MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Samstag, 25. September 2021

The final presentation of our Artist Residency at Jelly Reading - Mayor David Stevens signs a brick as part of the HEXAGON Project

Me, wearing the HEXAGON Cape, together with Matt Hulse and the Mayor and Mayoress David and Alison Stevens after our final presentation on the Düsseldorf Way in Reading (the photo was taken by my self-timer)


From August 4th to August 21st, together with the British artist and filmmaker Matt Hulse I was invited to stay in the space of the Jelly Reading as artists in residence. So our stay at the art association which is located in Broadstreet Mall, right next to the HEXAGON, lasted from my own until Matt's birthday. During our stay in the post-war modernist architectural buildings Matt and I did a lot of research and prepared our interdisciplinary film project about HEXAGON Reading.

On September 4th we returned to the Jelly to give a final presentation of what we had achieved during our residency. We showed our own photos together with archive material we had found in the library and the HEXAGON, the Cape I had made, that was related to the architecture of the multi-finctional venue and above all we presented our video “There is a Place” (Link) that we shot in the architecture around the HEXAGON. To our great delight, the Mayor of Reading, David Stevens, and his wife Alison took part in our final presentation, which ultimately led to the idea of ​​the international brick exchange, respectively the brick signing.



Reading - Famous for beer, biscuits, bulbs - and bricks
As bricks play an important role in both twin cities, ideally as well as materially, it seemed obvious to us to include the topic of bricks in our project, also as a homage to Joseph Beuys, whose 100th birthday was celebrated in 2021. In 1983 Beuys created a work called “Brick for F.I.U.”, that consisted of a series of 200 bricks, signed and numbered by himself. Beuys' ability to see beauty in everyday life is an approach that Matt Hulse and I really appreciate (like e.g. in our video SPACEFALL).

In the end of our final presentation at the Jelly, we asked Mayor David Stevens to sign a brick for us, which to our great pleasure he did. Thereby and in the sense of Joseph Beuys the Mayor acted as an artist – following Beuys's idea tht everyone has the ability to be an artist. In the meantime, a new tradition has developed from the idea of brick signing and it was continued in Düsseldorf as well as in Reading.

Mittwoch, 22. September 2021

The HEXAGON Cape – Dedicated to the architecture of Reading's modernist multi-purpose venue designed by RMJM

The Cape in front of the HEXAGON Reading (UK); photo: Matt Hulse


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

All my projects and ideas originate in my enthusiasm for art, architecture and language. I aim at preserving and transporting the beauty and the atmosphere of extraordinary buildings by telling their stories and those of their builders and their inhabitants. This also includes my ongoing architectural research. In the context of my overall concept I implement my ideas in the form of texts, videos and photos. In addition to that it is especially important for me to create costumes that relate to the construction, the materials and the surfaces of the buildings I am dealing with.

Seeing the tent-like shape of the HEXAGON, its striped zink roof, the delicate concrete elements and its red interior, the idea of creating a large cape dedicated to the architecture of the multi-purpose venue designed by RMJM in the late 1970s.

I made the HEXAGON Cape in August 2021 during the artist residency at the Jelly Reading I had been invited to, together with the artist and film maker Matt Hulse.







Montag, 20. September 2021

Reading in Berkshire – Düsseldorfs englische Partnerstadt und ihr modernes Stadtzentrum von Robert Matthew Johnson-Marshall


Das Radschläger-Monument, das der Städtepartnerschaft zwischen Reading und Düsseldorf gewidmet ist, mit dem Magistrates Court von Rober Matthew Johnson-Marshall im Hintergrund
 

Die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Reading und Düsseldorf

Die Stadt Reading, die zwischen London und Oxford an der Themse liegt, ist vor allem für „beer, bricks, bulbs (in diesem Fall Blumenzwiebeln) und biscuits“ bekannt. Neben einer alten Abtei, die von Heinrich VIII. zerstört wurde, befindet sich dort zudem das Gefängnis, in dem Oscar Wilde die Jahre 1895 bis 1897 verbringen musste. Reading ist die Hauptstadt der Grafschaft Berkshire und liegt ca. 45 km westlich von London.

