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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Königsbacher Brauerei Koblenz 1970


Ich war noch ganz klein, als ich mit meinen Eltern zum ersten mal auf der Terrasse der Brauerei Königsbacher in Koblenz saß und den Blick auf das Rheintal genoß. Es war Sommer, Ausflugsdampfer fuhren den Rhein entlang und über uns ragte das riesige Kesselhaus in den Himmel. Seither geistert die etwas unscharfe Erinnerung an ein düster bombastisches Gebäude in einer äußerst romantischer Lage durch mein Bewusstsein. Es ist wie mit James-Bond-Filmen. Man schaut sie hundertmal in seiner Kindheit und stellt erst später fest, warum man so fasziniert davon ist und warum einen immer wieder diese Euphorie befällt, die man als Kind noch garnicht definieren konnte. Es ist die unglaubliche Ausstattung, es sind die Details, die Bildkompositionen, die zusammen dieses spezielle Universum bilden, das man zunächst nur als Rausch wahrnimmt.

Mein diesjähriges Weihnachts-Highlight war die Fahrt durch das Rheintal, die mich nach Jahren wieder durch den koblenzer Stadtteil Stolzenfels führte. Ich fuhr auf das riesige Tankhaus zu, hinter dem sich der steile winterliche Berhang auftürmte und war fassungslos, wie klar es plötzlich war, warum mich beim Gedanken an das Gebäude immer ein angenehmes Gefühl der Wehmut beschlichen hatte. Der Kesselturm, der über der zum Rhein ausgerichteten Betonterrasse aufragt, besitzt nicht nur gigantische Dimensionen, er ist zudem mit einer spektakulären Blechfassade geschmückt. An der südlichen Seite des Gebäudes überdachen acht grüne Streben die Seitenterrasse, knicken ab und schaffen sich zum Boden hin verjüngend einen eleganten Übergang zwischen dem massigen Turmbau und der Fläche um das Gebäude.

Montag, 19. Dezember 2011

Pink Parachutes


Als kerniges junges Mädchen war es für mich früher eine Selbsverständlichkeit, die Farbe Pink kategorisch abzulehnen. Das änderte sich schlagartig, als ich eines Tages, vermutlich im legendären Jahr 2003, mit meinem Herrn Papá durch Südfrankreich fuhr und wir uns auf dem direkten Weg nach Carcasonne befanden. Immer wieder sahen wir Militärjeeps am Rande der idyllischen Landstraße stehen, über deren Motorhauben pinkfarbene Planen gespannt waren. Dazu posierten in Tarngrün gekleidete Herren neben ihren Automobilen. Diese poppige Farbkombination verwunderte uns sehr und erst später stellten wir fest, daß in Carcassonne ein Fallschirmjägerregiment stationiert ist. Wie aufregend! Also dienten die pinkfarbenen Planen den vom Himmel herabschwebenden Parachutisten offensichtlich als Markierungen. 


Bei mir markierte diese Beobachtung jedenfalls eine Bewusstseinswende bezüglich der Farbe Pink. Als wir nach unzähligen Wochen von unserer Südfrankreich-Runde wieder nach Hause kamen (wozu uns aber auch nur eine Überschwemmung bringen konnte), entwarf ich mir sofort ein Parachoutisten-Kleid. Die Basis des Kleides war mein Lieblings-Korsettschnitt und ich weiß noch, wie ich damals voller Bessessenheit Schnüre pinkfarben einfärbte. Um einen weicheren Übergang zwischen dem starren Korsett und der Haut zu schaffen, kam zusätzlich ein ebenfalls pinkfarben angestrichenes Hemdchen hinzu, das aus einer zerschnittenen Stumpfhose bestand.

Ergebnis dieser Euphorie ist neben dem Parachoutisten-Kleid auch die Schriftfarbe meines Blogs. Offensichtlich ist Pink doch nicht nur kleinen Mädchen mit Ponyzeitschriften vorbehalten, sondern auch Fallschirmspringern, Betonliebhabern und natürlich Pantherkatzen.

Fotos: M. Zimmermann

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Jahresausstellung im Verein der Düsseldorfer Künstler: Barbara Schmidt


Etwas verspätet berichte ich über die Eröffnung der Jahresausstellung 2011 des Vereins der Düsseldorfer Künstler, gegr. 1844 (VDK), die bereits vor einer Woche stattfand. Nicht nur der Verein, der im Jahr 1844 von Künstlern wie Wilhelm von Schadow und Adolf von Menzel gegründet wurde, ist eine Institution im düsseldorfer Kunstbetrieb, auch der Sitz des Vereins ist legendär. Nach dem Erfolg der großen düsseldorfer Kunstausstellung im nahegelegenen Kunstpalast im Jahr 1902 entstand 1908 auf der Sittarder Straße das Künstler-Atelierhaus, in dem der VDK eine vereinseigene Galerie betreibt, die Sitt-art Galerie. 

