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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Sonntag, 22. Dezember 2013

MOVENS

Gedanklich bin ich zwar nach wie vor bei der Architektur, jedoch hat mich in der Zwischenzeit jemand ganz anderes in Beschlag genommen - die Bewegung. Beton ist geduldig, und so treten all die Zweckbauten beiseite um der Bewegung Raum zu geben. Mehr noch: die Gebäude selbst sind es, die die Bewegung herbeirufen und sie fördern, die uns dazu bringen, unseren Standpunkt zu verlassen, loszulaufen und uns ganz dem Drive zu auszuliefern. Mein nächster Kurzfilm entsteht und dem Begriff „movie“ wird dabei definitiv Rechnung getragen.

Die angekündigte Jubiläumsüberraschung anlässlich des fünften Geburtstags meines Blogs benötigt noch ein wenig Zeit, wobei es jedoch zu einem gelungenen Auftritt immer dazugehört, das Publikum eine Weile am roten Teppich warten zu lassen.

Einen ganz kleinen Blick in die Probeaufnahmen gibt es hier:



Samstag, 9. November 2013

Scissorella: Five Years of Arts, Architecture and Astronauts - Mein Blog wird fünf














Seitdem ich genau heute vor fünf Jahren zum ersten Mal auf "Veröffentlichen" geklickt habe, hat sich mein Leben rasant beschleunigt. Heute also feiert mein Blog seinen fünften Geburtstag und ich blicke erstaunt zurück. Um all das, was ich erlebt habe, all die Leute, die ich kennen lernen durfte und all das, was ich einzig durch meinen Blog erfahren habe, zu würdigen, plane ich seit geraumer Zeit eine Überraschung für Euch. Seid gespannt! Ich proste Euch zu, liebe Leser, und danke Euch für Eure Bereitschaft, mich auf meinen oft so unterschiedlichen und scheinbar widersprüchlichen Ausflügen zu begleiten. Das Ziel ist immer das gleiche: der Realität etwas Phantastisches abzugewinnen. Auf weitere Abenteuer und Bilderfluten, auf die Mode, die Kunst und die Architektur. Auf Euch!

Zum Anfang geht es hier entlang: Link



Donnerstag, 31. Oktober 2013

Congratulations Mr. Keats!

Mit einem Zitat von Oscar Wilde sende ich die besten Grüße nach Arkadien, wo John Keats vermutlich gerade intensiv seinen 218. Geburtstag feiert.

Sonntag, 27. Oktober 2013

NRW-Forum Düsseldorf: Studio Job



Nachdem die Moderne und Postmoderne schon lange hinter uns liegen und niemand so recht weiß, in welcher Epoche wir uns  zurzeit wirklich befinden, ist tatsächlich nur eines klar: durch die unendlichen Möglichkeiten des Internets besteht heute für jeden, der danach sucht, der Zugang zu Bildern, Stilen, Details, Manierismen und Formen aller Jahrhunderte. Diese Fülle macht sich das Studio Job (Link) zunutze und entwirft anspielungsreiche Designobjekte, die genau so auch als Skulpturen angesehen werden können. Das Dilemma zwischen „freier“ und „angewandter“ Kunst sprechen Nynke Tynagel und Job Smeets, die sich selbst als Designer bezeichnen, ganz offen aus: „Wir wäre gerne Künstler geworden“. Tatsächlich aber entwickeln sie einerseits Objekte, die ganz ohne Auftrag entstehen und einfach aus einer inneren Notwendigkeit geformt werden müssen, ganz so, wie ein Bildhauer es tut, andererseits nehmen sie aber auch gerne Aufträge von Firmen wie Swarovski oder Modedesignern wie Viktor&Rolf entgegen.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

St.Sakrament - Die Bunkerkirche in Düsseldorf Heerdt

Als im Jahr 1947 Dr. Carl Klinkhammer nach Düsseldorf versetzt wurde, um im Stadtteil Heerdt seine neue Stelle als Pfarrer anzutreten, erwartete ihn dort eine bauliche Situation, die absolut einmalig war. Es existierte dort zwar eine sogenannte „Notkirche“, wie vielerorts in Deutschland zu dieser Zeit, was Pfarrer Klinkhammer aber viel eher interessierte, war das Gebäude daneben: ein mächtiger Bunker. Während des Zweiten Weltkriegs war er in der Form einer Kirche gebaut worden, um durch diese Täuschung den Bomben entgehen zu können. Nach einer Zwangsenteignung hatte man den Bunker auf einem Grundstück angelegt, das ursprünglich im Besitz der Kirche war, und so lag für Pfarrer Klinkhammer nichts näher, als aus dem kirchenförmigen Bunker eine Kirche zu machen.


