MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

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Sonntag, 10. November 2024

Kunstpunkte Düsseldorf at es365 in late September 2024

 

In the end of September I took part in the Kunstpunkte Düsseldorf  for the first time and I was more than happy to show my work in this incredibly beautiful space in the former FIAT store on Erkrather Straße in Düsseldorf. Many, mamy thanks to es365! My videos and photos seamlessly merged into the elegantly functional architecture of the building - with all its mirroring windows and the reflections of the cars and trams moving up and down the street. Selling Italian cars in Germany has a lot to do with the typical German yearning for the most beautiful country in the world, so part of my installation was a Pirelli calender, showing Monica Bellucci in July 1997. Also Philippe Starck's legendary lemon squeezer was part of the show and yes, it was used a lot during that weekend. Many thanks to everyone who came by!

Montag, 20. September 2021

Reading in Berkshire – Düsseldorfs englische Partnerstadt und ihr modernes Stadtzentrum von Robert Matthew Johnson-Marshall


Das Radschläger-Monument, das der Städtepartnerschaft zwischen Reading und Düsseldorf gewidmet ist, mit dem Magistrates Court von Rober Matthew Johnson-Marshall im Hintergrund
 

Die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Reading und Düsseldorf

Die Stadt Reading, die zwischen London und Oxford an der Themse liegt, ist vor allem für „beer, bricks, bulbs (in diesem Fall Blumenzwiebeln) und biscuits“ bekannt. Neben einer alten Abtei, die von Heinrich VIII. zerstört wurde, befindet sich dort zudem das Gefängnis, in dem Oscar Wilde die Jahre 1895 bis 1897 verbringen musste. Reading ist die Hauptstadt der Grafschaft Berkshire und liegt ca. 45 km westlich von London.

Die Freundschaft zwischen Reading und Düsseldorf begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als Düsseldorf von Groß Britannien besetzt war. Die Briten waren es auch, die Nordrhein-Westfalen gründeten und das 75. Jubiläum der Gründung des Bundeslandes wurde im Jar 2021 ausgiebig in Düsseldorf gefeiert. Unser Projekt schließt sowohl zeitlich als auch inhaltlich an das Jubiläum an.

Durch das Royal Berkshire Regiment, das nach dem Krieg in Düsseldorf stationiert war, erfuhr Phoebe Cusden, die damalige Bürgermeisterin Readings, von den notleidenden Bewohnern des zerbombten Düsseldorfs und lud zunächst einmal einige Kinder nach Reading ein.

Aus dieser ersten Einladung entwickelte sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden Städten, die bis heute andauert und sich über ganz unterschiedliche Bereiche erstreckt, vom Schüler- und Studentenaustausch über Kunst, Literatur, Kirche und Sport hinweg. Die Reading Düsseldorf Association unterstützt seit Jahrzehnten zusammen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf Projekte im Rahmen der Städtepartnerschaft. 

 

Der Düsseldorf Way entlng der Broadstreet Mall auf das HEXAGON zuführend, im Vordergrund der der Städtepartnerschaft mit dem irischen Clonmel gewidmete Weg; Reading im Sommer 2021








 

Montag, 19. April 2021

PINHOLE COMPUTERS: Aber Hallo - A video for Europe in the City by Matt Hulse and Julia Zinnbauer



Matt Hulse, Julia Zinnbauer: Europe in the City, Düsseldorf

 

PINHOLE COMPUTERS is the name of an art and music performance duo whose members are Julia Zinnbauer (Düsseldorf, Germany) and Matt Hulse (London, UK).  

For the festival Europe in the City, that takes place in Düsseldorf from 1st to 9th May, they created a short, loopable digital film that signals a message of hope and positive communication between the artists' respective countries, and more broadly throughout the European Union, and indeed potentially the world. Thereby they also celebrate the 75th anniversary of the foundation of North Rhine-Westphalia. 

