich einen Moment lang wie in einer amerikanischen Großstadt. Der Tausendfüßler war ein typischer Flyover. Friedrich Tamms spielt aber auch eine Rolle in der Geschichte um Neutra und das Schauspielhaus.

Richard Neutra lernte Tamms, der Ende der 50er Jahre im Stadtplanungsamt tätig war, im Rahmen des Schauspielhaus-Wettbewerbs kennen. Die schriftliche Korrespondenz zwischen den beiden Architekten befindet sich heute in Los Angeles, im Archiv der UCLA. Tamms machte Neutra mit u.a. auch mit dem Ehepaar Gabriele und Konrad Henkel bekannt, die ihn mit dem Entwurf eine Bungalows beauftragten, der allerdings, wie auch Neutras Theaterentwurf, nie gebaut wurde. Stattdessen realisierte Richard Neutra schließlich zwei große Bungalowbauten in Wuppertal, Haus Kemper und Haus Pescher.

Die Ausstellung FLYOVER ist dem Tausendfüßler gewidmet sowie der Tatsache, dass ich bis heute dessen Arbriß nicht verwunden habe. Auch das „Kleid für die autogerechte Stadt“, das Teil der Ausstellung ist, habe ich in meiner Begeisterung für den Tausendfüßler entworfen und genäht. 

  

Die Geschichten hinter den Exponaten

Bei all meinen Projekten geht es mir darum, die Schönheit und die Atmosphäre außergewöhnlicher Bauten zu konservieren sowie deren Geschichten und die ihrer Architekten und ihrer Bewohner zu erzählen. Somit steht hinter jedem Exponat der Ausstellung FLYOVER eine eigene Geschichte, wobei alle Exponate und Geschichten ineinander greifen und zusammen ein Ganzes bilden.

Dabei erzähle ich beispielsweise von der goldenen geodätischen Kuppel, deren Fragment über der Ausstellung hängt. Das Kuppelfragment soll an all die Gebäude erinnern, die im Geist der Moderne gebaut wurden und heute schon nicht mehr existieren, so wie die goldene Kuppel selbst, die Teil eines Freizeitparks war und auf die sich meine Rauminstallation „Flugsimulator“ bezieht. Ich berichte von den hellblauen Blusen, die die ursprüngliche Besitzerin eines frühen Bungalows von Paul Schneider-Esleben im Lauf ihres Lebens genäht hat und nicht zuletzt erzähle ich auch meine eigene Geschichte, die damit beginnt, dass ich in einem typische Bungalow aus den frühen 70er Jahren aufgewachsen bin, was meine gesamte Weltsicht geprägt hat. Und ich erzähle auch von der Düsseldorfer Hollywood- Schauspielerin Luise Rainer. 

 

FLYOVER, Louise Rainer, Stadtmuseum Düsseldorf
 































































 
Luise Rainer, Richard Neutra und Julius Shulman

Eine architektonische Verbindung zwischen Düsseldorf und Richard Neutra existierte tatsächlich schon lange vor dessen Teilnahme am Wettbewerb um den Entwurf des Schauspielhauses, und zwar über die Düsseldorfer Schauspielerin Luise Rainer. In den 30er Jahren wanderte sie nach Los Angeles aus und gewann in zwei aufeinanderfolgenden Jahren einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Wie ich in Los Angeles herausgefunden habe, lebte sie dort in den von Richard Neutra 1937 gebauten Strathmore Apartments auf dem Gelände der UCLA. 

Julius Shulman fotografierte Luise Rainer und Richard Neutra damals in der Wohnung der Schauspielerin. Dieses Foto ist, zusammen mit dem Gemälde Arthur Kaufmanns von Luise Rainer aus der Zeit, bevor sie nach Hollywood ging, ein Glücksfall für die Ausstellung FLYOVER.