Am Tag des Offenen Denkmals fanden Führungen durch die Bunkeranlage statt und so machte sich die Reisegruppe nach einer Besichtigung des Dreischeibenhauses auf den Weg nach Herdt. (Das Foyer des Dreischeibenhauses, das sich gerade im Umbau befindet, durfte nicht fotografiert werden, tatsächlich ist zur Zeit aber die gesamte Stadt mit einer Fotografie von Candida Höfer anlässlich ihrer Ausstellung im Museum Kunstpalast plakatiert, die genau dieses Motiv zeigt: Link)

Das Interessante an den Führungen durch die Bunkerkirche war, dass sie von Gemeindemit- gliedern geleitet wurden, die Carl Klinkhammer und dessen individualis- tische Herangehens- weise seit ihrer Kindheit kannten und mit großer Begeisterung von ihrem Pfarrer berichteten. Klinkhammer, so hieß es, habe stets einen außergewöhnlichen Elan an den Tag gelegt und den Umbau intensiv vorangetrieben. Bei der Sprengung der ersten Öffnung in den bis dahin Lichtlosen Raum seien die Scheiben im Umkreis von mehreren hundert Metern zu Bruch gegangen, die Sympathien seiner Gemeinde erhielt er sich jedoch weit über seinen Tod im Jahr 1997 hinaus. Natürlich beteiligte er sich an den Umbauarbeiten selbst und schleppte zusammen mit den Herdter Bürgen die Betonbrocken aus dem Bunker. Generell war Klinkhammer wichtig, sparsam zu haushalten und das Geld lieber in soziale Projekte zu investieren. Dieser wohlüberlegte Minimalismus führte schließlich zu sehr schönen Detaillösungen. So entstanden die farbigen Glasfenster tatsächlich aus Reststücken, die in einer Glashütte anfielen. Klinkhammers Elan steckte auch andere an, und so organisierte er dort, nachdem die Bunkerkirche 1949 eingeweiht worden war, über Jahrzehnte hinweg die sogenannten Mittwochsgespräche mit Gästen wie Heinrich Böll und Konrad Adenauer, die teilweise sogar in den Räumlichkeiten übernachteten. Auch Künstler zog Klinkhammer in seinen Kreis und so stiftete Bert Gerresheim die beiden Bronzereliefs am Eingang der Sakramentskirche. 

Montag, 14. Oktober 2013

Julia Stoschek: Number Seven - Ed Atkins und Frances Stark

Während am 6. September in der Innenstadt Düssel- dorfs alle Zeichen auf VOGUE stan- den, fand auf der anderen Rheinseite, in Oberkassel, zur gleichen Zeit eine Veranstaltung statt, die zwar ganz der Kunst gewidmet war, jedoch die Bereiche Fashion, Lifestyle, Glamour, Socializing und alles andere gleich mit abdeckte. Denn wenn irgendwo ganz groß angelegte Vernissagen stattfinden, dann in der Julia Stoschek Collection. In der euphorischen Menschenmenge im Innenhof der ehemaligen Rahmenfabrik machte man somit nicht nur das Who is Who der Düsseldorfer Kunstbranche aus, auch Lebkuchenfabrikant Lambertz aus Aachen hatte sich von der Aussicht auf zeitgenössische Videokunst locken lassen, wie ich erstaunt feststellte.

Frances Stark

Sonntag, 13. Oktober 2013

VOGUE Fashion’s Night Out: Azzedine Alaïa / JADES

JADES-Inhaberin Evelyn Hammerström in Alaïa

Azzedine Alaïas Drang, sich professionell mit der Kunst auseinanderzusetzen, insbesondere mit der Bildhauerei, war von Anfang an so intensiv, dass er sich als Jugendlicher bei seiner Bewerbung an der Kunstakademie von Tunis einige Jahre älter machte. Die Objekte, die Alaïa entwirft, funktionieren tatsächlich über ihre Bedeutung als Kleidungsstücke hinaus als Skulpturen. 

Bei der Ausstellung von Alaïas Entwürfen im NRW-Forum im Sommer dieses Jahres legte man bei der Präsentation der Kleider und Mäntel somit auch großen Wert darauf, deren Allansichtigkeit, die Bedeutung der Materialien und Oberflächen und Alaïas Sinn für Perfektion erlebbar zu machen (Link).

Azzedine Alaia im NRW-Forum Düsseldorf

Samstag, 5. Oktober 2013

VOGUE Fashion's Night Out: Wolfgang Joop präsentiert "Das Objekt der Begierde" bei Eickhoff

Joop in Wunderkind, Scissorella in Scissorella

Mit seinem Buch “Das Objekt der Begierde” kehrt Wolfgang Joop zum Ausgangspunkt seines Schaffens zurück: zu der Zeichnung. Nachdem er in seinem Roman „Im Wolfspelz“ aus dem Jahr 2003 noch ganz konkret sein Leben als Modedesigner in New York beschreibt, betritt er nun den Bereich der Fabel. Um Mode, bzw. die Begierde nach ihr, geht es jedoch auch in der mit 16 Zeichnungen illustrierten Liebesgeschichte zweier Affen.