 

Freitag, 22. Mai 2020

phone box postcards - The short film I made during the lockdown can be seen at the Sanquhar Arts Festival

Phone Box Postcards - A Video by Julia Zinnbauer

„Julia Zinnbauer is our artist in residence at MERZ for the Summer. A string of coincidences from her childhood to the present day have engaged Julia’s passion for Scotland. When she was young her family acquired a Gilbert Scott telephone box that was cast in Scotland and had it installed in their back garden in Germany. Julia Zinnbauer‘s work engages architecture and calligraphy with fashion and story telling (here based around her childhood diaries). In anticipation of her Summer Residency Julia has woven an eloquent plea for retaining Sanquhar’s Post Office, poetically illustrating the necessity of communication from a position of isolation."
David Rushton, MERZ Gallery
Sanquhar, about my short film "phone box postcards"

The Sanquhar Arts Festival
This weekend, from the Sanquhar Arts Festival is taking place. Originally it was planned to inaugurate the Sanquhar Cultural Quarter, in the presence of Scotland's First Minister Nicola Sturgeon, which unfortunately due to the current situation is not possible. But the Festival itself takes place - on the internet - and I’m happy to be part of. David Rushton compiled sixteen contributions from artists and performers from the Festival and beyond. Their photographs and films appear at regular intervals over the 22nd - 25th May weekend here: https://www.facebook.com/pg/sanquharartsfestival/

 


phone box postcards
Text, voice, calligraphy, postcards and editing by Julia Zinnbauer
Düsseldorf April/March 2020 

The short will feature in Sanquhar Arts Festival ‘running on FACEBOOK’ between May 22nd and 25th and will be presented on screen at MERZ as soon as audience conditions permit. It can also be seen here: MERZ Gallery/Julia Zinnbauer.

Montag, 30. März 2020

ASTEROIDA. Mein Kurzfilm und die Geschichte der Hortenkachel


ASTEROIDA - A Video by Julia Zinnbauer
ASTEROIDA. Kurzfilm, Julia Zinnbauer 2014/19, Filmstill


Die Hortenkachel
Durch ihren hohen Wiedererkennungswert und ihre universelle Einsatzmöglichkeit trug die Hortenkachel in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in hohem Maße zu der Verbreitung der der Kaufhauskette Horten in ganz Westdeutschland bei. Ein modulares Fassadenelement zu entwerfen, das aus dem Firmenlogo selbst besteht, war ein so genialer Zug, dass bis heute, trotz der wechselvollen Geschichte der Firma Horten inclusive Verkauf, Umbenennung, Schließung und Umbau der (ehemaligen) Filialen, die Hortenkachel selbst nach wie vor im allgemeinen Bewusstsein existiert. Jede Hortenkachel trägt ein H in sich, zwei Kacheln nebeneinander ergeben die Inizialen H. H. für Helmut Horten, zusammengesetzt zu einer großflächigen Vorhangfassade flüstern sie den Namen des Firmengründers in einem unendlichen, minimalistischen Rhythmus in die Stadt.

Dabei stellen sich allerdings zwei Fragen: einerseits nach dem Material, aus dem die Fassadenelemente bestehen, andererseits aber auch danach, wer die Hortenkachel denn nun eigentlich entworfen hat. So, wie die einzelnen Kaufhausgebäude selbst nie identisch aussahen, sondern immer an die jeweilige städtebauliche Situation und angepasst und sogar von verschiedenen Architekturbüros entworfen wurden, so wurde auch die Hortenkachel selbst ständig weiterentwickelt und besteht in ganz unterschiedlichen Varianten.

Der Begriff „Eiermannkachel“, mit dem das Fassadenelement ebenfalls häufig bezeichnet wird, muss in diesem Zusammenhang hinterfragt werden. In der Entstehungsgeschichte des Modulelements spielt der Architekt Egon Eiermann zwar eine Rolle und auch der Begriff „Kachel“ ist für ein Keramikelement bestimmt sinnvoll. Aber bestehen Eiermannkacheln nicht eigentlich aus Aluminium? 


