MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Über Scissorella / Julia Zinnbauer



Julia Zinnbauer in Weltraumuniform und Brutalismus
Foto: Julia Zinnbauer / Jürgen Grölle, 2016



Artist Statement 

All my projects and ideas originate in my enthusiasm for art, architecture and language. I aim at preserving and transporting the beauty and the atmosphere of extraordinary buildings by telling their stories and those of their builders and their inhabitants. This also includes my ongoing architectural research.

I am fascinated by seeing how art, technology and functionality meet in the design of a building and how it is embedded in the social fabric of a city, even with regards to the single inhabitant and his or her individual relation to the house they live or work in. In my research it is therefore important for me to deal with the theoretical and art-historical backgrounds, but also to visit the architects and inhabitants of the buildings and to record interviews with them. These interviews are essential for my films as well as for my texts.

In the context of my overall concept I implement my ideas in the form of texts, videos, photos and costumes and I always take an interdisciplinary approach. In this way the individual elements of my work intertwine and merge into a whole. In my video works, in which I document and also stage my research, it is important for me to carry out all conceptual and technical tasks myself, which gives my projects great immediacy and independence.

German version below

 
 
Das Kleid für die Autogerechte Stadt, Installationsansicht  bei der Ausstellung NEUE HEIMAT in der galerie weisser elefant, Berlin im Mai 2016 (Link)





 
 
Über mich 
 
Ausgangspunkt all meiner Ideen und Projekte ist meine Begeisterung für Architektur, Mode und Sprache. Insgesamt ist es mir ein Anliegen, die Schönheit und Atmosphäre außergewöhnlicher Gebäude zu konservieren und zu transportieren, indem ich ihre Geschichten erzähle sowie die ihrer Erbauer und Bewohner. Dazu gehört auch meine seit Jahren andauernde Architekturrecherche.

Im Rahmen meines Gesamtkonzepts setze ich meine Ideen in Kostümen, Texten, Videos, Fotografien und Performances um und verfolge dabei immer einen Interdisziplinären Ansatz. Auf diese Weise greifen die einzelnen Elemente meiner Arbeiten ineinander und verbinden sich zu einem Ganzen.

Die Auseinandersetzung mit der Architektur ist für mich eine Form der Weltaneignung, da sich in den Gebäuden selbst verschiedene Kunstformen miteinander verbinden und ich mich der Architektur in ihrer Gesamtheit wiederum durch verschiedene Methoden und Medien nähere. Ich bin fasziniert davon, wie sich im Entwurf eines Gebäudes Fragen der Kunst, Technik und der Funktionalität treffen und das Bauwerk eingebettet ist in das soziale Gefüge einer Stadt, bis hin zum einzelnen Bewohner und seinem individuellen Verhältnis zu dem Haus in dem er lebt bzw. arbeitet.

Bei meinen fortwährenden Architekturrecherchen ist mir wichtig, mich mit den theoretischen und kunsthistorischen Hintergründen auseinanderzusetzen, aber auch die Architekten und Bewohner der Gebäude selbst vor Ort zu besuchen und Interviews mit ihnen zu führen. Ich bin fasziniert davon, auf diese Weise Einblicke in die Ideen und Leben ganz unterschiedlicher Charaktäre zu erhalten und in ihre ganz individuelle Sicht auf das Schöne. Dabei eint all meine Interviewpartner und -partnerinnen eine Begeisterung für die Gestaltung von Räumen. Die Interviews, die ich führe, fließen sowohl in meine Filme als auch meine Texte ein. Einerseits geht es mir um die Gebäude und ihre Geschichte selbst, andererseits aber auch um die Straßen, die dort hinführen, um die Verkehrsmittel, die ich bei meinen Recherchen nutze, die Leute, die ich unterwegs und in den Gebäuden treffe, ihre Sprache, ihre besonderen lokalen Redewendungen etc. Häuser betrachte ich immer in ihrem städtebaulichen, sozialen, lebendigen Kontext.