Die Freundschaft zwischen Reading und Düsseldorf begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als Düsseldorf von Groß Britannien besetzt war. Die Briten waren es auch, die Nordrhein-Westfalen gründeten und das 75. Jubiläum der Gründung des Bundeslandes wurde im Jar 2021 ausgiebig in Düsseldorf gefeiert. Unser Projekt schließt sowohl zeitlich als auch inhaltlich an das Jubiläum an.

Durch das Royal Berkshire Regiment, das nach dem Krieg in Düsseldorf stationiert war, erfuhr Phoebe Cusden, die damalige Bürgermeisterin Readings, von den notleidenden Bewohnern des zerbombten Düsseldorfs und lud zunächst einmal einige Kinder nach Reading ein.

Aus dieser ersten Einladung entwickelte sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden Städten, die bis heute andauert und sich über ganz unterschiedliche Bereiche erstreckt, vom Schüler- und Studentenaustausch über Kunst, Literatur, Kirche und Sport hinweg. Die Reading Düsseldorf Association unterstützt seit Jahrzehnten zusammen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf Projekte im Rahmen der Städtepartnerschaft. 

 

Der Düsseldorf Way entlng der Broadstreet Mall auf das HEXAGON zuführend, im Vordergrund der der Städtepartnerschaft mit dem irischen Clonmel gewidmete Weg; Reading im Sommer 2021








 


Das HEXAGON und der Düsseldorf Way in Readings neuen Stadtzentrum

In den 1960er Jahren wurde in Reading der Bau eines neuen Stadtzentrums beschlossen. Dafür wurden in direkter Nähe der Kirche St. Mary's Butts, die aus dem 11. Jahrhundert stammt, großflächig mehrere Straßenzüge mit Backstein-Reihenhäusern abgerissen und zunächst einmal eine mehrspurige Hauptdurchgangsstraße angelegt, die Inner Distribution Road. Nach deren Eröffnung im Jahr 1969 folgte der Bau des Butts Centres. Das Einkaufszentrum nach amerikanischem Vorbild wurde mitsamt dem dazugehörigen Parkhaus im Jahr 1972 eröffnet und in den 1980er Jahren in „Broadstreet Mall“ umbenannt. Heute befinden sich dort u.a. die Räume des Kunstvereins Jelly Reading.

Nach den Entwürfen des Architekturbüros Robert Matthew Johnson-Marshall (Edinburgh/London, kurz RMJM) wurde das Architekturensemble in den Folgejahren durch ein Civic Centre, ein Polizeipräsidium und das HEXAGON vervollständigt. In allen drei Gebäuden von RMJM spielen sechseckige Formen eine Rolle. Diese Planung eines gesamten Stadtteils Readings am Reißbrett ist typisch für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und lässt sich im Zusammenhang mit den Ideen von Le Corbusier und z.B. auch Oscar Niemeyer betrachten.

Der besondere Bezug des modernen Architekturensembles rund um das HEXAGON zu Düsseldorf besteht u.a. darin, dass die Wege zwischen den Gebäuden nach den Partnerstädten Readings benannt sind. So gibt es auch einen Düsseldorf Way, der entlang des Butt Centres (der heutigen Broadstreet Mall) direkt auf die Kirche St. Mary's Butts zuführt. Der Cusden Walk entlang des Polizeipräsidiums ist nach Phoebe Cusden benannt, der Bürgermeisterin Readings, auf die die Städtepartnerschaft zurück geht. Darüber hinaus befindet sich dort auch ein Radschläger Denkmal, das zusammen mit dem Civic Centre entstand.

Das Civic Centre, das sich in der direkten Nähe des Theaters befand, wurde leider im Jahr 2915 abgerissen. Heute befindet sich dort eine Anlage, in der Urban Gardening betrieben wird.

Neben dem rein architektonischen und städtebaulichen Interesse, das wir am HEXAGON haben, liegt unsere Begeisterung auch darin begründet, dass Matt Hulses Vater in den späten 70er Jahren der erste General Manager des Theaters war und Matt mit dem Gebäude und all seinen Funktionen und Eigenheiten aufgewachsen ist. Später hat Matt Hulse in Reading Kunst studiert. 