Im Jahr 1948 übernahm der Herausgeber John Entenza in Los Angeles die Zeitschrift „Arts and Architecture“ und rief das so genannte „Case Study House Program“ aus. Er rief Architekten dazu auf, Entwürfe für Wohnhäuser einzureichen, die kostengünstig und im Idealfall aus industriell hergestellten Materialen zu bauen sind. Richard Neutra, das Ehepaar Eames und Pierre Koenig sind einige Architekten, die an Entenzas Program teilnahmen. Heute betrachtet man die Häuser, die im Rahmen des Case Study House Programs gebaut wurden, als absolute Traumhäuser und als Ikonen der modernen kalifornischen Architektur. Maßgeblich dazu beigetragen hat Julius Shulman, der mit seinen perfekt komponierten Fotografien, die er jahrzehntelang für „Arts and Architecture“ aufgenommen hat. Architekten in Europa bzw. in Deutschland waren in der Nachkriegszeit auf amerikanische Zeitschriften wie Entenzas Magazin angewiesen, genau so wie auch Künstler und Galeristen. Insgesamt hatten Julius Shulman und John Entenza einen großen Einfluß auf die Verbreitung des Bungalow-Ideals in Deutschland und ich freue mich, dass über Luise Rainer eine so schöne Verbindung zu Düsseldorf und zu meiner Ausstellung besteht.


FLYOVER, Pierre Koenig, Stahl House, Julia Zinnbauer

Pierre Koenig: Case Study House #22, Los Angeles 1960; Foto: Julia Zinnbauer 2009


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





 
 
FLYOVER - Filmdreh in Düsseldorf und Los Angeles

Für die Ausstellung FLYOVER bin ich noch einmal nach Los Angeles gereist und drehte dort den Film FLYOVER, in dem ich meine Besuche verschiedener Gebäude Richard Neutras dokumentiere. Ich sprach mit Dion Neutra, dem Sohn des Architekten, der mich in das von seinem Vater entworfene Reunion House und in das VDL Research House in Los Angeles Silverlake einlud und mir von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit seinem Vater und der Entstehungsgeschichte dieser und weiterer Häuser berichtete. In Düsseldorf besuchte ich den Architekten Walter Brune, der mir seine Bungalowentwürfe und sein Verhältnis zu Amerika und zum Bauhaus erklärte. 
 

Dienstag, 13. September 2022

Ausschnitte aus meinen Videos und Filmen

 

Ausschnitte aus

The Architecture of Peter Womersley in the Scottish Borders (2020)

surveillance souterraine (2014)

FLYOVER (2019)

steady smile move (2017) 

ellipsoid episodes (2012) 

Das Rathauscenter in Ludwigshafen - Projektskizze (2022)

Freitag, 3. Juni 2022

Einladung zu der Ausstellung PROJEKT MAYHEM und zum WHITSUN SCREENING im es365 in Düsseldorf

 

Kurzfilmabend kuratiert von Julia Zinnbauer, es365 Düsseldorf

Herzliche Einladung zu der Ausstellung PROJEKT MAYHEM, die am Freitag, dem 03.06. 2022 im es365 um 18 Uhr eröffnet wird. Ich bin mit meiner Arbeit FRANCESCA SPERANZA mit dabei und lade Euch zusätzlich zum WHITSUN SCREENING ein, zu einem Kurzfilabend, den ich für die Ausstellung zusammengestellt habe. 

Aufregend ist dabei, dass es sich bei den Gebäuden des es365 um ein sehr elegantes, ehemaliges Fiat Autohaus handelt. Ich würde mich freuen, Euch dort zu treffen.


PROJEKT MAYHEM

Vernissage: Freitag, 03.06.2022, 18 Uhr
Finissage: Sonntag, 12.06.2022, 14 Uhr


WHITSUN SCREENING

Kurzfilme zusammengestellt von Julia Zinnbauer
Pfingstsonntag, 05.06.2022, 21.30 Uhr – 24.00 Uhr

Mit Filmen von

Bella Stina Nodge
Chris Dreier
Dexia Defunct
Gary Farrelly
Gilles Hellemans
Matt Hulse
Julia Keppeler
Ragnar Kopka
Peter Lober
Lada Wilson
Julia Zinnbauer

es365
Erkrather Straße 365
40231 Düsseldorf

Sonntag, 17. April 2022

Einladung zur Veröffentlichung der Seite BÖHMBAUTEN.de des BDA Köln in der St. Anna Kirche


Vortrag von Julia Zinnbauer über Gottfried Böhm, BDA Köln

 
Am kommenden Donnerstag, dem 19. Mai, schaltet der BDA Köln seine neue Internetseite BÖHMBAUTEN.de frei. In diesem Rahmen werde ich einen der Vorträge halten und lade Euch ganz herzlich zu der Veranstaltung in Köln ein.