Um die verschiedenen Kunstformen, derer ich mich bediene, miteinander zu verbinden sowie meine Recherchen zu dokumentieren und auch zu inszenieren, sehe ich in der Videokunst das ideale Medium. Bei meinen Videos und Filmen ist es mir wichtig, selbst mitzuspielen und alle konzeptionellen und möglichst auch alle technischen Aufgaben zu auszuführen. Diese Herangehensweise, bei der ich verschiedene Rollen sowohl vor als auch hinter der Kamera selbst übernehme, erlaubt mir eine große Unabhängigkeit und verleiht meinen Projekten eine direkte Unmittelbarkeit. Ich mache mich alleine und mit relativ einfachem Equipment auf den Weg und trete als Einzelperson dem Gesamten gegenüber.

Die Kostüme, die ich für meine Videoarbeiten und Performances entwerfe und anfertige, beziehen sich meist auf die darin gezeigte Architektur. Neben den Recherchen und Expeditionen, die ich in meinen Videos und Fotografien dokumentiere, geht es mir immer auch darum, mich durch meine Kostüme und die Architektur, die ich thematisiere, selbst zu inszenieren. Auf meiner Suche nach dem ultimativen Sehnsuchtsort erfinde ich mich immer wieder neu, als Astronautin, Geheimagentin oder Actionheldin, bleibe meiner Rolle als Kunsthistorikerin dabei jedoch immer treu. Durch meine jahrelange Selbstinszenierung bin ich als Figur untrennbar mit meinen Projekten verbunden und erscheine als wiederkehrendes Element in all meinen Arbeiten – in Fotos, Videos und Performances. Anhand der Geschichte der Häuser, die ich besuche, erzähle ich letztendlich auch meine eigene Geschichte. Meine Interviewpartner haben häufig selbst eine Tendenz dazu, mithilfe von Architektur und Mode ihr Leben als Gesamtkunstwerk zu inszenieren bzw. ein gesamtes Paralleluniversum zu schaffen, in dessen Zentrum sie selbst als Kunstfigur stehen. In diese Inszenierungen klinke ich mich mit der Inszenierung meiner eigenen Figur und Geschichte mit ein.

In meinen jüngeren Projekten setze ich meine Videoprojektionen zunehmend in Bezug zu den Räumen, in denen ich meine Arbeiten präsentiere und schaffe eine narrative Szenographie durch die Verbindung von Videos, Artefakten und Rauminstallationen.

In der Zeit, in der ich in der Bildhauerklasse von Professor Thomas Grünfeld an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, habe ich meinen Blog www.scissorella.de gegründet, auf dem ich seitdem über Mode, Kunst und Architektur berichte. Neben den Texten, die ich für meinen Blog und für meine Videoarbeiten schreibe, verfasse ich Beiträge für Design- und Kunstmagazine und für den Kulturteil der Westdeutschen Zeitung Düsseldorf. Die Geschichten, die ich erlebe und schreibe und die auf meinen Recherchen basieren, nähren sich mehr und mehr an sich selbst, verdichten und perpetuieren sich kontinuierlich.In meiner ganz persönlichen Heran- gehensweise will ich in meinen Texten und Videos auch das Opulente, Flirrende, Anekdotische transportieren, das jenseits reiner Kunstgeschichte liegt, das Große und Ganze jedoch nicht weniger zusammenhält.
Zu meinen Texten über Architektur, insbesondere die der Nachkriegsmoderne, geht es hier entlang: Architekturberichte
 
Über das künstlerische Konzept, das das hinter meinem Blog und meinen Arbeiten steht, hat der Kunsthistoriker Dr. Thomas Hirsch 2016 einen umfassenden Text geschrieben:
Julia Zinnbauer - Textur der Großstadt

Soweit es nicht anders angegeben ist, stammen die Fotos und Texte auf www.scissorella.de von mir. 
Auf meiner Instagram-Seite erfährt man zudem alles über meine aktuellen Recherchen und Projekte.