Bei Eickhoff, dem legen- dären Modeschäft auf der Königsallee, sollte Joop “Das Objekt der Begierde” im Rahmen der Vogue Fashion’s Night Out in Düsseldorf präsentieren. Zusammen mit diversen ebenfalls sehr vorfreudigen Damen und Herren wartete ich dort auf die Ankunft des Mode- schöpfers und immer wenn wieder ein Gast die Treppe emporstieg ging ein Raunen durch den Verkaufsraum im ersten Obergeschoss. Ein Fernsehteam richtete die Kamera aus, ein älterer Herr posierte schon einmal probeweise auf Joops Stuhl und langsam füllte sich der Raum. Aus einem Lautsprecher ertönte immer wieder die Durchsage „Herr Asbrand-Eickhoff bitte zur Kasse“ und mittlerweile hatte sich auch Christiane Arp, die Chefredakteurin der Vogue eingefunden, sowie Ute Ohoven. Dann plötzlich wurde das Raunen lauter und Wolfgang Joop wurde strahlend von der gesamten Familie Eickhoff begrüßt. Nach einigen einleitenden Worten, in denen er sein inniges Verhältnis zur Kunst, zu Familie Eickhoff und zur Stadt Düsseldorf erläuterte, begann er schließlich, sein Buch, das für das begeisterte Publikum definitiv ein Objekt der Begierde darstellte, und auch seine Kunstdrucke zu signieren. 

Freitag, 4. Oktober 2013

VOGUE Fashion's Night Out: Monika Gottlieb im Dorotheum Düsseldorf



Von Monika Gottliebs Leidenschaft für Mode erfuhr ich zum ersten Mal im August letzen Jahres in Bonn Bad Godesberg. Zu dieser Zeit wurden dort unter dem Titel „Dior am Rhein“ im Haus an der Redoute die lange verschollen geglaubten Fotografien von Heinz Engels gezeigt, die eine Modenschau von Christian Dior dokumentierten (Link). Im Jahr 1952 war Dior mit seinen Mannequins und seiner gesamten Entourage nach Bad Godesberg gereist, um seine Kollektion „La Sinueuse“ zu präsentieren. Nach zwei Defilees in der Redoute, einem Ballsaal aus dem späten 18. Jahrhundert, fuhr man schließlich weiter nach Düsseldorf und zeigte die Entwürfe im Breidenbacher Hof. Diors Kontakte nach Deutschland in der frühen Nachkriegeszeit werden heute als wichtige Schritte auf dem Weg der deutsch-französischen Annäherung gesehen.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Sommer/Ende/Herbst/Anfang



Ausflug ins Land der Handy-Fotografie (Angermund, Sommer 2013)

Der Sommer, der sich zunächst nicht so richtig einstellen wollte und einen dann im Juli mit seinen Hitzeexzessen förmlich aus dem Haus trieb, um in den ebenfalls warmen Badesee zu springen, endete schließlich in einer Serie von Tagen, in denen ich mehr erlebt habe, als im gesamten Sommer zusammen. Zunächst war die Vernissage von Taka Kagitomi (Link) der Auftakt zu einem Wochenende, an dem mindestens zehn Großveranstaltungen gleichzeitig stattfanden. Das erforderte sowohl einen straffen Zeitplan als auch  eine gewisse Vielseitigkeit, um zwischen den Punkten Mode (Vogue Fashion’s Night Out), Kunst (Julia Stoscheks Eröffnung No.7, Kunstpunke und Düsseldorf Cologne Open Art), und Architektur (Tag des Offenen Denkmals) nicht den Überblick zu verlieren. 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

NRW-Forum Düsseldorf: Foto A - Z. Die Eröffnung


Scissorella in Scissorella (Foto: Jen Hel)
Am Abend des 27. Septembers wurde die Abschiedsausstellung der beiden NRW-Forum-Macher Perta Wenzel und Werner Lippert eröffnet, „Foto A - Z . Fotografien, die wir gezeigt haben, und die, die wir immer schon gerne gezeigt hätten“ (Link). Unter den Vernissagegästen machte ich zahllose langjährige Fans des NRW-Forums aus und die für die Eröffnungsabende typische Euphorie konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei allen die Melancholie mitschwang. Die Ausstellungen im NRW-Forum waren durch ihre Themenauswahl aus den Bereichen Mode, Fotografie, Architektur, Videokunst und ähnlichem immer ein Anziehungspunkt für begeisterte Individualisten. Die Vernissagen gingen dementsprechend in ihrer Festlichkeit stets weit über die üblichen Ausstellungseröffnungen hinaus. Ich bin mir sicher, dass man dank dieser Mischung aus anspruchsvoller Kunst und Glamour später einmal vom NRW-Forum spricht wie heute vom Studio 54. Gerade weil man an diesen Freitagabenden im NRW-Forum immer so viele Enthusiasten traf, sich stundenlang unterhielt und auf einer Woge der Begeisterung durch die Räume gespült wurde, habe ich immer zu wenig fotografiert. So auch am letzen Freitag. Zum Glück hat Jen Hel (DressCodeHighFashion.com) ein Foto von mir gemacht, ganz passend mit Anton Corbijn.