Hortenkacheln in Düsseldorf, Julia Zinnbauer

Hortenkacheln in Düsseldorf, Julia Zinnbauer
ASTEROIDA. Kurzfilm, Julia Zinnbauer 2014/19, Filmstill












  


Im Sommer 2019, als ich den Düsseldorfer Architekten Friedel Kellermann in meine Ausstellung FLYOVER (Link) ins Stadtmuseum Düsseldorf einlud, erhielt ich endlich Antwort auf meine Fragen. Teil der Ausstellung waren meine zwei eigenen Hortenkacheln sowie mein Kurzfilm ASTEROIDA, den ich in der ehemaligen Hortenfiliale auf der Berliner Allee in Düsseldorf gedreht hatte, kurz vor dem Umbau des Gebäudes im Jahr 2014. Somit war ich begeistert und aufgeregt, als Friedel Kellermann, der zusammen mit Helmut Rhode und Hans Günter Wawrowski das Architekturbüro RKW gegründet hatte, meiner Einladung ins Stadtmuseum folgte. 1959 hatte Helmut Rode den Wettbewerb um den Entwurf der Horten Hauptverwaltung in Düsseldorf am Seestern gewonnen und war schließlich zusammen mit Kellermann und Wawrowsky an der gesamte Entwicklung des Horten-Designs beteiligt.

Die Horten-Filiale in Krefeld
Bewusst wurde mir die Schönheit der Hortenfassade zum ersten mal, als ich an einem kalten, windigen, extrem sonnigen Tag vor etwa zehn Jahren mit dem Fahrrad an der ehemaligen Hortenfiliale in Krefeld vorbei fuhr. Alle Schriftelemente waren von der Fassadeentfernt worden, und so sah ich das durchbrochene Muster in seiner ursprünglichen Schönheit und Klarheit im hellen Sonnenlicht. Zuletzt war das Gebäude als Kaufhof genutz worden, wie so viele ehemalige Horten-Filialen. Mittlerweile stand es leer.

Hortenkacheln in Krefeld, Julia Zinnbauer
Krefeld 2013
Im Jahr 2013 dann der Schock. Ich kam zufällig wieder an dem Gebäude vorbei, das zu meinem Schrecken eingerüsteten war. Hinter den großflächig aufgespannten Planen hatte man die elegante Fassade schon in weiten Teilen brachial zerstört, und zwar indem man sie einfach von innen nach außen abgeklopft hatte. Auf dem Boden unter dem Baugerüst lag ein Meer aus zerbrochenen, hellblauen Hortenkacheln.

Ich begann zu recherchieren und fand heraus, dass die Kacheln von der Firma Keramag hergestellt worden waren. Ich nahm mit Keramag Kontakt auf, wies sie auf die Zerstörung hin und zu meiner großen Freude konnte eine eingagierte Mitarbeiterin einige der Kacheln für das Firmenarchiv retten, eine davon bekam ich feierlich überreicht. (Zu meinem Blogartikel aus dieser Zeit geht es hier entlang: Link)









Der Horten / Kaufhof auf der Berliner Allee in Düsseldorf
Es vergingen einige Jahre, dann hieß es plötzlich, dass nun auch der Kaufhof an der Berliner Allee in Düsseldorf seine Original-Horten-Fassade verlieren sollte. Mir gelang es damals, auf mein Nachfragen hin, das bereits leer geräumte Kaufhaus umfassend zu fotografieren und schließlich auch ein Video dort zu drehen. In diesem Zusammenhang bekam ich von der Kaufhof-Leitung meine zweite und dritte Hortenkachel geschenkt, und da erst wurden mir die subtilen Unterschiede bewusst. Die eine „Kachel“ war aus Aluminiumblech und große Flächen der Fassade bestanden aus dieser Variante. Die andere aber bestand aus Keramik, allerdings in einem ganz anderen Farbton als das hellblau-graue Exemplar aus Krefeld. Die Düsseldorfer Variante ist von einem ganz hellen Grau und von der Straße aus sah man keinen Unterschied zwischen den Aluminum- und den Keramik-Elementen. In meiner FLYOVER-Ausstellung konnte man die zarten farblichen Unterschiede zwischen dem Exemplar aus Krefeld und dem aus Düsseldorf direkt nebeneinander sehen.