19. Mai 2022, 19:00, Kirche St. Anna, Schadowstraße 36, 50823 Köln


Die Website BÖHMBAUTEN.de ist dem Lebenswerk Gottfried Böhms (* 23. Januar 1920 in Offenbach am Main; † 9. Juni 2021 in Köln) gewidmet, dem herausragenden Kölner Architekten, international anerkannt, vielfach ausgezeichnet und erster deutscher Pritzkerpreisträger.

Der BDA Köln um Anmeldung sowohl zur Abendveranstaltung am 19. Mai um 19:00 Uhr als auch zur Fahrradtour am 20. Mai um 15:00 Uhr unter: info@bda-koeln.de

Livestream: https://youtu.be/ELrScybpNI4


Programm

Grußworte von

Wolgang Wolf, Erzbistum Köln

Henriette Reker, Oberbürgrmeisterin von Köln

Paul Böhm, Architekt

Reinhard Angelis, Vorsitzender des BDA Köln


Kurzvorträge

Martin Struck, Erzdiözesanbaumeister Köln

BÖHMBAUTEN pflegen und nutzen


Oliver Elser, Kurator, DAM Frankfurt

BÖHMBAUTEN erforschen und vermitteln


Julia Zinnbauer, Bloggerin

BÖHMBAUTEN entdecken und kommunizieren

Elke Beccard, Architektin, Projektleitung

BÖHMBAUTEN.de anwenden und auf Tour gehen

 

Im Anschluss Get-together und kühle Getränke

Dienstag, 12. April 2022

Das Rathauscenter in Ludwigshafen von Ernst van Dorp

 

 

Ausgehend vom geplanten Abriss des von Ernst van Dorp entworfenen Rathauscenters in Ludwigshafen setze ich mich seit Jahresbeginn mit dem Werk des Bonner Architekten auseinander und arbeite an einen Film darüber. Das Rathauscenter will ich so in seiner kunstgeschichtlichen und gesellschaftlichen Relevanz zeigen.

Am BASF-Standort Ludwigshafen wurde 1979 das Rathauscenter eröffnet, ein Komplex, der die (auch kulturelle) Infrastruktur eines ganzen Stadtteils beinhaltete und von dessen Parkhaus aus man direkt auf eine Brücke über den Rhein nach Mannheim gelangte. Van Dorp studierte bei Egon Eiermann in Karlsruhe und bei bei Walter Gropius in den USA. In Bonn schuf er Regierungsgebäude und Schulen, in Rio die Deutsche Botschaft.

Der Abriss des Rathauscenters ist in mehrerlei Hinsicht zu kritisieren - bezogen auf die Bürger und deren Verlust des beliebten Gebäudes, auf dessen architektonische Qualität und auf die Verschwendung (grauer) Energie in Zeiten des Klimawandels.

Der letzte Mieter im verlassenen Gebäude ist der Schuster Advar Tolu, der durch seine Weigerung, auszuziehen seit Monaten den Abriss verhindert. Mehrfahch habe ich ihn und seine Kunden interviewt. Seinen Widerstand dokumentiere ich fortlaufend. 

  

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Francesca Speranza – Eine Hommage an Oscar Wildes Mutter


Julia Zinnbauer, Francesca Speranza - Dress for Lady Wilde

Für die Schriften und Ideen Oscar Wildes begeistere ich mich schon seit meiner Jugend. Allerdings wäre der irische Dichter nie der glamouröse, schlagfertige Schöngeist und Dandy geworden, als der er heute bekannt ist, hätte er nicht ein nicht weniger spektakuläres Vorbild gehabt – seine Mutter Jane. Ihr habe ich meine Arbeit „Francesca Speranza“ gewidmet, ein skulpturhaftes Kleid aus schweren Seilen.