Auch wenn niemand weiß, wie es mit dem NRW-Forum weitergeht, bin ich davon überzeugt, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.

Freitag, 27. September 2013

NRW-Forum Düsseldorf: Foto A - Z. Fotografen, die wir gezeigt haben, und die, die wir immer schon gerne gezeigt hätten.



Anton Corbijn, Cindy Sherman

Mit der letzten Ausstellung, die unter ihrer Regie im NRW-Forum Düsseldorf stattfindet, haben sich Petra Wenzel und Werner Lippert einen Traum erfüllt. Ab morgen präsentieren sie dort „Fotografen, die wir gezeigt haben, und die, die wir immer schon gerne gezeigt hätten.“, so der Untertitel der Ausstellung „Foto A - Z“.


Freitag, 20. September 2013

Hinter dem Spiegel: Taka Kagitomi und Johannes Lenhart im Raum für Vollendete Tatsachen, Düsseldorf


Von Taka Kagitomi weiß man, dass es ihm immer gelingt, ganz normale Räume in etwas Abenteuerliches, Phantasievolles zu verwandeln. Er baut Treppen, schafft Durchbrüche und bringt dabei die erstaunlichsten Materialien und Formen miteinander in Verbindung.

Der Raum für vollendete Tatsachen, der gemeinsame Projektraum von Katharina Maderthaner und Christian Schreckenberger, ist mit seiner Vergangenheit als ehemaliges Ladenlokal genau so ein Raum, der auf einen Eingriff des Bildhauers Kagitomi gewartet hat. Und obwohl der Off-Space auf der Oberbilker Allee zusammen mit seinen Besuchern in den vergangenen Jahren schon so einige Ausstellungen erlebt hat, findet man sich plötzlich nicht mehr so ganz zurecht. Irgendetwas ist anders. Und wo sind Kagitomis Bauten aus gefundenen Materialien? An der Decke hängt eine riesige Skulptur von Johannes Lenhart, die aus einem Ruderboot besteht und sich, wie man auf der Internetseite des Künstlers nachlesen kann, auf die Beuys-Ideen des erweiterten Kunstbegriffs und der sozialen Plastik bezieht. Und war hier nicht früher der Durchgang zur Bar? An einer Wand hängt ein kleiner Spiegel, vor dem ein Bänkchen steht. Die ganze Situation ist in ein geheimnisvolles Licht getaucht. Und dann erst bemerkt man es: Taka Kagitomi hat den Raum so geschickt verändert, dass man es erst auf den zweiten Blick erkennt: der Spiegel ist eine Täuschung und der Durchgang zur Bar führt nun durch den vermeintlichen Spiegel hindurch. Der Bildhauer ist sich also treu geblieben. Man klettert durch einen Zwischenraum, über Paletten und Rampen hinweg bis zu einer Rutschbahn, auf der man direkt mitten ins Getümmel schlittert. Auch die kreisrunde, von den Ausstellungsgästen umlagerte Theke, die Kagitomi aus Stullehnen gebaut hat, gehört mit zum Konzept.

Freitag, 30. August 2013

Ryoji Ikeda: test pattern [100 m version] im Landschaftspark Duisburg Nord



Rhythmus ist eines der Elemente, die Musik und Architektur miteinander verbinden. Nachdem bei der letzten Ruhrtriennale Carl Orffs „Prometheus“ in der Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg Nord aufgeführt wurde als eine einzige Ode auf den Rhythmus der Sprache, der Bewegungen und der Parallelen des riesigen Raums, geht nun der japanische Künstler Ryoji Ikeda mit seiner Arbeit test pattern [100 m version] auf die Dimensionen des Industriedenkmals ein. Ikeda, der seit langem mit elektronischer Musik arbeitet und diese mit Licht, Bild und Klang zu groß angelegten Installationen verbindet, übersetzt für „test pattern“ Texte, Geräusche, Fotos und Filme in Barcodes, die in einer endlosen Schleife auf den Boden des einhundert Meter Langen Gebäudes projiziert werden. Die Sounds, die Ikeda den Strichcodes entsprechend arrangiert hat, entsprechen dabei perfekt dem Muster aus schwarzen und weißen Streifen. Betritt man den riesigen Laufsteg, konzentriert man sich bald ganz darauf, den wechselnden Rhytmen zu folgen, geistig und auch körperlich und sowohl bezüglich der gesehenen als auch der gehörten Rhytmen. Ikeda gelingt es tatsächlich, die verschiedenen Kunstformen, Sinneswahrnehmungen und Dimensionen absolut miteinander verschmelzen zu lassen, sodass man sich aus dem Bann der Installation nur schwer lösen kann.