Mit Barbara Schmidt hat der VDK nun sein jüngstes Mitglied aufgenommen. Die Fotografin inszeniert mit perfekt gesetztem Licht und Fundstücken wie bizarren Pflanzenteilen und Insktenflügeln geheimnisvolle Landschaften, deren unzählige Details lebendig zu sein scheinen. Man glaubt sich in eine Unterwasserwelt versetzt, deren Pflanzen und Lebewesen sanft hin und her schweben. Barbara Schmidt behandelt die Frage nach der Realität und Illusion, vor allem aber schafft sie in ihren Fotografien Momente großer Schönheit. 
 


Studiert hat Barbara Schmidt bei Christopher Williams und Thomas Grünfeld, ihren Abschluß an der Kunstakademie Düsseldorf plant sie für den nächsten Rundgang im Februar 2012. Mehr von der Künstlerin gibt es hier zu sehen: Grauscala

Die Jahresausstellung des Vereins Düsseldorfer Künstler kann samstags und sonntags zwischen 15.00 und 18.00 Uhr besichtigt werden, für weitere Informationen bitte hier entlang: Link VDK

Die Panoramaaufnahme der aktuellen Ausstellung in der Sitt-art Galerie stammt von Thomas Grimberg.

Dienstag, 6. Dezember 2011

4 Wände Marie: Stefanie Pürschler und Eric Alexander stellen aus

Die Königsallee ist nicht die einzige Straße, die zu düsseldorfs Ruf als Modemetropole beiträgt. Als Pendant zur Glitzermeile wird seit Jahren die Ackerstraße angesehen, die mit ihren unzähligen Boutiquen und Galerien inhaltlich einen Gegenpol zur Kö darstellt. Hier findet man nicht die typischen Luxusfilialisten, sondern individualistisch geführte Läden, die für außergewöhnliches Design und Innovation stehen.

Alexandra Marie Walter, die ihr Projekt 4 Wände Marie vor einigen Wochen lanciert hat, wollte sich nicht zwischen Galerie und Boutique entscheiden und eröffnete gleich einen ganzen Concept Store. Bei 4 Wände Marie kann man Vintagegekleidung, Accessoires und Ameublement erstehen, der Laden bietet darüber hinaus aber auch eine Plattform für Ausstellungen und Lesungen. 

„Es war sehr gut“ lautet nicht nur der Titel der aktuellen Ausstellung von Stefanie Pürschler und Eric Alexander, die am Samstag in Frau Walters Kunstraum eröffnet wurde, „Es war sehr gut“ ist auch das Fazit des Abends. Mit dem Betreten des Ladens tauchte man in eine ganz andere Welt ein, deren Atmosphäre aus einer Mischung von cool und märchenhaft bestand, und bis spät in die Nacht hinein wurden unter den funkelnden Kronleuchtern Stefanie Pürschlers Mangaschwämme und Eric Alexanders Fotoserie gefeiert. Ursprünglich ebenfalls Fotografin, überschreitet Frau Pürschler immer wieder die Grenzen des Mediums und experimentiert mit den unterschiedlichsten Bildträgern, wie Beton, Teppich, Sand, oder wie hier: Spülschwämmen. Eric Alexander (Link) dagegen widmet seine Fotoserie ganz der Nacht, der Schönheit und dem verschwommenen Glanz.

4 Wände Marie befindet sich auf der Ackerstraße 80 im Stadtteil Flingern, für weitere Informationen bitte hier entlang: Link zu 4 Wände Marie.
Eric Alexander, Stefanie Pürschler

Samstag, 3. Dezember 2011

Georg Heinrichs: Konsistoriumsgebäude der Evangelischen Kirche - Der Abriss

 
Im August diesen Jahres habe ich in Berlin das Konsistoriumsgebäude der Evangelischen Kirche von Georg Heinrichs fotografiert und über den geplanten Abriß des phantastischen Bauwerks berichtet (bitte hier entlang).Von René Schaller (rene-schaller.blogspot.com) habe ich nun vor einigen Tagen erfahren, daß der Abriß mittlerweile weit vorangeschritten ist. René war so freundlich, einige Aufnahmen des Geländes zu machen. Vielen Dank, René! So traurig die Bilder stimmen, das Ende einer großes Vision, der Glaube der späten Sechzigerjahre an Fortschritt, Geschwindigkeit und moderne Materialein, muß dokumentiert werden.