Francesca Speranza - A Dress by Julia Zinnbauer for Oscar Wilde's Mother

Die als Jane Frances Elgee im irischen Wexford geborene Dichterin war mit ihrem selbstbewussten künstlerischen Auftreten in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Ausnahmeerscheinung und inszenierte sich als Nachfahrin Dante Aligieris und als irische Nationaldichterin. Nach ihrer Hochzeit mit William Wilde firmierte sie unter dem Namen Jane Francesca Lady Wilde und legte sich den Beinamen „Speranza“ zu. Mit ihren Schriften und ihrer Selbstinszenierung hatte sie einen großen Einfluss auf das Werk ihres Sohnes, trat allerdings zunehmend hinter dessen Arbeiten in den Hintergrund. Ich betrachte Jane Wilde als eine frühe Performancekünstlerin, die zu Unrecht vergessen wurde.

Im Jahr 2019 habe ich an einem Künstleraustausch zwischen Wuppertal und Wexford teilgenommen (STEADY SMILE MOVE in der Camera 8 und Here/There), der im September 2021 mit einer Ausstellung in der Stadtsparkasse Wuppertal und der Galerie Grölle passprojects fortsgesetzt wurde (Link). Meine Idee zu dem Kleid für Jane Wilde basiert auf meinen Besuchen in ihrer Heimatstadt sowie meiner jahrzehtelangen Begeisterung für Oscar Wilde.

Das Kostüm besteht aus 100 Metern Seil, die ich dunkelgrau gefärbt, in Schlingen und Knoten gelegt und mit Draht verbunden habe. Auf diese Weise entstand eine transparente, skulpturale, rauhe Konstruktion, die auf dem Gemälde „Sidonia von Bork“ des Präraffaelitischen Malers Edward Burne-Jones basiert. Jane Wilde hatte den Schauerroman von Wilhelm Meinhold aus dem Jahr 1847, den das Gemälde illustriert, aus dem Deutschen ins Englische übersetzt und damit großen Erfolg gehabt. Die Geschichte handelt von einer für ihre Zeit sehr emanzipierten, mutigen Frau, die wie Jane Wilde für ihre Überzeugungen kämpfte und schließlich scheiterte. Aus diesem Grund habe ich die Zartheit Burne-Jones' Gemälde in eine brachiale Form umgesetzt.

Vom 20. 11. 2021 bis zum 22. 01. 2022 ist „Francesca Speranza“ in der Galerie Grölle passprojects in Wuppertal zu sehen, als Teil der Gruppenausstellung <<N>>, in der zeitgenössische textile Kunst gezeigt wird (Link).

 

Francesca Speranza by Julia Zinnbauer

 

Sonntag, 12. Dezember 2021

Dusk is Falling - Presentation of the Short Film by Matt Hulse and Julia Zinnbauer at the Swedenborg Film Festival in London

Dusk is Falling, Matt Hulse, Julis Zinnbauer, Swedenborg Film Festival
 

The story behind the short short film „Dusk is Falling“ by the PINHOLE COMPUTERS, i.e. Matt Hulse and me, is mysterious and complex and I am incredibly happy that on December 11th it was shown at the Swedenborg Film Festival in London.

In January 2021 I spent several days on taking photos of a supermarket in Frankenthal, the town where I grew up. The supermarket dates back to the early seventies and the whole construction was clearly influenced by the rational architecture of American supermarkets of that time. In spite of – or to be honest: due to this functionality the building bears its very own elegance.

William Blake Dress by Julia Zinnbauer, Photo: Matt Hulse, taken at the Swedenborg Film Festival
I wrote a text about the building, translated it into English and Matt Hulse turned my text into a poem. In spring Matt took part in a performance festival curated by Leon Clowes at the Round Chapel in London. The short film „Dusk is falling“ captures me performing the poem live and remotely from Düsseldorf, beautifully filmed by Matt Hulse and you can see some of my photos of the supermarket, „shimmering warmly against the cold blue winter sky“.

I was so excited about the invitation to the Swedenborg Society that I made a William Blake dress for myself and painted Titania and Oberon sitting on a large lilly on the dress. Swedenborg had an important impact on Blake's work and therefore Blake playes a core cole in the Swedenborg Society.  