Freitag, 10. September 2021

Das HEXAGON Projekt von Matt Hulse und Julia Zinnbauer

 

Matt Hulse, Julia Zinnbauer, Angus Fisher, Emily Gilmore, Fountain of the former Civic Centre of Reading/UK; Costumes for the HEXAGON Project
Kostüme von Julia Zinnbauer, Matt Hulse und Angus Fisher (von links nach rechts), Videodreh im Brunnen der Bereits abgerissenen Stadtverwaltung von Reading; Foto: Emily Gilmore

 

Im Zentrum des interdisziplinären Projekts, an dem ich seit einigen Monaten zusammen mit dem britischen Künstler und Filmemacher Matt Hulse arbeite, steht das HEXAGON, ein modernes Multifunktionstheater, das im Jahr 1977 in Düsseldorfs englischer Partnerstadt Reading eröffnet wurde. Den August 2021 konnten wir auf Einladung des Kunstsvereins Jelly (Link) als Artists in Redidence in Reading verbringen, um für unser opuelntes gemeinsames Projekt zu recherchieren. Dabei durften wir die Räumlichkeiten des Kunstvereins in der Broadstreet Mall nutzen, das Teil des modernen Architekturensembles ist, zu dem auch das HEXAGON gehört.

Die Freundschaft zwischen Reading und Düsseldorf, die seit 1947 besteht, ist die älteste Städtepartnerschaft Düsseldorfs und steht im direkten Zusammenhang mit der Gründung Nordrhein-Westfalens. In unserem Projekt soll die Verbindung zwischen Düsseldorf mit dem etwa 64 km westlich von London gelegenen Reading eine besondere Rolle spielen. 

 

Ein Film über das HEXAGON in Reading

Unser Plan ist es, einen Film zu drehen, in dem wir die Architektur des HEXAGONS und der umliegenden Gebäude erkunden sowie das Verhältnis, das die Einwohner Readings zu dem Architekturensemble haben, das so typisch die Stadtplanung der Nachkriegszeit ist. Zusammen mit der Broadstreet Mall, dem Polizeipräsidium und dem 2016 abgerissenen Civic Centres ist das HEXAGON Teil des modernen Stadtzentrums, das in Reading ab den späten 1960er Jahren angelegt wurde.

In unserem Film sollen sich Architekturgeschichte, Performances, Interviews, Material aus Filmarchiven, Stop-Motion-Szenen, Kostümdesign, Graffitikunst und Musik lebendig miteinander verbinden. Wichtig ist es uns dabei, Zeitzeugen sowie Bewohner und Bewohnerinnen Readings, die sich für die Idee begeistern, mit einzubeziehen.

Auf diese Weise feiern wir die langjährige Kulturpartnerschaft zwischen Düsseldorf und Reading und möchtenunser Projekt anlässlich des 75. Jubiläums der Reading Düsseldorf Association im Jahr 2022 präsentieren. In diesem Zusammenhang sollen zudem weitere Veranstaltungen wie Vorträge, ein Konzert und eine Ausstellung stattfinden.

Eigens für den Film erstellt das Electronica-Duo THE TWELVE HOUR FOUNDATION aus Bristol einen Soundtrack. Auf der Basis der Originalgeräusche des Multifunktionstheaters komponiert das Duo sechs Musikstücke, die nach den Wegen rund um das Gebäude benannt werden, also z.B. Cusden Walk und auch Düsseldorf Way.

Da der geplante Film auch experimentelle und performative Sequenzen beinhalten soll, werden ich verschiedene Kostüme entwerfen und anfertigen, die sich auf die Architektur des Gebäudeensembles beziehen.

Im Rahmen unserer Artist Residency in Reading haben wir bereits einige Kostüme angefertigt und unter dem Titel „There is a Place“ ein erstes Video vor Ort gedreht. In dem Video ist zudem ein erstes, eigens für unser Projekt von der TWELVE HOUR FOUNDATION geschriebenes Musikstück zu hören.

Unseren eigentlichen Film über das HEXAGON möchten wir ab Frühling 2022 in Reading drehen.

Das Video „There is a Place“ befindet sich hier: https://vimeo.com/605652791