ASTEROIDA
Meine Ausstellung FLYOVER handelte von den architektonischen Zusammenhängen zwischen Düsseldorf und Los Angeles in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch von amerikanischen Einflüssen auf die Architektur der Stadt im Allgemeinen. In mehrerer Hinsicht bietet dafür Helmut Rhodes Entwurf der Horten Hauptverwaltung aus dem Jahr 1959 ein ideales Beispiel dafür, wie in Deutschland moderne architektonische Einflüsse umgesetzt wurden. Das Viertel Am Seestern wurde in Düsseldorf nach dem Zweiten Weltkrieg eigens als Bürostandort angelegt, so wie der neue Stadtteil Garath als Wohnviertel entstand. Der Titel meines Kurzfilms ASTEROIDA bezieht sich auf das Büroviertel am Seestern, von dem aus die Hortenkachel ihre deutschlandweite Verbreitung fand.




ASTEROIDA
Kurzfilm
Kamera, Schnitt, Kostüm, Idee, Performance: Julia Zinnbauer
Düsseldorf 2014/2019
6.35 Min.


Dienstag, 24. September 2019

FLYOVER im Stadtmuseum Düsseldorf - Dokumentation der Ausstellung


Eine Ausstellung von Julia Zinnbauer über die architektonischen Zusammenhänge zwischen Düsseldorf und Los Angeles in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Stadtmuseum Düsseldorf












Meine Ausstellung FLYOVER ist nun am 15. September mit Bazon Brocks Vortrag sehr spektakulär zu Ende gegangen und ich bin sehr bewegt darüber, wer alles bei mir im Stadtmuseum vorbei gekommen ist und mit mir über das Projekt gesprochen hat. Vielen Dank an alle, die mich in den letzten Wochen im Stadtmuseum Düsseldorf besucht haben, vielen Dank an das Museums-Team, an die Galerie GRÖLLE passprojects für ihre Unterstützung, an die Firma Julius Schulte Söhne in Düsseldorf Bilk für die phantastische Pappe, aus dem wird das goldene Kuppelfragment gebaut haben und natürlich and Bazon Brock und die Denkerei Berlin!

Bis ich meine umfangreiche Dokumentation der Ausstellung fertig gestellt habe, könnt Ihr Euch hier eine Präsentation anschauen, in der ich einige Fotos der Ausstellung sowie einige Texte zusammengestellt habe. 

Das Video von Bazon Brocks Vortrag mit dem Titel "Re - education durch Architektur. Wie die Amerikaner den Deutschen das Senkrechtstehen beibringen wollten - Stahlskelettbau und Charaktermasken" schneide ich in den nächsten Tagen und lade es hier hoch.




Walter Brune in seinem Arbeitszimmer, Videostill Julia Zinnbauer
Videostill FLYOVER: Walter Brune in seinem Arbeitszimmer  













Even though my exhibition FLYOVER has been over for a month now I have not yet told you the story about the golden fragment of a geodesic dome I made for the show. Walt Disney was very much interested in urbanism and in the end of his life he planned a whole artificial city in Florida. Instead EPCOT was built as a part of Disney World. EPCOT means Experimental Prototype Community of Tomorrow and features a giant geodesic dome. An imitation of this dome can be seen in Rust, Germany, in the @europapark, and also @phantasialand, close to Bonn, had its own, GOLDEN geodesic dome. It was torn down some years ago. For my exhibition I created a melancholic looking fragment of this golden dome that is supposed to remind of all these modern buildings that are representative for a strong belief in modernism and in the future and that have already been torn down. Inside of the dome near Bonn there was a flight simulator, so in my exhibition you could watch my film FLYOVER inside the golden fragment. In the first photo you can see me talking to Dion Neutra in the VDL Research House in L.A. Silverlake, the second photo shows the original dome in the @phantasialand. I took the photo in 2014. - Many thanks to @groelle_passprojects! Without you there would have been no golden geodesic dome in my show! ...... #FLYOVER #WaltDisney #architecture #urbanism #EPCOT #geodesicdome #BuckminsterFuller #Florida #Rust #Brühl #Düsseldorf #LisAngeles #Silverlake #VDLResearchHouse #DionNeutra #flightsimulator #exhibition #art #museum #film #video #history
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Samstag, 10. August 2019

FLYOVER im Stadtmuseum Düsseldorf - Die Eröffnung

Los Angeles und die Architektur der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf



Flyover, Stadmuseum Düsseldorf, Julia Zinnbauer








 
Am Samstag, dem 3. August 2019 wurde mein Ausstellung "FLYOVER - Los Angeles und die Architektur der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf" Im Stadtmuseum Düsseldorf eröffnet. Ich bedanke mich bei allen, die durch ihre Begeisterung, ihr Interesse und ihre Unterstzung dazu beigetragen haben, dass das ein absolut unvergesslicher, schöner, feierlicher Abend war.