The photo of my dress was taken by Matt Hulse.

 

 

 

Freitag, 26. November 2021

Die Zeilgalerie in Frankfurt von Prof. Rüdiger Kramm – Beitrag zu der Online-Tagung „Das Ende der Moderne?“ von moderneREGIONAL

Das Ende der Moderne, herausgegeben von Dr. Karin Berkemann, mit einem Foto der Zeilgalerie von Dieter Leistner
Das Ende der Moderne, herausgegeben von Dr. Karin Berkemann, mit einem Foto der Zeilgalerie von Dieter Leistner
 

 














 

 

 

 

 

 

„Julia Zinnbauer beschreibt das Bauwerk in ihrem Beitrag so anziehend, dass man auch den Schmerz um den plötzlichen Verlust mit der Autorin unbedingt teilen kann.“

Katharina Cichosch, monopol Februar 2022


Auch wenn seit einigen Jahren das allgemeines Bewusstsein für die Architektur der Nachkriegszeit zunimmt, geraten sehr viel neuere Gebäude, wie z.B. das Stadthaus in Mannheim aus dem Jahr 1991, bereits jetzt schon in Gefahr, abgerissen zu werden.

Dank der Iniziative der Betreiber des Online-Magazins moderneREGIONAL konnte das Stadthaus vor kurzem gerade noch gerettet werden, die 1992 eröffnete Zeilgalerie in Frankfurt wurde 2016 jedoch bereits abgerissen.

Die von Prof. Rüdiger Kramm entworfene Einkaufgalerie, die in nicht weniger als einer spektakulären, begehbaren kinetischen Plastik aus Glas, Licht und Stahl bestand, hat mich von Anfang an fasziniert und meine Begisterung für moderne Architektur maßgeblich geprägt.

Aus diesem Grund war es mir wichtig, für die Online-Tagung des Magazins moderneREGIONAL mit dem Titel „Das Ende der Moderne?“, das einen umfassenden Überblick über die Architektur der 90er Jahre in Deutschland bot, einen Beitrag über die Zeilgalerie zu verfassen.

Das Symposium fand am 23. Juli 2021 statt, im November des Jahres kamm dann im Urbanophil Verlag eine opulente Tagungspublikation mit dem gleichen Titel heraus.

Ich freue mich sehr, das auf dem Titelblatt des Buches eine Fotografie von Dieter Leistner zu sehen ist, der Anfanfg der 90er Jahre den gesamten Bau und schließlich auch das fertige Gebäude der Zeilgalerie dokumentiert hat.

In meinem Text beschreibe ich das umfassende künstlerische Konzept hinter der Zeilgalerie, aber auch, wie ich im Jahr 2016 kurz vor dem Abriss noch einmal kurz in das Gebäude gelangt bin und ein letztes Foto von der mittlerweile stark veränderten Zeilgalerie gemacht habe.

Weitere Informationen gibt es in der Baunetzwoche #583 und die Deutsche Bauzeitung.


Die Zeilgalerie in Frankfurt von Kramm und Strigl Architekten, Foto: Julia Zinnbauer; Das Ende der Moderne?, moderneREGIONAL
Zustand 2016 - Das Foto habe ich bei meinem letzten Besuch in der Zeilgalerie aufgenommen.








Mittwoch, 24. November 2021

Multi-mullti-multi-La-da-da – Ein Video von Lada Wilson and Julia Zinnbauer, zu sehen in der 123rd Annual Exhibition of the Society of Scottish Artists in der Royal Scottish Academy in Edinburgh

 

Im Sommer 2020 war ich als Artist in Residence in der MERZ Gallery in Saquhar, Schottland, und habe mich dort mit der Architektur Peter Womersleys beschäftigt („TheArchitecture of Peter Womersley in the Scottish Borders“), aber auch mit den typischen britischen Telefonzellen, dem Modell K6 von Sir Giles Gilbert Scott (z.B. in meinem Video „Phonebox Postcards“). Die Begeisterung für rote Telefonzellen teile ich mit der Künstlerin Lada Wilson, die eine Galerie in einem Exemplar der K6 in Strathkinnes betreibt, in der Nähe von Dundee und St. Andrews.