Zum Auftakt der Ruhrtriennale war Ikedas Werk bereits vom 23. bis zum 25. August zu sehen, vom 4. bis zum 15. September haben die Besucher ein weiteres Mal die Möglichkeit, Teil der interaktiven Installation zu werden.

Mittwoch, 28. August 2013

Fluchtpunkt Kalifornien - Wie ich an meinem Geburtstag ein Schlupfloch in die Sechzigerjahre fand / Hengsteysee

An meinem Geburtstag fand ich ein geheimes Schlupfloch nach Kalifornien. Und das ausgerechnet dort, wo das Ruhrgebiet am idyllischsten ist.

Das Interessante an der Auseinandersetzung mit Architektur sind gar nicht unbedingt nur die Gebäude selbst, mit denen man sich beschäftigt, es sind auch die Geschichten, die man dabei erlebt. Manchmal ist man überrascht, plötzlich vor einem Gebäude zu stehen, das man bisher nur von Schwarz-Weiß-Fotos kannte, oder man trifft vor Ort Leute, die einem etwas erzählen, das man sonst nie herausgefunden hätte. Und hin und wieder findet man einfach so im Vorbeigehen Bauten, nach denen man nie gesucht hat, die einen aber sofort in Begeisterung versetzen und man heilfroh ist, diesen und nicht jenen Weg eingeschlagen zu haben - Gebäude, die in keinem Architekturführer stehen, aber alle Charakteristika haben, die für eine Epoche typisch sind.

 

Sonntag, 28. Juli 2013

Wer sich fragt, was eigentlich aus der Moderne geworden ist, ...

...der sollte zur Zeit nicht unbedingt nach Krefeld fahren. Dort wird sie gerade großflächig abgeklopft und weggeschmissen. Über den drohenden Abriss der Eiermann-Fassade habe ich bereits berichtet (Link). Nun war ich eben noch einmal vor Ort und kann sagen, dass die dem Siedenweberhaus zugewandte Gebäudeseite mittlerweile komplett zerstört ist.

In Potsdam dagegen, am anderen Ende der Republik, geht es richtig voran, wie ich heute erfahren habe. Das funkelnagelneue Stadtschloss ist beinahe fertig (Link) und gibt der Stadt, in der echte Schlösser schließlich Mangelware sind, endlich das richtige Las-Vegas-Flair. Wer mir dieses verdrehte Verhältnis zwischen Fortschritt und Rückschritt erklären kann, darf sich gerne bei mir melden. Leben wir bald wieder in Höhlen?
 

Mittwoch, 24. Juli 2013

Gottfried Böhm: Rathaus Bensberg, 1963 bis 1969



Geheime Forschungsstationen auf den vereisten Gipfeln der Alpen, die nur mit dem Helikopter zu erreichen sind, eine Villa aus gewölbtem Beton, in dessen Pool man das Gefühl hat, dass der Beckenrand nahtlos mit dem gebirgigen Horizont jenseits der dürren kalifornischen Wüste abschließt, ein polypenartiges Meeresschloss aus Stahl, das man bei Bedarf im Ozean versenken kann - all das sind Architekturen, die man üblicherweise mit James-Bond-Filmen verbindet. Gemein ist diesen Bauten neben ihrer exponierten Lage immer, dass sich etwas absolut Neues, technisch wirkendes mit dem Urigen, Alten, Authentischen verbindet, mit dem Meer, dem Wüstenkarst, dem ewigen Eis und Schnee, den gewaltigen Feslmassiven. Das Erhabene ist deutlich zu spüren. Das sind die High-End-Phantasien eines Ken Adams denkt man, des Bond-Filmarchitekten, in dessen Elternhaus schon Mies van der Rohe ein- und ausgegangen ist und der Wert darauf legt, zuerst Flugzeuge fliegen und dann Autofahren gelernt zu haben; oder eines John Lautners, dessen Phantasie sowieso außerhalb jeglicher Maßstäbe liegt und der seine Wirkungsstätte zudem in sagenumwobenen Städten wie Los Angeles und Palms Springs hatte. Ganz soweit  muss man allerdings gar nicht fahren, um sich mit Bauten dieser Zeit zu beschäftigen, die ganz ähnliche Assoziationen wecken.