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. September 2019 zu sehen. Am 8. September, dem Tag des Offenen Denkmals, werde ich um 15 Uhr eine Führung durch die Ausstellung machen und zur Finissage der Ausstellung am Sonntag, dem 15. September, 11.30 Uhr, spricht Bazon Brock im Rahmen der Denkerei mobil zum Thema: „Re - education durch Architektur. Wie die Amerikaner den Deutschen das Senkrechtstehen beibringen wollten - Stahlskelettbau und Charaktermasken“.



Stadtmuseum Düsseldorf
Berger Allee 2
40213 Düsseldorf
Tel.: 0211-89-96170
www.duesseldorf.de/stadtmuseum




Flyover, Stadmuseum Düsseldorf, Julia Zinnbauer



Montag, 5. August 2019

FLYOVER - Ein Interview über meine Ausstellung im Stadtmuseum in der Westdeutschen Zeitung Düsseldorf



„FLYOVER“ im Stadtmuseum Düsseldorf: Künstlerin Julia Zinnbauer zeigt in ihrer Ausstellung, wie sich hiesige Architekten nach dem Zweiten Weltkrieg von kalifornischen Baumeistern inspirieren ließen.



Bereits am 29. Juli erschien in der Westdeutschen Zeitung Düsseldorf ein Interview mit mir, in dem ich über meine Ausstellung berichte, die seit dem 3. August im Stadtmuseum Düsseldorf zu sehehen ist. Vielen herzlichen Dank an den Kulturredakteur Herrn Thomas Frank für die Möglichkeit, so umfassend auf seine Frangen eingehen zu können.



Frau Zinnbauer, als es nach dem Zweiten Weltkrieg darum ging, Düsseldorf wiederaufzubauen, flogen Architekten wie Paul Schneider-Esleben oder Walter Brune nach New York, Chicago oder Los Angeles, um sich dort anregen zu lassen. Was trieb sie in die Vereinigten Staaten?

Durch den Zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Entwicklung der Moderne in Deutschland, die bereits so weit fortgeschritten war, unterbrochen und das Land war jahrelang kulturell isoliert. Nach der Schließung des Bauhauses in Dessau (1932) und in Berlin (1933) wanderten Architekten wie Mies van der Rohe und Walter Gropius nach Amerika aus, setzten ihre Arbeit und ihre Lehrtätigkeit u.a. in Chicago und Havard/Cambridge fort und verfeinerten dort in den folgenden Jahren ihre Ideen. Diese Konzentration des architektonischen Fortschritts in den Vereinigten Staaten veranlasste nach dem Krieg zahlreiche junge deutsche Architekten, nach Amerika zu reisen, um etwas über modernes Bauen zu lernen. Auf diese Weise gelang es ihnen aber auch, einen ideellen Anschluss an das Bauhaus herzustellen. 

Walter Brune ist einer dieser Architekten, die immer wieder nach Amerika reisten und so die Bauhaus-Architekten dort kennen lernte. Über Jahre hinweg arbeitete er dann eng mit Marcel Breuer zusammen. Die Begesiterung, mit der Düsseldorfer Architekt heute noch vom Bauhaus spricht zeigt, wie sehr er von den Idealen der Moderne durchdrungen ist.Tatsächlich wurden aber auch ganze Architekten-Bildungsreisen organisiert, wie z.B. durch die Deutsche Aluminiumzentrale. Auf diese Weise gelangte z.B. die Idee der Vorhangfassade nach Deutschland. 

Eine große Rolle spielten zu dieser Zeit auch amerikanische Fachzeitschriften, sowohl in der Kunst als auch in der Architektur und auch Bauherren informierten sich auf diese Weise. Der junge Walter Brune las damals amerikanische Architekturzeitschriften und wandte sein so erworbenes Wissen über modernes, funktinoales Bauen beim Entwurf der Zeche Prosper Haniel in Essen an, die ein großer Erfolg wurde. Daraufhin flog er zu ersten Mal nach Amerika, um sich die Architektur vor Ort anzuschauen und lernte in Kalifornien Richard Neutra kennen.