Auf Renés erstem Foto erkennt man zudem sehr schön die Lage von Heinrichs’ Gebäude, und zwar befand es sich in direkter Nachbarschaft zur EGKS Versuchsstation Schleswiger Straße, einem Experimentellen Modulbau aus Stahlelementen der Forschungsgesellschaft für industrielle Bausysteme, 1978 offensichtlich im Geist der Case Study Houses gebaut. Somit wurde mit dem Abriß des Konsistoriumsgebäudes nicht nur ein künstlerisch anspruchsvoller, skulpturaler Bau zerstört, sondern auch ein sehr interessantes Ensemble auseinandergerissen.



Donnerstag, 1. Dezember 2011

Stuttgart, Paul Bonatz, 1913-27. Ausgemustert.

Heute gibt es hier keinen Adventskalender, heute gibt es die echte Realität. Die stuttgarter  Volksabstimmung ist gescheitert, Paul Bonatz' Bahnhof wird weiter abgerissen und was ich von der Sache halte, muß ich wohl nicht erläutern. 

Als ich noch ganz klein war, habe ich meinen Vater bei einem Schulausflug nach Stuttgart ins Mercedes-Museum begleitet. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie sehr mich damals die lichtdurchfluteten und gleichzeitig düster-bombastischen Hallen beeindruckt haben. Am besten ist es wohl, man fährt einfach nicht mehr nach Stuttgart, dann kann man sich seinen schönen Erinnerungen bewahren.
 

Donnerstag, 24. November 2011

Gastbeitrag bei René Schaller: Die Ute, die Chiara, die Gisela und ganz Düsseldorf auch: Alle lieben Philipp Plein

Daß mich René Schaller zu einem Gastbeitrag eingeladen hat, freut mich ganz besonders, da ich schon seit geraumer Zeit mit Begeisterung seinen Blog verfolge. René schreibt über Mode, Kunst, Architektur und Design, wobei es ihm immer gelingt, seine Leser mit außergewöhnlichen Themen zu überraschen. Wer z.B. mehr über den Dandy im Allgemeinen und im Speziellen erfahren möchte, über Modedesignerinnen wie Alix Grès und ihren Kollegen Lucien Lelong oder aktuell über den von Dichtern wie Oscar Wilde bewunderten Robert de Montequiou, der wende sich bitte umgehend hierhin: http://rene-schaller.blogspot.com

Für meinen Bericht habe ich mir den ewigen Konkurrenzkampf um das tollere Image zwischen Renés Heimatstadt Berlin und meiner Homebase Düsseldorf zum Anlaß genommen, und beschreibe, warum sich ein Unternehmen wie Philipp Plein ganz bewusst für die Rheinmetropole entschieden hat. Dazu geht es hier entlang:http://rene-schaller.blogspot.com/2011/11/die-ute-die-chiara-die-gisela-und-ganz.html

Carlo Mollino: Teatro Regio di Torino, 1967-73

Seit der Eroffnung der Carlo-Mollino-Ausstellung im münchener Haus der Kunst im September diesen Jahres, verirren sich immer wieder Mollino-Fans auf meinen Blog, da ich im letzten Winter über dessen Ski-Hütte in den italienischen Alpen berichtet habe (hier: Slittovia del Lago Nero). Mein Archiv birgt tatsächlich noch viel mehr Mollino-Bildmaterial, da ich vor einigen Jahren das große Glück hatte, an einer ganz alleine dem Architekten, Designer, Fotografen, Rennfachrer und Ski-As gewidmeten Reise nach Turin teilzunehmen.
Heute soll es nun also um das Teatro Regio di Torino aus den Jahren 1967-73 gehen, dessen ursprünliches Gebäude bereits 1936 abgebrannt war und der Neubau nach langen Überlegungen an Carlo Mollino herangetragen wurde.
Mit der geschwungenen Backsteinfassade des Theaters und deren Reliefs bezieht sich Mollino ganz eindeutig auf die turiner Barockarchitektur, wie z. B. auf den Palazzo Carignano (1679), aber wie immer steht bei Mollino auch der weibliche Körper Pate (Ihr wisst ja, „Form follows feminie“, wie Niemeyer sagt), wie sich auch im Grundriß des Theaters zeigt.
Der Innenraum des Gebäudes ist eine unglaublich phantasievolle Interpretation des 17. Jahrhunderts aus der Sicht der Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts: überall geschwungene Formen, riesige Trauben von Kugellampen, unzählige Spiegel, roter Teppichboden so weit das Auge reicht, aber auch Sichtbeton und weiße Tulpenstühle begegnen uns. 
 

