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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Montag, 22. Dezember 2014

Pascal Haüsermann: L’Eau Vive, Raon l’Étape 1967



Als gegen Ende der Sechzigerjahre eine euphorisch-exzessive Welle über dem Planeten zusammenschwappte und die metallisch schimmernde Geradlinigkeit von Häusern und Möbeln in Schwung versetzte, da befand sich der Schweizer Architekt Pascal Haüsermann schon lange mitten im Geschehen rund um das Maison Bulle, das Blasenhaus. Haüsermanns Geschichte zeigt, wie eine überbordende Phantasie und der Idealismus, das Wohnen spektakulärer und individualistischer zu gestalten, am Ende an immer rigider werdenden Bauvorschriften und sogar offen zur Schau gestellter Missgunst scheiten sollte.


Les Maisons Bulle
Bereits im Jahr 1959 baute Pascal Haüserman in Grilly ein erstes Ferienhaus und entwickelte dabei sowohl seine Technik, Betonschalen herzustellen, als auch seine eigenen Ideen zum Thema Autokonstruktion. Haüsermans Methode bestand darin, zunächst ein korbartiges Gestell aus gebogenen Stahlbändern zu bauen, um in einem zweiten Schritt die so entstandene Armierung per Hand mit Beton zu umschließen. Eine Verschalung benötigte man für die geschwungenen Formen somit nicht. Auf diese Weise gelangen ihm begeh- und bewohnbare Skulpturen, die an Eier, Ellipsen und Muscheln erinnern und die ein wenig wie überdimensionierte Töpferwaren aussehen. Nicht zufällig betreibt heute noch Haüsermanns erste Frau Claude Costy in dem „La Ruine“ genannten Haus, das ebenfalls von dem Architekten stammt, eine Töpferwerkstatt. Claude Costy war lange Jahre intensiv am Werk ihres Mannes beteiligt.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

ellipsoid episodes - Ein filmischer Ausflug in die totale Schwerelosigkeit

 
Nachdem „ellipsoid episodes“, mein Kurzfilm aus dem Jahr 2012, mittlerweile bei den wildesten Veranstaltungen gezeigt wurde, nehme ich den nun gerade vergangenen sechsten Geburtstag meines Blogs zum Anlass, das Weltraumabenteuer endlich Teil dieser Seite werden zu lassen. Die Entstehungsgeschichte des Films (Link) und der Kostüme, die ich dafür entworfen habe, sind genauso mit meinem Blog verwoben, wie die Erlebnisse rund um die Aufführungen der UFO-Episoden. Immer geht es dabei um meine Suche nach aufregender, futuristischer Architektur und so habe ich mich natürlich gefreut, dass „ellipsoid episodes“, nachdem ich den Film in einem Futuro von Matti Suuronen gedreht hatte, von Anfang an  auch an ungewöhnlichen Orten gezeigt wurde. Seine Uraufführung erlebte der Kurzfilm bei der Eröffnung des Museums Charles Wilp Space in Witten (Link), war dann im Filmmuseum Düsseldorf zu sehen und in der Wuppertaler Galerie Grölle pass:projects (Link), während die Schwebebahn über die Köpfe der Zuschauer hinweg rauschte. Bei der Wiedereröffnung der Caprigarage (Link) wurde "ellipsoid episodes" unter einem riesigen Sternenhimmel gezeigt und war schleißlich Teil der 60. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (Link). Es bleibt mir, Euch einen vergnüglichen Ausflug in die totale Schwerelosigkeit zu wünschen.

ellipsoid episodes
Ein Film von Julia Zinnbauer
Kamera, Schnitt, Kostüme, Regie: Julia Zinnbauer
Mit Sandra Labs (Weltraummechanikerin), Patrizia Lohmann (Astronautin), Stefanie Pürschler (Astronautin), Axel Schrooten (Astronaut) und Julia Zinnbauer (Weltraumtouristin, Astronautin, Samba-Fransenmonster)
Düsseldorf 2012 

Zu der Entstehungsgeschichte der Kostüme geht es hier entlang: Link / Link / Link

Montag, 1. Dezember 2014

Arne Jacobsen: Das Mainzer Rathaus (1974)


Seit Jahren diskutiert man, ob man das Mainzer Rathaus nicht einfach abreißen soll. Zum vierzigsten Geburtstag des Gebäudes von Arne Jacobsen und Otto Weitling fand nun im Foyer des Hauses eine Ausstellung statt, die einmal die gesamte Entstehungsgeschichte aufrollte und das groß angelegte Konzept hinter dem Entwurf der beiden Architekten erklärte. Dabei wurde vor allem eines ganz deutlich: das Mainzer Rathaus ist ein Gesamtkunstwerk.