In dem Bungalow, den er schon zu Beginn der 50er Jahre in Düsseldorf für sich selbst baute, vereinen sich seine eigenen Ideen mit seiner Begeisterung für das Bauhaus und den Erfahrungen, die er mit der Architektur des „Mid-Century-Modernism“ in Kalifornien gemacht hat. Zudem ist das Gebäude ein ganz frühes Beispiel für ein Wohnhaus mit Flachem Dach in der Nachkriegszeit.

Pierre Koenig: Stahl House, Los Angeles 1959 (Foto: Julia Zinnbauer 2009)


Montag, 22. Juli 2019

Julia Zinnbauer – FLYOVER. Los Angeles und die Architektur der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf

Einladung zur Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum Düsseldorf 

 

Flyover, Stadmuseum Düsseldorf, Julia Zinnbauer





















Ganz herzlich möchte ich Euch zu meiner Ausstellung FLYOVER im Stadtmuseum Düsseldorf einladen. Ich würde mich sehr freuen, Euch bei der Vernissage am Samstag, dem 3. August 2019 begrüßen zu dürfen:

Julia Zinnbauer – FLYOVER.
Los Angeles und die Architektur der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf


Sonntag, 4. August bis Sonntag, 15. September 2019
Vernissage: Samstag, 3. August 2019 um 18 Uhr

Zur Finissage der Ausstellung wird Bazon Brock im Rahmen der Denkerei mobil 
am Sonntag, dem 15. September einen Vortrag halten, Beginn 11.30 Uhr:

Re - education durch Architektur.
Wie die Amerikaner den Deutschen das Senkrechtstehen beibringen wollten - 

Stahlskelettbau und Charaktermasken


Stadtmuseum Düsseldorf
Berger Allee 2
40213 Düsseldorf
Tel.: 0211-89-96170


English version below


In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland ein reger architektonischer Austausch. Auch von Düsseldorf aus flogen Architekten nach New York, Chicago und Los Angeles, um sich mit modernen Gebäuden auseinanderzusetzen, sich Anregungen für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Heimatstadt zu holen und um einen ideellen Anschluss an das Bauhaus herzustellen. Umgekehrt reiste beispielsweise der Architekt Richard Neutra von Los Angeles aus mit seinen Entwürfen an den Rhein und ins Bergische Land. Neuerungen wie Konzepte für Großraumbüros und Einkaufszentren gelangten auf diese Weise nach Düsseldorf und vor allem die Idee des kalifornischen Bungalows wurde dort begeistert aufgenommen.

Die Ausstellung FLYOVER handelt von den architektonischen Zusammenhängen zwischen Düsseldorf und Los Angeles in der Nachkriegszeit, sie ist aber auch dem optimistischen Glauben an die Moderne gewidmet und der Sehnsucht nach dem Glamour des Jetset-Zeitalters.

In ihren Projekten konserviert und transportiert die Düsseldorfer Künstlerin Julia Zinnbauer die Schönheit und die Atmosphäre außergewöhnlicher Bauten und erzählt deren Geschichten sowie die ihrer Architekten und ihrer Bewohner.

Für ihre Ausstellung reiste Julia Zinnbauer nach Los Angeles und drehte dort einen Film, in dem sie ihre Besuche verschiedener Gebäude Richard Neutras dokumentiert. Dabei kommt unter anderem auch Dion Neutra zu Wort, der Sohn des Architekten, der sie in dessen Reunion House und das VDL Research House in Los Angeles Silverlake einlädt und ihr von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit seinem Vater und der Entstehungsgeschichte dieser und weiterer Häuser berichtet. In Düsseldorf besuchte Julia Zinnbauer den Architekten Walter Brune, der ihr seine Bungalowentwürfe und sein Verhältnis zu Amerika und zum Bauhaus erklärt.

Dies und was das alles auch mit der Düsseldorfer Hollywood-Schauspielerin Luise Rainer zu tun hat erfahren die Besucherinnen und Besucher ab dem 4. August im Stadtmuseum Düsseldorf wo Julia Zinnbauer unter dem Titel FLYOVER ihre Rechercheergebnisse in Form von Fotos, Videos, Texten und einer Rauminstallation präsentiert. 