Nachkriegsmoderne, Beton, Gottfried Böhm

Die Stadt Bensberg, die heute zu Bergisch Gladbach gehört und auf einem Plateau oberhalb der Kölner Bucht liegt, sollte in den Sechzigerjahren ein neues Rathaus bekommen. Bereits seit dem Mittelalter existierte dort eine Burg, von der aus man das gesamte Rheinland im Blick hatte und weit über den Kölner Dom hinausschauen konnte. Man entschied sich für einen Entwurf Gottfried Böhms, der die Überreste der Burg ergänzen sollte. Erhalten war zu dieser Zeit noch der Bergfried aus dem 12. Jahrhundert, eine den Innenhof umgebende Ringmauer aus dem 13. Jahrhundert und ein weiterer, kleinerer Turm. Böhm brachte das typische Bild einer Burg auf die Spitze, abstrahierte das Charakteristische der noch vorhandenen Elemente und entwarf eine mächtige Anlage aus trutzigen Mauern und einem phantastisch modellierten Treppenhausturm. Der Blick in die Landschaft wird zudem durch einen eleganten Rhythmus aus Fensterbändern garantiert.

Wie bei Böhms Wallfahrtskirche in Neviges handelt es sich auch in Bensberg um eine begehbare, ganz  aus Sichtbeton gegossen Skulptur, die optisch und auch haptisch erlebt werden muss. Am imposantesten ist natürlich der Aufstieg in den markanten Treppenhaus- turm, dessen Fensterband einen ungebrochenen Blick in die Ferne bietet. Darüber hinaus fallen dem Besucher unzählige weitere Details ins Auge, die Ausbuchtungen und Winkel der rauhen Wände und Decken, die Glühbirnen, die in die Decken eingelassen sind, die Sitzmöglichkeiten, die dem Grundriss des Gebäudes folgen, die großen Erdgeschossfenster zum Innenhof, die rahmenlos auf den Beton stoßen und immer wieder die zahllosen Variationen von Aus-, Durch- und Einblicken. Das ringförmige Arrangement des Ensembles taucht in den Anlagen Böhms immer wieder auf, oft gruppieren sich die einzelnen Gebäude um einen Platz mit einer Kirche wie im Fall des Seniorenheims in Düsseldorf Garath oder bei Böhms Kinderheim in Bergisch Gladbach Refrath. Im Hof der Bensberger Burg steht eine alte Kastanie, die das Bild schließlich vervollständigt.

 

Anhängen möchte ich meiner Ausführung noch, dass ich am Abend meines Besuchs in Bensberg noch einmal zu Böhms Rathaus zurück- gekehrt bin. Sie Sonne war bereits unter- gegangen und ein warmer Wind wehte über den dunkler werdenden Burg- hof. Ich saß auf einem von der Augustsonne aufgewärmten Beton- block zu Füßen des nun düster auffragenden und so noch märchenhafter wirkenden Treppenhausturms. In dieser merkwürdig warm-dämmerigen Atmosphäre geriet ich zunehmend in eine gewisse Trance. Es war genau so, wie man es Böhm damals für seinen Entwurf für Neviges vorausgesagt hatte: ich befand mich in einem idealen Paralleluniversum. Und plötzlich wurde mir eines überdeutlich klar: nie zuvor hatte sich so eindeutig die Verbindung zwischen Sprache, Schrift, Architektur und Bildhauerei manifestiert wie hier. Die einzelnen Segmente der Fensterbänder bildeten in ihren unterschiedlichen Längen einen Rhythmus, der beinahe wie ein Gedicht zu lesen war und einer inneren Logik folgte. Ähnliches habe ich danach nur bei Carl Orffs „Prometheus“ erlebt, in dem stundenlang altgriechische Ferse rezitiert werden und man bis zum Schluss so gebannt ist, dass man meint, jedes Wort verstehen zu können. 

Gerry Weber: Spanish Nights in der Ulmer Höh'


Die Fashion Night des Hauses Gerry Weber ist mittlerweile ein fester Bestandteil der düsseldorfer Modewoche und fand nun bereits zu dritten Mal im Innenhof des ehemaligen Gefängnisses Ulmer Höh’ statt. Dort hatte man weiße Zelte, Liegestühle und Fackeln aufgestellt, auch das phantastische Sommerwetter entsprach dem Motto „Spanish Nights“, und so entfaltete sich innerhalb der roten Backsteinmauern ein echtes balearisches Flair.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Gottfried Böhm: Maria, Königin des Friedens; Velbert Neviges 1968




 

Gottfried Böhm möchte nicht über seine Werke sprechen. Das liest man zumindest in Veronika Darius’ Schrift über Böhms Bauten aus den Sechzigerjahren, erschienen im Beton-Verlag, Düsseldorf 1988. Betrachtet man, oder eher: erlebt man die Gebäude Böhms direkt vor Ort, dann erübrigen sich zunächst tatsächlich alle möglichen Fragen zu Beweggründen und Motiven des Architekten. Stattdessen setzt unmittelbar ein Gefühl des Überwältigtseins ein, zusammen mit dem dringenden Bedürfnis, sich ganz in den Sog dieser bis ins letzte Detail plastisch durchformten Welten zu begeben und komplett darin einzutauchen. Das Phantastische ist Gottfried Böhms Metier, das Großartige, Spektakuläre, Geheimnisvolle, wobei es beinahe zur Nebensache wird, ob es sich nun um eine Kirche, ein Verwaltungsgebäude oder um ein Kinderheim handelt. 

