Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.
Die Ausstellung „100 Jahre Klasse
Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf“ in der Akademiegalerie geht leider dieses Wochenende schon zu Ende. Im
Rahmen des Artwalk Festivals feiern am Samstag, dem13. Juni von 16
Uhr bid Mitternacht unsere Finissage. Von 17 bis 19 Uhr gibt es
Führungen. Ich bin auch mit dabei und erzähle Euch in dem Raum, in
dem ich meine Kostüme zeige, wie Walter von Wecus, als erster
Bühnenbildprofessor an die Kunstakademie kam und es geht u.a auch um
die GeSoLei. Die gesamte Führung ist natürlich noch viel
ausführlicher und performativer und ich finde, Ihr solltet auf jeden
Fall vorbeikommen. Es wird legendär!
Am Sonntag ist die
Ausstellung dann noch einmal von 12 bis 18 Uhr
geöffnet.
Gabi Luigs, Günther Uecker und ich 2024 auf dem Ueckerplatz vor dem Haus der Medien in Düsseldorf. (Foto: Julia Zinnbauer)
Anlässlich des ersten Todestages von Günther Uecker wird im Hafenkunstkino Düsseldorf von heute bis Sonntag eine filmische Hommage an den ZERO-Künstler gezeigt, kuratiert von Gabi Luigs / the pool offshore.
Dabei wird eine Dokumentation über Uecker gezeigt, das Video "Ueckerplatz", das Gabi Luigs und ich 2024 gedreht haben sowie mein Kurzfilm "ASTEROIDA". Das Filmscreening beginnt mit Einbruch der Dnkelheit ca.22.30 Uhr und ist Teil des Artwalk Festivals.
Vor
genau 100 Jahren wurde die Bühnenbildklasse der Kunstakademie
Düsseldorf von Walter von Wecus in Anlehnung an das Bauhaus
gegründet und im gleichen Jahr fand in direkter Sichtweite des
Akademiegebäudes die GeSoLei-Messe statt. Der Architekt Wilhelm
Kreis hatte dafür den Ehrenhof-Komplex entworfen, der durch eine
Vielzahl aufwändiger temporärer Bauten, wie z.B. einen
Feuerwehrturm, ergänzt wurden.
Konzipiert
von der von Professorin Lena Newton geleiteten Bühnenbildklasse der
Kunstakademie, wurde am 13. April in der Akademiegalerie die
Ausstellung „100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie
Düsseldorf“ eröffnet, und ich freue mich sehr, mit einigen
Kleidern, Kostümen und einem Video mit dabei zu sein. Bevor ich an
der Kunstakademie Düsseldorf in der Bildhauerklasse von Prof. Thomas
Grünfeld studiert habe, war ich für einige Jahre in der
Bühnenbildklasse von Prof. Karl Kneid.
Unter
anderem zeige ich in der Akademiegalerie die gold-silbernen Kleider, die ich vor Jahren
den Mosaiken von Jan Thorn-Prikker gewidmet habe, die sich an den
mittleren Tortempeln des Ehrenhofs befinden.Seit
dieser Zeit habe ich so viele Kleider und Kostüme entworfen, die
sich auf Architektur beziehen, dass es für mich etwas ganz
besonderes ist, dank der Ausstellung in der Akademiegalerie zu diesen
Anfängen zurückzukehren. Meine Arbeiten zudem im Zusammenhang mit
der Düsseldorfer Kunst und Architektur der 20er Jahre zu zeigen –
zwischen Expressionismus und Bauhaus – bedeutet mir sehr viel.
Darüber hinaus ist auch mein Video „ellipsoid episodes zu sehen“,
zusammen mit einem der dazu gehörenden Kostüme, und das Kleid
„Veritas Comet“, das sich auf einen Sportwagen aus dem Jahr 1948
bezieht.