Montag, 10. September 2018

FERTIG. A Groupshow at Estudio Pablo de Lillo in Oviedo, Asturias. The second opening reception

Julia Zinnbauer, Carlos Sierra, Pablo de Lillo
With painter Carlos Sierra and artist and curator Pablo de Lillo in front of Wolfgang Flad's relief (to the right), a pinting by Klaus-Martin Treder (to the left) and two of my photos
 
Usually after an opening reception you are sad that it is over. But in the case of FERTIG we just did a second one on Friday, September 7th, as the show was opened in the context of the Apertura18, Oviedo's gallery weekend. What a luxury! And we were even visited by los maestros Fernando Alba and Carlos Sierra, two legendary Asturian artists. 

FERTIG - featuring works by
Bert Didillon, Chris Dreier, Gary Farrelly, Wolfgang Flad, Isabel Kerkermeier, Alice Musiol, Jürgen Palmtag, Klaus-Martin Treder, Julia Zinnbauer

Estudio Pablo de Lillo
C/ General Zuvillaga, 12
Oviedo, Spain

September 6th - October 4th 2018


In the course of the evening I had a long conversation with the Asturian painter Carlos Sierra about architecture. Even if he did not speak English and I didn't speak Spanish we talked about the house of his dreams for a long time - an UFO-building. I think we used the international language of modernism:




Sonntag, 9. September 2018

FERTIG. A Groupshow at Estudio Pablo de Lillo in Oviedo, Asturias. The first opening reception

To the left: Textile work by Alice Musiol; at the column: embroidery by Chris Dreier; to the right: mail art by Gary Farrelly












On Thursday September 7th and on Friday September 8th there were even two openeing receptions of our groupshow FERTIG at Estudio Pablo de Lillo in Oviedo, in the the North of Spain.

FERTIG was opened in the context of the Apertura 2018, Oviedo's gallery weekend, featuring works of

Bert Didillon, Chris Dreier, Gary Farrelly, Wolfgang Flad, Isabel Kerkermeier, Alice Musiol, Jürgen Palmtag, Klaus-Martin Treder, Julia Zinnbauer


Donnerstag, 22. Februar 2018

SPACE FALL. A video installation created in collaboration with the British filmmaker Matt Hulse for the Düsseldorf Photo Weekend 2018

Matt Hulse
SPACE FALL. A video installation by Matt Hulse and Julia Zinnbauer


In the context of the Düsseldorf Photo Weekend 2018 the British filmmaker and photographer Matt Hulse and I developed a video installation. Together we shot a video on the Worringer Platz in Düsseldorf, a large square that is said to be the ugliest and dirtiest area of the whole city. Our aim was to find beauty in this space as well as to articulate a general love for neglected spaces. Part of our collaboration was also a poem that Matt Hulse derived from a fictitious written conversation between us:

such beauty in this place
canopied by dark skies
full of sparkling 
distant stars
right here 
there is love

The installation named SPACE FALL was to be seen in the glasshouse located on the Worringer Platz during the Düsseldorf Photo Weekend from February 18th to February 20th 2018.

More information about our collaboration you can find in the opulent article by Thomas Frank for the Westdeutsche Zeitung and also on my blog.



Matt Hulse, Julia Zinnbauer
Matt Hulse, Julia Zinnbauer








Matt Hulse, Julia Zinnbauer
























Samstag, 23. September 2017

A hard Place - An exhibition addressing and responding to post-war modernist architecture at 500x Gallery in Dallas, Texas



art, architecture, Brutalism, Dallas
Ausstellungsansicht: links: O.J.A.I World Headquaters von ScAle Architects; Mitte links: "STEADY SMILE MOVE", ein Film von Julia Zinnbauer; Mitte rechts: "Brussels AXA Building", Fotografie von Chris Dreier; rechts: "Seek Zeros" Kurzfilm von Oisin Byrne