Dienstag, 22. November 2011

Martin Schall: Architektur in Singapur

Colonnade Towers / Singapore

Martin Schall wurde vor allem durch seine Aufnahmen von Los Angeles bekannt, und zwar sowohl in Deutschland, als auch in Los Angeles selbst. Wenn dort jemand einen Bericht über ein Gebäude schreibt, greift er meistens auf Martin Schalls riesiges Archiv zurück, das nicht nur das Werk bekannter Architekten enthält, sondern auch einen Überblick über Zweckbauten wie Supermärkte und Verwaltungsgebäude aus allen Dekaden bietet. 

Mit der Kunsthistorikerin Barbara Lamprecht besuchte er im Sommer 2010 die Gebäude, die der Architekt Richard Neutra, der hauptsächlich in Kalifornien tätig war, in Deutschland gebaut hat. Dabei hatte ich das große Vergnügen, zusammen mit der Autorin und dem Fotografen Neutras Pescher-Haus in Wuppertal zu besuchen und mich mit den Besitzern zu unterhalten. Es war unglaublich, wie es Neutra gelungen war, sein gesamtes Gedankengut und die typische kalifornische Atmosphäre in das doch eher kühle Bergische Land zu transportieren. Barbara Lamprechts Buch über Neutra ist im Taschen-Verlag erschienen und meinen Beitrag über den Besuch im Pescher-Haus findet Ihr hier:Neutra/Pescher

Mittlerlerweile hat man das Gefühl, daß Martin Schall auch den Rest der Welt in seine riesige Sammlung aufgenommen hat, seien es nun die Schleusenanlagen des für seinen stuttgarter Bahnhof bekannten Paul Bonatz in Neckarzimmern (Bonatz/Neckar)
oder Qatars riesige Wolkenkratzer, Martin Schall ist immer auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen.

Vor kurzem schickte er mir nun seine neusten Errungenschaften, und zwar Fotos riesiger futuristischer Apartmenthäuser aus dem Singapur der Siebzigerjahre. Zu Martin Schalls gesamten Singapur-Fotos geht hier entlang: http://you-are-here.com/singapore/live.html.
Ich kann mir vorstellen, daß Siebzigerjahres-Sichtbeton in Singapurs schwüler Tropenatmosphäre erst recht beindruckend wirkt.

Mittwoch, 16. November 2011

Philipp Plein: Grand Store Opening auf der Königsallee - Über das Verhältnis zweier deutscher Modemetropolen


Bevor ich einen detailierten Text über Philipp Pleins Grand Opening auf der düsseldorfer Königsallee schreibe, gibt es hier erst einmal ein paar visuelle Eindrücke des Dienstagabends. Obwohl die offizielle Eröffnung des neuen Sevens erst am 17.November stattfindet, hatte ich bereits am Abend des 15. die Möglichkeit, zusammen mit einigen Prominenten wie Verona Pooth, dem Ehepaar Boris und Lilly Becker, den Ohovens und nicht zuletzt Baptiste, das vollkommen umgestaltete Gebäude und natürlich Pleins neue Niederlassung zu besichtigen.

(Meinen weitaus charmanteren und lustigeren Bericht gibt es hier: Die Ute, die Chiara...Gastbeitrag bei René Schaller)
Verona Pooth
Gisela Muth

Samstag, 12. November 2011

Mbrilliant: Matthias Maus präsentiert Hüftcolliers in Berlin

Bei der Verleihung des New Faces Awards im Juli diesen Jahres hatte ich das große Vergnügen, den Designer Matthias Maus kennen zu lernen, der mit seinem spektakulären Outfit und seiner Muse Jasmin in Tüll und Silber deutlich auf dem roten Teppich auffiel. Der rote Teppich ist auch das Gebiet, auf dem sich Herr Maus auskennt, entwirft er doch seit Jahren prunkvoll bestickte, plissierte und funkende Abendkleider für Damen wie Paris Hilton, Frauke Ludowig, Marika Kilius und Germany’s Next Topmodel und beliefert die Firma Wunderkind mit aufwändigen Stickereien.