Thorn-Prikker-Kleider(2006) Fasziniert von außergewöhnlichen Gebäuden, verbinde ich in meinen Projekten Architektur und Textilien. Meine Ideen setze ich in Form von Fotos, Videos, Texten, Textilkunst und Kostümen um. Für meine Videos entwerfe und nähe ich Kleider, die sich auf die darin gezeigten Gebäude beziehen. Das aus goldenen, silbernen und grauen Bändern gewebte Kleid ist eine meiner ersten Arbeiten mit direktem Architekturbezug. Es ist Jan Thorn-Prikkers Mosaik „Die Nacht“ gewidmet, das sich an einem der Tortempel des Ehrenhof-Ensembles befindet, das für die 1926 eröffnete GeSoLei gebaut wurde. Auch das zweite Kleid, das aus zwischen Steppnähten aufgeschnittenen goldenen und silbernen Stoffschichten besteht, bezieht sich auf Thorn-Prikkers "Nacht".
Veritas Comet In meiner Auseinandersetzung mit der Architektur der Nachkriegsmoderne, die u.a. Phänomene wie die Idee der Autogerechten Stadt mit sich brachte, eintwarf ich ein Kleid, das sich auf die Stromlinienform der mattsilbernen Aluminiumkarosserie des Veritas Comet S bezieht. Der Rennsportwagen wurde ab 1948 in Süddeutschland gebaut.
Veritas Comet (2008)
ellipsoid episodes Kostüm und Video (Ausschnitt, 2014) Das
Video „ellipsoid episodes“ drehte ich in dem Futuro-Gebäude, das eine
Zeitlang Teil des dem Düsseldorfer Fotografen Charles Wilp gewidmeten
Museums in Witten war. Begeistert von dem von Matti Suuronen entworfenen
Ufo-Gebäude aus Fiberglas, das so typisch für den Zukunftsglauben der
1960er Jahre ist, entwarf und nähte ich die Kostüme für die Crew und die
Passagierin, die in dem Video in ein unverhofftes Weltraumabenteuer
geraten.
Die Ausstellung
Im Jubiläumsjahr haben Studierende der
Bühnenbildklasse unter der Leitung von Lena Newton 100 Jahre
Studieren in der Bühnenbildklasse erforscht. Hierfür befragten sie
u.a. Anna Viebrock, Katrin Brack, Katharina Sieverding, Heinz Balthes
und Editha Hackspiel. Aus den Interviews haben sie eigene Modelle,
Kostüme und Videos erstellt. Diese werden in einem Dialog mit
früheren Werken inszeniert und in einen historischen Kontext
gestellt. Kritisches Augenmerk liegt dabei auf der Zeit zwischen 1933
bis 1945, in der Walter von Wecus mit der ‚Klasse für Bühnenkunst‘
die Propaganda des Nationalsozialismus unterstützte.
100
Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf
17.
April bis 14. Juni 2026 Offnungszeiten jeweils Freitag bis Sonntag
11 – 18 Uhr
Akademiegalerie Burgplatz 1 40213
Düsseldorf
In der
Online-Zeitung Ddorf-aktuell ist umfassender Artikel erschienen, in
dem Birgit Koelgelm auf alle Facetten und Hintergründe der
Ausstellung eingeht: Die Theatermacher
Am
Freitag, dem 17. März wurde zudem im Theatermuseum Düsseldorf die
Ausstellung “Bühnenkunst in den 1920er Jahren“ eröffnet.
1926 gegründet, im Jahr, in dem Düsseldorf die GeSoLei in den Ehrenhof-Bauten stattfand, feiert die Bühnenbildklasse der Kunstakademie Düsseldorf ihr Jubiläum mit der Ausstellung "100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf" ihren 100. Geburtstag mit einer großen Ausstellung in der Akademiegalerie am Burgplatz. Zu der Eröffnung am kommenden Montag, dem 13. April, lade ich Euch ganz herzlich ein.