 
Dallas. Der Name der texanischen Stadt erzeugt dank der nach ihr benannten Fernsehserie überall auf der Welt ähnliche Assoziationen. Es geht um Geld, um Öl, um Glamour, um Intrigen - und es geht um Architektur. In der ersten Einstellung des Vorspanns sieht man eine Autobahnbrücke, die auf ein Konglomerat moderner Hochhäuser zuführt, umgeben von einer kargen Landschaft. Ein Schwenk - die verglaste Stadt funkelt in der texanischen Hitze, dann ein Kameraflug über den Reunion Tower und das blau schillernde Hyatt Hotel, ein weiterer Helikopterschwenk über die kristallin glitzernde Innenstadt. Damit beginnt das Epos, das sich von 1978 an über dreizehn Jahre hinweg erstrecken und die Stadt zu einem aufregenden Sehnsuchtsort machen sollte, vor allem für das europäische Publikum. Die wenigsten Europäer waren allerdings jemals wirklich dort und viele halten die Stadt nach wie vor für einen Mythos.

art, architecture, brutalism, Dallas
Links: Gary Farrelly: "Malaysia Parliament Building"; vorne: Matias Bechtold: "Jaki Tower"; an der Rückwand links: Dirk Krecker: Schreibmaschinen-Arbeiten; Mitte Chris Dreier: "Drei Grazien"; rechts: ScAle Architects




























Um so mehr muss man Gary Farrelly, dem Kurator der Ausstellung mit dem Titel „A hard Place“ (Link), für seine Idee danken, genau hier, in Dallas, eine Ausstellung zu zeigen, die von der Auseinandersetzung einer Gruppe europäischer Künstler mit der Architektur der Nachkriegszeit handelt. Thematisch setzt „A hard Place“ in der 500x Gallery (Link) eine Reihe von Ausstellungen fort, die im Jahr 2016 mit „Heimatplan“ in Wuppertal (Link), „Neue Heimat“ in Berlin (Link) und „Ultramoderne“ in Bregenz (Link) ihren Ausgang genommen hat. Zusammen mit der berliner Galeristin Gundula Schmitz hat der irische Künstler Farrelly ein Programm an Arbeiten zusammengestellt, die ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Architektur der 50er- bis 70erjahre zeigt und sich auf das Lebensgefühl und die Ideale beziehen, die in dieser Zeit herrschten.


 
art, architecture, Brutalism, Dallas
Links: Dirk Krecker: "Hot Newcomer's Club", "Eisen, Zink, Gold, Aluminium", "Subsistenzökonomie"; rechts: Matias Bechtold: "Jaki Tower"




























Dienstag, 22. August 2017

A hard Place - The Opening of our Exhibition at 500x Gallery in Dallas, Texas

A hard Place, Dallas, Texas; 500x Gallery
The European congregation at the opening of "A hard Place" in front of a work by ScAle Architects



























Last Saturday our group of European artists and curators had the great pleasure to celebrate the opening of our exhibition named „A hard Place“ (Link) at 500x Gallery (Link) in Dallas Texas. It was an incredible evening and after so many months of planning, writing, organising and last but not least producing our pieces of art, we were so glad about talking to our guests and receiving so many positive comments.

To all the many visitors who found their way to 500x Gallery: thank you so much for joining us in this wonderful occasion!

"A hard place" is an exhibition of international artists addressing and responding to Brutalist Architecture; a dominant post war architectural movement embodying concepts of utilitarianism and Utopian aspiration. Curated by Gundula Schmitz (Laura Mars Gallery) and Gary Farrelly.


Contributing Artists: Matias Bechtold (DE), Oisin Byrne (IRE/UK), Laure Catugier (DE/FR), Cunningham Architects (TX), Chris Dreier (DE), EVOL (DE), Gary Farrelly (IRE/BE), Dirk Krecker (DE), Pádraic E. Moore (IRE/BE), ScAle Architects (IT), Tannhäuser Tor: Alekos Hofstetter (DE) + Florian Göpfert (DE), Christine Weber (DE), Julia Zinnbauer (DE).

When: August 19 - September 24, 2017.
Opening reception Friday, August 19. 7-10 pm
Where: 500X Gallery, 500 Exposition Ave. Dallas TX 75226, U.S.A.

More Details and photos will be published soon!



A hard Place at 500x Gallery Dallas, Texas
Julia Zinnbauer: The "Dress for the car-friendly city" and the corresponding collage