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Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Samstag, 5. Juli 2014

Loreley / Wetter / Aussicht


Die Wetteraussichten waren bisher eher selten Thema dieses Mediums. Sichtachsen und Blicke von erhöhter Warte aus jedoch schon. Und so muss ich noch einmal zu dem Sturm zurückkehren, der zu Pfingsten über Düsseldorf hinweggedonnert ist und dabei angeblich 17 000 Bäume umgerissen hat. Kurz bevor es in Düsseldorf an diesem Abend losging, fuhr ich gemächlich im Rahmen einer Geburtstagsfeier in einem kleinen Schiff den Rhein entlang, von Worms bis zur Loreley in St. Goarshausen. Den ganzen Tag über brannte die Sonne hell und klar auf das Land und das Wasser hinab, alles flirrte und glitzerte und das Gegenlicht ließ die Formen der Bäume, Felsen und Burgen wie laviert erscheinen, mit einigen scharf gezeichneten Elementen im Vordergrund. Niemand der Mitreisenden wollte in St. Goarshausen den Loreleyfelsen hinauf klettern und so machte ich mich in der Nachmittagshitze alleine an den Aufstieg. In all dem Licht lag etwas Geheimnisvolles über dem Felsen. Die wenigen letzten Touristen verließen die Aussichtspunkte und bald fand ich mich alleine auf dem Schieferplateau hoch über dem Rhein wieder. Einzig die hellgrün schimmernden Laubbäume raschelten leise im warmen Wind vor sich hin.


Der Rhein in seiner Funktion als Transportweg für Güter aller Art, inclusive schwermütiger Dichter, die auf Kähnen treibend dessen Romantik besingen, ist hinreichend bekannt. Von erhöhter Warte, sozusagen von der Dachterrasse aus, die natürliche Sichtachse des in die waldigen Berge hinein geschnittenen Flusses entlang nach Norden zu schauen, ist dennoch etwas Besonderes. Die langhaarige Nixe, die dem Felsen ihren Namen gab, mag sich dort nach attraktiven Schiffskapitänen umgesehen haben (was man eben auf Dachterrassen so tut). In all dem warmen hellen Sonnenlicht, in der dem mysteriösen, geschichtsträchtigen Ort angemessenen Atmosphäre und Einsamkeit, sah ich jedoch, wie sich weit in der Ferne, im Norden, der Himmel zuzog und etwas Bleiernes herannahte. Und dann wechselte das Licht ganz abrupt seine Farbe von golden auf grau. Dort im Norden lag Düsseldorf, und es war kurz vor acht Uhr abends. Es ging los (Link).


Kommentare :

Dieter Kief hat gesagt…

'allo Frau Zinnbauer -

- öh: 'ab' - Ihre - Loreley zum zweiten mal besucht - also hat sie Eindruck gemacht. Dann ihr Grau Grün Silber Video entdeckt u gesehen.
Jetzt war ich doppelt beeindruckt - und 'abe unten wiedergegebene Archiv-Notiz verfasst, um meinen Eindrücken ein wenig Dauer zu verleihen:

Julia Zinnbauer
Video in Foyer Schauspielhaus ? 1960 ff. mit Detailaufnahmen von Kleiderstoffen, Applikationen u. ä., die mit Natur-Details Kiefscher Foto- Provenienz - zwitschern?!

http://www.myvideo.de/watch/3864684/Scissorella_grau_gruen_silber

cf. Loreley-Blogeintrag von J. Z. - mit staubtrockenem, streng an der Wahrnehmung orientierten Blick auf Sturm in D'dorf und überhaupt schönem Eigensinn.


Viele Grüße -

Dieter Kief

Scissorella hat gesagt…

Hallo Herr Kief,

dass meine Berichte Einzug in Ihr Notizbuch halten, freut mich natürlich sehr. Und auch, dass "grau grün silber" nach Jahren mal wieder angeschaut wird! Das war damals mein allererster Versuch, mich dem bewegten Bild zu nähern, noch als Stop-Motion-Film. Aufgenommen habe ich die Bilder im Foyer des Roy-Lichtenstein-Saals der Heinrich-Heine-Uni in Düsseldorf. Die Schönheit der Düsseldorfer Uni wird ja leider oft unterschätzt.

Ich sende Ihnen die besten Grüße und wünsche weiterhin viel Spass mit meiner Beton-Depesche,
bis bald,

Julia Zinnbauer