Bevor
ich in der Bildhauerklasse von Prof. Thomas Grünfeld studiert habe,
war ich für einige Jahre in der Bühnenbildklasse von Prof. Karl
Kneid. Ich freue mich, nun in der Jubiläums-Ausstellung einige
meiner Arbeiten zeigen zu dürfen, insbeondere die Kleider, die sich
auf die GeSoLei-Bauten beziehen.
Ich
würde mich freuen, Euch in der Akademigalerie begrüßen zu dürfen
und lade Euch ganz herzlich zu der Ausstellungseröffnung ein:
100
Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf
Eröffnung am 13. April 2026 um 18 Uhr Akademiegalerie Burgplatz 1 Düsseldorf
Weitere Informationen zum Ausstellungskonzept findet man auf der Seite der Kunstakademie Düsseldorf.
Im
Jubiläumsjahr haben Studierende der Bühnenbildklasse unter der
Leitung von Lena Newton 100 Jahre Studieren in der Bühnenbildklasse
erforscht. Hierfür befragten sie u.a. Anna Viebrock, Katrin Brack,
Katharina Sieverding, Heinz Balthes und Editha Hackspiel. Aus den
Interviews haben sie eigene Modelle, Kostüme und Videos erstellt.
Diese werden in einem Dialog mit früheren Werken inszeniert und in
einen historischen Kontext gestellt. Kritisches Augenmerk liegt dabei
auf der Zeit zwischen 1933 bis 1945, in der Walter von Wecus mit der
‚Klasse für Bühnenkunst‘ die Propaganda des Nationalsozialismus
unterstützte. Für eine begleitende Veranstaltungsreihe kooperiert
die Klasse Bühnenbild mit dem Theatermuseum Düsseldorf, dem
Institut für Kunstgeschichte an der HHU und dem FFT Düsseldorf.
Parallel
eröffnet am 17.04.2026 im Theatermuseum Düsseldorfdie Ausstellung
“Bühnenkunst in den 1920er Jahren”.
In January 1968, a severe eartquake destroyed several towns in the
Belice Valley in Sicily, including the medieval town of Gibellina. On
the initiative of Ludovico Corrao, then mayor of Gibellina, in the
following years the town was rebuilt, a few kilometers from its
original location and in a completely new form. By relocating
Gibellina, Corrao connected the town to the railway line and the
motorway. Above all, he had the idea of turning Gibellina into a town
dedicated entirely to art and modern architecture, without losing its
cultural roots.
One
of these traditions is the annual procession for San Rocco, the
patron saint of Gibellina, which takes place each August. At the
procession the statue of the saint is being carried through the
streets of the town and in the 1980s and 90s it was even accompanied
by long embroidered and appliquéd textile works. These so-called
"Prisenti" were designed by contemporary artists like e.g.
Carla Accardi, Pietro Consagra and Alighiero Boetti.
As
in my own artistic work the connection between textiles and modern
architecture plays a core role, I am more than fascinated by the
history, the art and the architecture of Gibellina.
Thereofore,
in summer 2026 am going to take part in the procession for San Rocco
with a textile work created by myself. In order to research for my
project and to get in touch with the residents of Gibellina, I
visited the Sicilian town several times, including the processions in
August 2024 and 2025. In the trailer you can get a glimpse of the
whole project, that will consist of a film that documets the the
whole story as well as my textile work itself. The blue and red dress
I amwearing in the video refers to the ceramic works by Carla Accardi
at the town hall of Gibellina.
PRISENTE PER SAN ROCCO Camera, editing, costumes, idea: Julia Zinnbauer Gibellina 2023 – 2026
Grazie
mille per la musica, Gruppo Tamburinari Famiglia Adragna e Banda
Musicale Gioachino Rossini!
Apollo-Hochhaus, Performance im Foyer im Reflektorkleid
APOLLO Kostüm, Video, Performance von Julia Zinnbauer Düsseldorf 2024/2025
Zurzeit
wird in Düsseldorf auf der Königsallee 106 das Apollo-Hochhaus abgerissen.