Über die Einladung zu Matthias Maus’ Modeinstallation, die gestern Abend in Berlin Mitte stattfand, habe ich mich ungemein gefreut, schaffte es aber leider nicht, selbst in die Metropole zu Reisen. Die beiden Hauptstadt-Korrespondentinnen Yasemin und Susanne gingen jedoch begeistert der Einladung nach und schon heute früh lagen Yasemins Fotos des glamourösen Abends in meinem Postfach. Danke, Yasemin!


Spektakulärer Mittelpunkt von Maus’ Installation, bei der die Models auf einem rotsamtenen Podest posierten, waren eindeutig die goldenen und silbernen Hüftcolliers, opulenter Schmuck für den glamourbewussten Herrn. Dabei hatte sich Maus von den Bühnenoutfits des Ballettänzers Wacław Niżyński inspirieren lassen und erreichte eine elegante Verbindung von Jahrhundertwende-Atmosphäre und zeitgenössischer Clubwear.
Ich hoffe, daß ich die nächste Präsentation von Matthias Maus zusammen mit den beiden Damen vom Hauptstadtbüro genießen kann und wünsche dem Designer weiterhin viel Glanz und Erfolg!
Und hier noch der Link zu Matthias Maus’ Label Mbrilliant: http://mbrilliant.com
 


Freitag, 11. November 2011

Drei Jahre myscissorella.blogspot.com

Drei Jahre ist es nun schon her, daß ich mir meinen Scissorella-Blog eingerichtet und den ersten Bericht verfasst habe. Und zwar habe ich gleich mit dem Ende begonnen, mit der Eröffnung von Gregor Schneiders Installation "END" am Museum Abteiberg in seiner Heimatstadt Mönchengladbach. Seither dokumentiere ich hier meine ewige Suche nach dem Spektakulären und Schönen, meine Architektur-Expeditionen, meine eigenen Projekte und meine Modebegeisterung. Immer mit von der Partie waren stets meine selbst entworfenen Kleider und meine kleine Sony DSC-W17. Letztere ist seit einigen Wochen verhindert, was die Damenoberbekleidung betrifft geht es natürlich bunt und intergalaktisch weiter.
Der Name Scissorella existiert schon weitaus länger als mein Blog, und zwar steht er, zusammengesetzt aus Scissors und Cinderella, für mein alter ego, die ewig jetsettende Militärschneiderin, Geheimagentin und Weltraumreisende, die auf den Dachterrassen der Welt unterwegs ist, während ich zu Hause sitze, ihre Garderobe bügele, den Papierkram erledige, den Blog verwalte und ihre Superheldinnenoutfits nähe. Scissors und Cinderella, das Technische und das Phantastische, das sind die Grundlagen meiner Entwürfe, und so bin ich einerseits dem Minimalistisch-Funktionalen, andererseits dem Opulent-Üppigen immer auf der Spur, und so wird es hier hier auch definitiv weitergehen.
Der Anfang vor drei Jahren: http://myscissorella.blogspot.com/2008/11/e-n-d.html

Montag, 31. Oktober 2011

Warm and capable of earnest grasping: John Keats zum 206. Geburtstag

Morgen wird aller Heiligen gedacht, die Anhänger des Ästhetizismus gedenken jedoch heute schon ihrem Märthyrer, dem jungen Dichter, der von philiströsen alten Männern in den allzufrühen Tod getrieben wurde: John Keats. In seinem Gedicht "The Grave of Keats" schreibt Oscar Wilde: "The youngest of the martyrs here is lain, fair as Sebastian and as early slain". Heute soll es allerdings nicht um Keats' Todestag gehen, stattdessen prosten wir uns mit einem "draught of vintage" zu und gratulieren dem großen Verfechter der Schönheit zu seinem 206. Geburtstag.

(Die Abbildung zeigt leider kein Original-Manuskript, das ich aus meiner Sammlung gezaubert habe, ich habe lediglich Keats' Worte mit meiner eigenen "lebendigen Hand" abgeschrieben.)