Den gesamten letzten Sommer über hatte ich immer wieder das Glück, mich mit diversen Bauten Böhms im Rheinland beschäftigen zu können und bin dabei auf typische Muster in seiner Vorgehensweise gestoßen. Es sind ähnliche Motive die er immer wieder variiert und auch die Materialien wieder- holen sich. Es ist faszinierend zu sehen, wie es Gottfried Böhm gelungen ist, über Jahrzehnte hinweg im gesamten Rheinland öffentliche Gebäude zu plazieren, die durch den  Einsatz immer wieder auftauchender Elemente, Materialien und ganzer Bauteile deutlich als Werke Böhms zu erkennen sind und immer den Aspekt des Phantas- tischen transportieren. Bei Veronika Darius liest man sogar, dass Böhm seinen Entwurf für die Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Velbert Neviges überarbeiten musste, nachdem man ihm vorgeworfen hatte, mit dem Gebäude ein Paralleluniversum schaffen zu wollen. Gerade diese Eigenschaft der Gebäude Böhms, mit ihrem Anspruch an das Gesamtkunstwerk den Besucher in eine perfekt durchgestaltete Welt zu führen, ist typisch für sein Werk und findet sich bis heute in zahllosen weiteren Entwürfen.

Die Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Velbert Neviges, die im Jahr 1968 geweiht wurde, ist wohl Böhms bekanntestes Werk. Neviges selbst ist ein hübscher kleiner Ort mit alten Fachwerkhäusern und einer Barockkirche. Nähert man sich Böhms Wallfahrtskirche, so sieht man zunächst immer wieder deren merkwürdig zerklüftetes riesiges Betondach wie ein Gebirge über den schwarzen Balken und weißen Flächen der heimelig wirkenden alten Häusern des Örtchens aufragen. Schließlich gelangt man an den Fuß des sogenannten Pilgerweges, der sich, flankiert von einem langgezogenen zweistöckigen Gebäude mit zahllosen runden Erkern auf der linken und der mächtigen Wand einer betonierten Böschung auf der rechten Seite, unter Platanen hindurch bis zum Eingang des riesigen Betonzelts erstreckt. Böhm inszeniert den Aufgang der Pilgerscharen zur Kirche wie eine Prozession und schafft eine Atmosphäre, die den Besucher schrittweise auf das Unglaubliche vorbereitet, das ihn im Inneren erwarten soll. 
 

Mittwoch, 10. Juli 2013

Düsseldorf: Diner en blanc an der Rheinuferpromenade



Scissorella in Scissorella: Das Diner en blanc bot die optimale Gelegenheit, die Bergarbeiterjacke zu reaktivieren, die ich vor einigen Jahren entworfen habe, hier in Kombination mit meiner Lindyhop-Matrosenhose, die ebenfalls von mir stammt.

Das sieht ja aus wie an der Côte d’Azur, meinte eine Dame zu mir, während ich an der Brüstung der Rheinuferpromenade auf meine Picknickgäste wartete. Und tatsächlich fühlte man sich angesichts der langen, festlich gedeckten Tafel, an der hunderte, ganz in weiß gekleidete Leute saßen und den Sommer feierten, in eine Art Märchenreich versetzt.


Am letzten Samstag fand in Düsseldorf zum dritten Mal das Diner en blanc statt, ein Fest, dessen Konzept deutlich über das eines Picknicks hinausgeht. Alle Teilnehmer des Dines erscheinen traditionell in weiß gekleidet, und auch die mitgebrachten Tische, die zu einer langen Tafel zusammengestellt werden, hält man ganz in weiß, inclusive Porzellan und Kerzen. An warmen Sommerabenden trifft man sich zu einer phantastischen Inszenierung und nimmt unter freiem Himmel sein mitgebrachtes Drei-Gänge-Menü ein. Der spannende Aspekt beim Diner en blanc besteht in der Wahl des Orts. Erst kurz vor Beginn der Feier wird über soziale Netzwerke bekannt gegeben, wo genau man sich zum Dinieren trifft, was der so wie so schon verzauberten Atmosphäre einen Hauch des Abenteuers gibt.


Sonntag, 7. Juli 2013

Tomás Saraceno: in orbit

Fotos von Wilfried Meyer

In seiner Auseinandersetzung mit der idealen Architektur verfolgt Tomás Saraceno die Idee der fliegenden Stadt. Neben seinen Skulpturen gelang es Saraceno in den letzten Jahren immer wieder, seine Vorstellung einer gesamten idealen Stadt in die Realität umzusetzen, wie z. B. in Berlin mit der Installation „Cloud Cities“ im Jahr 2011 (Link). 