Samstag, 22. November 2014

Die Modesammlerin: Monika Gottlieb auf der Cologne Fine Art

Monika Gottlieb / Kleid von Nina Ricci
Die Frage, was man zu seinem Jaguar E-Type anzieht, beantwortet Monika Gottlieb natürlich mit Dior. Zurzeit nimmt die Düsseldorferin mitsamt ihrer Entourage an der Cologne Fine Art teil und bringt mit ausgewählten Stücken aus ihrer Sammlung den Glanz des internationalen Jetsets in die Domstadt. 

Die Geschichte Monika Gottliebs ist eng verwoben mit dem Aufstieg Düsseldorfs zur Modemetropole in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts und das Flair exklusiver Mode begleitet sie von klein auf. Über das Parfümerie- und Modeschäft von Monika Gottliebs Eltern in der Nähe der Königsallee und die Sammlung, die daraus hervorging, habe ich nun schon einige Male berichtet (hier (Link) und hier (Link)). Umso mehr freute ich mich, von Frau Gottlieb zur diesjährigen Cologne Fine Art eingeladen zu werden. Als zusätzliches Highlight der Messe war auf Anraten Frau Gottliebs die Londoner Auktionatorin Kerry Taylor (Link) angereist, die mit ihrem Vortrag das Publikum sehr ins Schwärmen brachte. Dabei ging es um Schätze von Madelaine Vionnet und Elsa Schiaparelli, die sie in Kellern und auf Dachböden ausfindig machte, um die Garderobe Prinzessin Dianas, um die Kleider von Filmdiven wie Liz Taylor und Ava Gardner, die Kerry Taylor immer wieder mit einem euphorischen „gorgeous“ kommentierte und schließlich auch die drei Gründe, weswegen sich eine Dame überhaupt von ihrer luxuriösen Kleidung trennt: debt, divorce, death. 

Mittwoch, 19. November 2014

surveillance souterraine: Die Making-of-Fotos meines Videodrehs von Robert Freund




Als ich im Januar des Jahres im Rahmen des onomato-Video-Stpendiums meinen Kurzfilm mit dem Titel „surveillance souterraine“ gedreht habe (Link), begleitete der Düsseldorfer Fotograf Robert Freund (Link) das Team für einen Tag und dokumentierte unsere Aufnahmen. Ich freue mich wirklich sehr darüber, unsere Dreharbeiten und auch die Kostüme, die ich eigens für das Projekt entworfen und angefertigt habe, im Nachhinein noch einmal aus einer anderen, nicht weniger architekturbegeisterten Perspektive zu sehen. Robert Freund hat ursprünglich Architektur studiert, fotografiert jedoch seit einigen Jahren das glamouröse Geschehen zwischen Düsseldorf und Sardinien.

Ganz der Schönheit der Architektur dreier U-Bahnhöfe gewidmet, die im Jahr 2002 nach Entwürfen von Wolfgang Döring im Stadtteil Düsseldorf Oberbilk eröffnet wurden, handelt „surveillance souterraine“ davon, wie sich die vier Filmfiguren von den elegant arrangierten Linien und Flächen der Gebäude in Bewegung versetzen lassen und zunehmend in eine ausgelassene Euphorie geraten. Ein ganz wichtiges Ritual, das sich über die gesamten Dreharbeiten hinweg wiederholte, lag darin, dass wird den teils streng, teils erfreut dreinblickenden Sicherheitsleuten der Rheinbahn mit offizieller Mine unsere Drehgenehmigung vorlegen mussten. Auch diese Momente hat Robert Freund festgehalten. Mir bleibt, mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich sowohl bei meinen Darstellerinnen als auch bei unserem  souveränen Setfotografen zu bedanken.

surveillance souterraine
Mit Alwina Heinz, Sandra Labs, Patrizia Lohmann und Julia Zinnbauer
Kamera, Schnitt, Kostüme, Regie: Julia Zinnbauer
Düsseldorf 2014
20.07 min.


Mit Alwina Heinz (links) und Patrizia Lohmann (rechts) im Oberbilker Untergrund.

Dienstag, 11. November 2014

Roger Hummel, André Blanc: L'École Nationale de la Marine Marchande du Havre, 1961


Zu einer Hafenstadt, und als nichts anderes wurde LeHavre im 16. Jahrhundert gegründet und angelegt, gehört neben einem Leuchtturm und diversen Hafenbecken auch eine Marineschule. Die École Royale d'Hydrographie du Havre wurde bereits im Jahr 1666 auf königliche Anweisung hin gegründet und ist eine der ältesten Marineschulen Frankreichs. Während des Zweiten Weltkriegs und den Bombardements, die die ganze Stadt zerstörten, wurde die Schule geschlossen und im Jahr 1949 in einem Provisorium wiedereröffnet. Im Rahmen des Wiederaufbaus der Stadt sollte auch die Marineschule ein neues Gebäudeensemble erhalten, allerdings hoch oben auf einem Felsen im Vorort Sainte Adresse, mit einem weiten Blick über Le Havre hinaus auf das Meer.



