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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Sonntag, 31. Januar 2010

John Lautner: The Chemosphere - My second Visit

 
Im Oktober 2009 befand ich mich dank eines Austauschprogramms zwischen der Folkwangschule, der Kunstakademie Düsseldorf, dem CalArts College in Los Angeles und einigen anderen Hochschulen für beinahe einen ganzen Monat in Kalifornien.

So hatte ich die Möglichkeit, in Los Angeles all die Gebäude aufzusuchen, die ich damals ständig vor meinem geistigen Auge hatte (und immernoch habe) um sie endlich in natura zu sehen: die Case Study Houses, die Textile-Block-Houses von Frank Lloyd Wright, und eben auch die Chemosphere von John Lautner.

Zweimal musste ich mich dazu auf den Weg machen, das erste Mal regnete es so sehr (nachdem es in Südkalifornien ein ganzes Jahr lang überhauptnicht geregnet hatte), daß ich den Mulholland Drive erst einmal stundenlang in die falsche Richtung entlangwanderte und Lautners vermeintliches Flugobjekt erst in der nebeligen Abenddämmerung erreichte.


Der zweite Besuch fand am 31. Oktober statt, als selbst die Bewohner seriösester Wohnggegenden in Hasen- und Bärenkostümen unterwegs waren, namentlich die Nachbarn des Eigentümers von Cases Study House #21 von Pierre Koenig (Link). Beschwingt von der Tatsache, diese minimalistische Komposition aus weißen Flächen und schwarzen Linien nach monatelangem Absorbieren von Shulmans Fotografien des Hauses nun in Wirklichkeit gesehen zu haben, fand ich den Weg zur Chemosphere auf Anhieb. Auch dieses Mal dämmerte der Abend bereits und ich musste den Mulholland Drive streckenweise im Dauerlauf zurücklegen. Die Stadt zu Füßen der Hügel begann schon zu funkeln als ich Lautners unglaubliches Gebäude erreichte.


Entworfen hatte Lautner die Chemosphere, die aufgrund des schwer bebaubaren Geländes auf einer Betonsäule ruht, für den Flugzeugingenieur Leonard Malin und dessen Familie im Jahr 1960. Heute residiert Benedikt Taschen in dem ufoförmigen Gebäude und erst im Nachhinein habe ich beim Betrachten meiner Fotos entdeckt, daß sich am Fuß der Chemosphere auch noch ein Futuro von Matti Suuronen befindet (Link). An Coolness ist dieses Arrangemen wohl nicht zu überbieten.


Davon abgesehen: mein swimmingpoolfarbenes Kleid habe ich mir für Einsätze genau dieser Art entworfen.