Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Freitag, 9. November 2018

10 Years of www.scissorella.de - In Celebration of one Decade of my Blog SCISSORELLA Mode Kunst Architektur



Die ersten Bilder, die ich auf meine Blog hochgeladen habe: ich in einem selbst entworfenen Kleid vor einer Installation von Gregor Schneider am Museum Abteiberg in Mönchengladbach, November 2008. Meine Freundin Milva Montesano hat die Fotos damals gemacht. Danke, Milva!






























Was habe ich in den letzten zehn Jahren gemacht? Ich kann die Zeit nicht zurück drehen, aber ich kann meinen Blog zurückspulen, bis hin zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal auf „veröffentlichen“ geklickt habe. Das war am 9. November 2008 und ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich aufgeregt dachte: „Das kann doch jetzt jeder lesen!“. Natürlich hat es nicht jeder gelesen, aber es war ein Anfang. Es war der Anfang von einem Entwicklungsprozess bei dem ich sehr viel gelernt habe, Wissen generiert und viele Leute kennen gelernt habe, Fähigkeiten erlernt und mein gesamtes Weltbild erweitert habe. Der Blog ist das ultimative Medium für alles. Du kannst alles damit machen, Du hast immer einen Grund. Einen Grund, Leute anzusprechen, Gebäude zu betreten, Fakten zu erfragen, zu recherchieren. Der Blog treibt Dich an, er verändert Dich, er ist ein Teil von Dir, Deine digitale Erweiterung, die Öffnung Deines Gehirns nach außen, zur Welt. Ich wollte in keinem anderen Jahrhundert leben als in dem jetzigen, vielleicht gerade weil ich mich in meiner analogen Kindheit und Jugend so sehr mit der Vergangenheit beschäftigt habe, mit dem Mittelalter, der Renaissancekunst, Barockmusik gehört habe und die Literatur des 19. Jahrhunderts verinnerlicht habe. Jetzt gibt es das Internet und ich kann veröffentlichen, was ich will.

Ich rolle den Blog zurück. Wie eine Schriftrolle. Oder so, wie man ein Videoband zurückspult. Wind Back. Ruckartig und abgeackt rasen hunderte von Bildern an mir vorbei. Bilder von Gebäuden, von Zweckbauten aus Beton, ich sehe Rathäuser, Rechenzentren, Bungalows, dann Architekten, Playboys, Modedesigner, dann wieder Betonoberflächen, grau und rauh, Schauspielerinnen, grobkörnigster Beton und zartester Tüll, porös alle beide, immer wieder ich, in meinen selbstentworfenen Kleidern und an den hottesten Hotspots des Universums, immer in moderner Architektur, immer in der Zukunft unterwegs, in Los Angeles, in Düsseldorf, in Brasilia, nein, es ist doch Berlin, ach egal, Hauptsache aufregend und glamourös.

Melancholisch spule ich dieses Epos, das offensichtlich mein Leben ist, bis zur ersten Szene zurück. Über dem Anfang steht ganz passend „END“. Die Protagonistin posiert in einem selbstentworfenen Kleid vor Gregor Schneiders gleichnamiger Installation, einer architektonischen Modifikation des Museums Abteiberg in Mönchengladbach im November 2008. Darunter ein Foto von mir im Innenraum des Environments, dann ich vor einer Arbeit von Rita McBride.

Im nächsten Kapitel bin ich in Potsdam und dann geht es schon um Le Corbusiers Unitée d'Habitation in Berlin. Die Architektur, der Beton und LeCorbusier sind von Anfang an dabei, dann Oscar Niemeyers Hauptquartier der Sozialistischen Partei Frankreichs, das Hansaviertel in Berlin und so weiter und so fort, Beton, Stahl und Glas wachsen zusammen zu einer riesigen Liste aufregender, moderner Bauten, von denen sich viele leider in aktuter Gefahr befinden oder längst abgerissen sind, wie der Tausendfüßler in Düsseldorf. Es entsteht das Architekturregister.

Januar 2009: Eine der ersten Architekturexpeditionen und eines der ersten Selbstportraits in Betongebäuden: Oscar Niemeyers Hauptquartier der Kommunistischen Partei Frankreich (Paris 1967 - 72). Das Kleid stammt von mir.































Modedesigner treffe ich, Vivienne Westwood und Azzedine Alaia z.B., Playboys wie Rolf Eden und Architekten. Vor allem sind es Architekten, die mir die Geschichten ihrer Häuser erzählen. Mit den Jahren wurden meine Themen populär, andere nahmen sich der Nachriegsmoderen an, der Betonarchitektur, der ungeliebten, bröckelten Zweckbauten, die damals für eine bessere, optimistischere Zukunft gebaut worden waren. Der Brutalismus – das war jetzt das Schagwort – wurde hip, was ja auch o.k. Ist, die Gebäude brauchen ja Freunde, die sich für ihre Rettung einsetzen. Ich selbst nahm mich anderer Themen an und erweiterte mein Repertoire, drehte u.a. einen Film über die Rethelstraße in Düsseldorf. So ist es eben, wenn das eigene plötzlich en vogue ist. Dann zieht man weiter, aber mit genau dem besonderen Blick, den man an der Moderne schon immer geschult hat.

Linkwithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...