ART.FAIR 2011

Meine Eindrücke von der ART.FAIR, die am Freitag in Köln eröffnet wurde, in einem kurzen Satz zusammenzufassen, ist definitiv unmöglich. Am treffendsten erscheint mir der Untertitel des Messenamens ART.FAIR: „Messe für moderne und aktuelle Kunst“. Darunter fächert sich das unendlich breite Spektrum zeitgenössischer Kunst auf, das keinerlei Begrenzung des Materials, Inhalts oder Ausdrucks kennt und vom ganz Banalen bis zum höchst Durchgeistigtem reicht.Sinnbildlich für die Unendlichkeit der Möglichkeiten steht das opulente Programm, das sich dem Besucher in den drei Messehallen des kölner Staatenhauses bietet, dem architektonisch interessanten Austragungsort der ART.FAIR. Bei der gebotenen Fülle verschiedenster Kunstrichtungen verliert man zwischen farbenfrohen Eventinstallationen, reiner Dekofolklore und strenger Ernsthaftigkeit schnell den Überblick, und war ich sehr froh über die Möglichkeit, mir am Freitag nach dem Medienfrühstück noch vor der offiziellen Eröffnung die unzähligen Exponate anschauen zu dürfen. Zudem brachte das Sonnenlicht des spätsommerlichen Vormittags Kunst und Architektur erst recht zur Geltung. 
 
Bei meinem ersten Gang über die Messe stach mir direkt eine Figur ins Auge, von der ich sofort wusste, von wem sie stammte, und zwar Agata Agatowskas monumentale blau-metallisch schillernde Skulptur auf der Fläche der Galerie von Fraunberg. Agata Agatowska studiert an der Kunstakademie Düsseldorf und plant ihren Abschluß für den nächsten Rundgang im Februar 2012.

Bereits im letzten Jahr war mir aufgefallen, wie sehr auch der Bereich der Mode auf der Kunstmesse vertreten war und dieser Eindruck verstärkte sich nun um so mehr. Nicht nur die Modenschau von Angélique Lang trug dazu bei, besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, daß die beiden Gründer des kölner Mode- und Filmunternehmens Senso Unico den Schritt auf die Messe getan und einen eigenen Stand mit ihrer Wondrous-Kollektion aufgemacht haben. Wie auch in den verschiedenen Niederlassungen von Senso Unico hängen dort die Einzelstücke an kernigen Fleischerhaken, wild und phantasievoll zusammengestzt aus Elementen alter Uniformen und Anzügen. (http://www.sensounico-fashion.com/wordpress/)
Hier ein paar erste Impressionen:

Agata Agatowska, vertreten durch die Galerie von Fraunberg (siehe auch hier: Rundgang Kunstakademie Düsseldorf 2009)
Levedi von Senso Unico

Mika von Senso Unico, mit Nadel und Faden am Werk

Ein aufregendes Gebäude, das direkt an der Deutzer Brücke liegt, habe ich auch noch gefunden, und zwar steht der Traum aus Aluminium und Schiefer komplett leer und beinhaltet einen riesigen Tanz-und Veranstaltungssaal mit Blick auf Rhein und Dom.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Ein Abend mit der Freifrau von Kö: NRZ-Treff 2011 in der Rheinterrasse Düsseldorf

Als am vorletzten Donnerstagnachmittag die goldene Lampe an meinem Fernsprechgerät aufleuchtete, wusste ich, jetzt wird’s glamourös. Tatsächlich war die Freifrau von Kö persönlich am Apparat und lud mich ein, sie zum NRZ-Treff zu begleiten, der noch am gleichen Abend in der düsseldorfer Rheinterrasse stattfinden sollte. Dort veranstaltet die Nördliche Rhein/Ruhr Zeitung alljährlich einen Empfang für das Who-is-who aus Kultur, Politik und Wirtschaft; die junge Milionärsgattin und ich fühlten uns als Zielgruppe natürlich durchaus angesprochen.

Die Frage des entsprechenden Outfits ist bei einem derartigen Damenabend natürlich ein wichtiges Thema, und so entschied sich die ihrer Wirkung auf die anwesenden Herren durchaus bewusste Freifrau für ein Smaragdgrün in Anspielung auf die Farbe der gastgebenden Zeitung, ihre Begleitung wählte ein dem Spätsommerabend angemessenes luftiges Kleidchen, das ich einst als Hommage an den Künstler Thorn-Prikker entworfen habe und das sich in das 20erjahres-Ambiente des Muschelsaals in Wilhelm Kreis’ Rheiterrasse recht gut einfügte.


Für den zaubehaften Abend in so charmanter Gesellschaft möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken, sowohl bei Frau von Kö (Link zum Glamour-Stadtbummel), als auch beim Gastgeber, der NRZ. (Zu weiteren Abbildungen bitte hier entlang: http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/nrz-treff-2011-img32-id5186940.html)