Mit seinen Installationen, die aus aufblasbaren Sphären, Netzen und spiegelnden Oberflächen bestehen und ausgesprochen futuristisch wirken, bezieht sich Saraceno sowohl auf die Vorgehensweisen von Spinnen aus auch auf die Ideen Richard Buckminster Fullers. So wie es Spinnen gelingt, an ein bereits bestehendes Netz eine zweite ebene anzuknüpfen, so spannt Saraceno für seine Arbeit „in orbit, die die seit dem 21. Juni im K21 zu erleben ist, über dem zwanzig Meter hohen Atrium des ehemaligen Ständehauses in mehreren Ebenen filigrane Stahlnetze auf, zwischen denen sich die Besucher bewegen können. Die Interaktion der Besucher mit seinen Konstruktionen ist Saraceno immer ein Anliegen. Gerade bei „in orbit“ ist es faszinierend zu sehen, wie die in weiße Overalls gekleideten Besucher die Netze und Sphären in Schwingung versetzen und sich nach einem vorsichtigen Herantasten an den Abgrund zunehmend sicherer im Luftraum unter der riesigen Glaskuppel des  Ständehauses bewegen. Und das ist das eigentlich Beeindruckende an Saracenos Arbeit: die Euphorie lässt einen sämtliche Ängste vergessen und man fliegt förmlich in großen weichen Schritten durch die Luft. Man fühlt sich „in orbit“.



Dienstag, 2. Juli 2013

Running the race: NEU BAUHAUS und SCISSORELLA beim B2RUN

Fotos von Jörg Reich

Wilfried Korfmacher und Dustin Stupp im neongelben NEU BAUHAUS Look am Start, Scissorella im SCISSORELLA-Korsett
Sport und gutes Design sind zwei untrennbare Begriffe, beinhaltet doch der Sport selbst schon einen Gestaltungswillen bezüglich des Körpers. Für das Design von Sportkleidung besteht zudem im Idealfall der Anspruch, Eleganz und Geschwindigkeit mit Funktionalität zu verbinden. Von Stella McCartneys Entwürfen für adidas über die schneidigen Schwimm-Outfits der Firma Jantzen aus den Dreißigerjahren kann man zurückgehen bis zu den Olympioniken des antiken Griechenlands, deren Turnkleidung offensichtlich kein Fettpölsterchen kaschierte.


Sport ist, und davon möchte ich nicht abweichen, auch die Grundlage für den vollen Architekturgenuss, da so- wohl ein gewisses Körper- gefühl als auch die eigene Beweglichkeit notwendig ist, ein Verhältnis zum Raum und dessen Proportionen herzustellen, das über den rein visuellen Eindruck hinausgeht. LeCorbusier sah beispielsweise für die Bade- zimmer seiner Wohnanlagen genügend Platz vor, um Fitnessgeräte aufzustellen, sowie weitläufige Grün- flächenflächen zwischen den Gebäuden um sich ganz dem Licht, Luft und Sonne-Ideal zu widmen.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Egon Eiermann: IBM Zentrale Stuttgart Vaihingen, 1967 - 72




In akuter Gefahr befinden sich zur Zeit die Gebäude, die Egon Eiermann in den Sechzigerjahren für die Internationale Büromaschinen Gesellschaft mbH, kurz IBM, in Stuttgart Vaihingen entworfen hat. Der Gebäudekomplex, der aus drei Verwaltungsgebäuden und einer separaten Kantine besteht, ist an zwei Seiten von Autobahnen umschlossen, zudem ist der Haupteingang nur über eine Brücke zu erreichen. Gerade diese besondere Lage und die auschließliche Erreichbarkeit mit dem Automobil, die so typisch ist für die Entstehungszeit des Ensembles, sind Gründe, weswegen es sich nach dem Auszug der Firma IBM im Jahr 2009 weder vermieten oder verkaufen lässt. Der jetzige Besitzer hat sich mit der Immobilie offensichtlich verspekuliert, Insolvenz angemeldet und daraufhin eine Abrisserlaubnis für den unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplex beantragt, dem der Baubürgermeister der Stadt Stuttgart allerdings nicht zustimmen will. Grund für den Auszug der Firma IBM waren die angeblich zu hohen Investitionen für eine energetische Sanierung der Häuser. Schönheit hat immer ihren Preis und gerade die Eiermann-Gebäude in Vaihingen verlangen einen Investor, der dazu bereit ist, sich in die subtile Komposition filigraner Elemente einzufühlen und ein entsprechendes Budget so einzusetzen, dass die Leichtigkeit und Strenge kalifornischer Case Study Houses erhalten bleibt.

Don Christobal war in Vaihingen vor Ort, um für Scissorella.de einige Fotos der Situation zu machen. Vielen Dank!