Ursprünglich befand sich auf dem Grundstück am südlichen Ende
der Königsallee das 1899 eröffnete Apollo-Theater, eine Mischung
aus Vergnügungspark und Varietétheater. Obwohl es nach seiner
Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und bis 1959 als
Kino genutzt wurde, musste das Apollo-Theater im Jahr 1966 dem Bau
des Apollo- Hochhauses weichen
Im
Apollo-Hochhaus befand sich von November 1967 bis Juni 1973 die
Verwaltung der Firma 3M. In dem 17-stöckigen Gebäude waren etwa
800 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahr 1951 hatte das amerikanische
Unternehmen in Apollo Hochhaus eine erste Auslandgesellschaft
gegründet, zunächst in Reisholz, dann 1956 auf der
Immermannstraße und zuletzt 1967 auf der Königsallee. Hier wurde
1971 auch die Zulassung reflektierender KFZ-Kennzeichen in der
Bundesrepublik Deutschland gefeiert:
Mit
seiner Geschichte, seiner Gestaltung und den dabei verwendeten
Materialien war für mich das Apollo-Hochhaus in Düsseldorf der
ideale Ausgangspunkt, ein
Kostüm zu entwerfen und anzufertigen und vor Ort damit ein
Performance-Video zu drehen. Darin geht es um Licht, Bewegung und
Architektur. Das Kostüm, das aus silbernem Reflektormaterial
besteht, bezieht sich auf die Geschichte und Architektur des
Gebäudes, es besteht aber auch eine Verbindung zu dem silbernen
Anzug, den Heinz Mack in seinem Sahara-Projekt und dem Film
"Telemack" trug. Direkt neben dem Apollo-Hochhaus steht vor dem Gebäude der Deutschen Rentenversicherung ein Skulpturen-Arrangement von Heinz Mack, das ebenfall in meinem Video zu sehen ist.
Der zweite Teil des Videos wurde in Neuss gedreht, in dem Waschbetongbäude, in das die Firma 3M in den 70er Jahren zug, als das Apollo-Hochhaus keinen Platz für Expansion mehr bot. Auch dieses Bürogebäude wird gerade abgerissen. Mit meinem Video verabschiede ich mich feierlich von beiden Häusern.
APOLLO, Videostill, Performance vor Heinz Macks Skulpturen vor der Deutschen Rentenversicherung in Düsseldorf
Das Kostüm, das ich mein Video entworfen habe, bezieht dich auf die Geschichte der beiden Gebäude als ehemalige Firmensitze von 3M, aber auch auf Heinz Macks silbenen TELEMACK-Anzug.
FLYKTIG/FUGITIVE is an ephemeral performance art project happening in
Valdres, Norway every August, curated by Anne-Marte Før and Gary
Farrelly.
Thanks
to the the very glamorous invitation to be part of the 2025 edition,
I did not only incounter the architecture of Bjart Mohr in Fagernes,
but I also got to know Odd Tandberg's incredibly subtle relief in the
Fagernes Kulturhuis. Mohr's townhall, inaugurated in 1979, and his Kulturhuis are linked by an elegantly
floating canopy.
As soon as you enter the Kulturhus you are being guided by a curved corridor
down to a lower level where you can find the local library and the
cinema. For this elegantly shaped wall, the sculptor Odd Tandberg
created a relief made of concrete that deals with very different
surfaces and a system of dynamic lines. Moreover, the abstract shapes
of Tandberg's relief feature very different surfaces - between very
soft and rather rough – and they inspred me to create a costume for
the lecture performance I gave at the end of the project. In this
context I projected my video about the architectural ensemble
directly on the exposed aggregate concrete, which was a rhar exciting
experience.
2025
participating artists were Bendik Bendik, Sissel M. Bergh, Lou
Cocody-Valentino, Gary Farrelly, Anne-Marte Før, Gilles Hellemans
and Julia Zinnbauer.