Lada Wilson verbrachte ebenfalls einige Zeit als Artist in Residence in Sanquhar und zusammen haben wir verschiedene Viedos und Performances umgesetzt, in denen es um Telefonzellen geht. Auch das Exemplar aus dem 80er Jahren, das in Sanquhar steht und zum ältesten Postamt der Welt gehört, das noch in Betrieb ist, spielte dabei eine Rolle.

Der Kurzfilm "Multi-mullti-multi-La-da-da", der nach Ladas Idee im Crawick Multiverse entstand und den ich gedreht und geschnitten habe, hat einen Bezug zum Modell K6, und zwar in Form des Kostüms, das Lada sich für ihre Performance entworfen und genäht hat. Das Crawick Multiverse selbst ist eine von dem postmodernen englischen Architekte Charles Jencks gestaltete Kunstlandschaft, die verschiedenen Planetenkonstellationen gewidmet ist. 

Lada reichte unser Video für die 123rd Annual Exhibition of the Society of Scottish Artists in der Royal Scottish Academy ein und zu meiner großen Freude wurde es für die Ausstellung ausgewählt, zusammen mit dem Video „Out of my Box“ von Matt Hulse. Kuratiert von CUTLOG, einem Verein zur Förderung schottischer Videokunst, waren unsere Videos vom 30. Oktober bis zum 23. November als Teil der Installation „Essential Travel“ in der Royal Scottish Academy in Edinburgh zu sehen.

Die Videos, die Teil der Installation waren, können sich hier bei Vimeo angeschaut werden: https://vimeo.com/user105771242


Sonntag, 10. Oktober 2021

Part two of the Brick Exchange between Reading and Düsseldorf – Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller signs a brick in the Town Hall of Düsseldorf

Julia Zinnbauer, Mayor David Stevens, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Matt Hulse, Rathaus Düsseldorf 2021
From left to right: Julia Zinnbauer, Mayor David Stevens, Oberbürgermeister
Dr. Stephan Keller, Matt Hulse



After David Stevens, the Mayor of Reading/Berkshire, Düsseldorf's English twin city, had signed a first brick in early September, as part of the HEXAGON Project Matt Hulse and I are working on, we were very happy about the invitation to a reception at the townhall of Düsseldorf by Dr. Stephan Keller, the Mayor of Düsseldorf. As part of the 75th anniversary of the founding of North Rhine-Westphalia, on Ocotber 4th 2021 Mayor Stevens signed the golden book of the city of Düsseldorf. In this context and to the great pleasure of Matt Hulse and me, Dr. Stephan Keller signed a brick from Düsseldorf for us. Matt had transported the brick signed by Mayor Stevens all the way from Reading to the reception at the townhall of Düsseldorf, so the two mayors could be photographed together with the two bricks. Thereby, a new tradition of brick signing came into being and only one month later Rachel Eden, the current Mayor of Reading, signed a third brick.


Samstag, 25. September 2021

The final presentation of our Artist Residency at Jelly Reading - Mayor David Stevens signs a brick as part of the HEXAGON Project

Me, wearing the HEXAGON Cape, together with Matt Hulse and the Mayor and Mayoress David and Alison Stevens after our final presentation on the Düsseldorf Way in Reading (the photo was taken by my self-timer)


From August 4th to August 21st, together with the British artist and filmmaker Matt Hulse I was invited to stay in the space of the Jelly Reading as artists in residence. So our stay at the art association which is located in Broadstreet Mall, right next to the HEXAGON, lasted from my own until Matt's birthday. During our stay in the post-war modernist architectural buildings Matt and I did a lot of research and prepared our interdisciplinary film project about HEXAGON Reading.

On September 4th we returned to the Jelly to give a final presentation of what we had achieved during our residency. We showed our own photos together with archive material we had found in the library and the HEXAGON, the Cape I had made, that was related to the architecture of the multi-finctional venue and above all we presented our video “There is a Place” (Link) that we shot in the architecture around the HEXAGON. To our great delight, the Mayor of Reading, David Stevens, and his wife Alison took part in our final presentation, which ultimately led to the idea of ​​the international brick exchange, respectively the brick signing.