Eine gewisse Erfahrung mit Schiffsformen hatte Roger Hummel (1900 - 1983) durchaus, als er Ende der Fünfzigerjahre damit beauftragt wurde, zusammen mit seinem Kollegen André Blanc ein neues Schulgebäude für die angehenden Offiziere der Handelsmarine zu entwerfen. Das lag nicht nur daran, dass er seit 1945 der leitende Architekt der Französischen Handelsmarine war. Bereits in den Dreißigerjahren hatte er diverse Schulgebäude entworfen, und zwar ganz im Sinne der Licht, Luft und Sonne Bewegung, mit großen Terrassen und breiten Fensterbändern. Der Ozeandampfer galt damals nicht nur bei LeCorbusier als absolutes Ideal an Funktionalität und Modernität. LeCorbusier war begeistert von der Reduktion auf das technisch Notwendige an Flugzeugen, Schiffen und Silos, vom Fehlen jeglicher Dekoration und den harmonischen Proportionen rein funktionaler Bauten. Art-Déco-Architekten wie Roger Hummel imitierten mit ihren Gebäuden jedoch auch die äußere Form von Ozeandampfern mitsamt ihren Rundungen und Bullaugen (z.B. das Aquatic Bathhouse Building in San Francisco von Sargent Claude Johnson aus dem Jahr 1939 (Link)). Von Roger Hummel stammen beispielsweise La Groupe Scolaire Condorcet in Paris (1930 - 34, Link) und das Gebäude des Collège Jules Ferry in Toulouse, das 1935 eröffnet wurde  (Link).

Samstag, 8. November 2014

Musée Malraux, LeHavre (1953 - 1961)



Dort, wo Auguste Perrets strenge Betonstadt auf das Meer trifft und sich Le Havre zu seinem namensgebenden Hafen hin öffnet, liegt das Musée Malraux. Fest in seinem Sockel verankert, ist es in seiner filigranen Konstruktion aus Glas, Stahl und Aluminium ganz seiner exponierten Lage gewidmet und zelebriert das extreme, ständig wechselnde Licht der Normandie, den Wind und die weite Sicht auf das Meer. Die Architekten Guy Lagneau, Michel Weill, Jean Dimitrijevic und Raymond Audigier (der auch für die Vollendung St. Josephs nach Perrets Tod im Jahr 1954 verantwortlich war (Link)), hatten ihren Entwurf für das erste Kunstmuseum, das in Frankreich nach dem Krieg eröffnet werden sollte und damit auch einen großen symbolischen Wert hatte, bereits im Jahr 1953 vorgestellt. Eingeweiht wurde der Bau 1961. 


Mit seiner Transparenz und Offenheit widersprach das Musée Malraux damals allem, was man bis dahin als Museumsbau kannte. Die Stahlkonstruktion erlaubt es, dass im Innern keine tragenden Wände notwendig sind, ganz so, wie es LeCorbusiers Ideal entspricht. Durch die Modularität der Trennwände kann man diese je nach Anlass arrangieren. Um den besonderen Lichtverhältnissen gerecht zu werden, besteht für jede der fünf Glasfassaden ein eigenes System aus Sonnenblenden. Dabei stammen die Aluminiumelemnte und der Dachaufbau von Jean Prouvé (Link), der zudem auch die sechs mal sieben Meter große Tür auf der Westseite des Gebäudes entworfen hat. Gefiltert wird das Licht zusätzlich durch Streifen aus Milchglasscheiben. Die Bedeutung, die hier dem Licht beigemessen wird, bezieht sich nicht zuletzt aber auch auf die Malerei, der das Musée Malraux gewidmet ist (Link).

Samstag, 1. November 2014

Oscar Niemeyer: Le Volcan, Le Havre, 1977 - 1982




Als ich vor etwa einem Jahr nach Le Havre fuhr, um mir Auguste Perrets Modulstadt (Link) und Oscar Niemeyers Kulturzentrum anzuschauen, schienen dessen großer und kleiner Vulkan tatsächlich von einer alles zerstörenden Subduktionszone umgeben zu sein, die sich inmitten der Stadt am Bassin de Commerce aufgetan hatte. Obwohl das Ensemble erst 1982 eröffnet worden war, hatte man sich offensichtlich zu einer umfassenden Renovierung, um nicht zu sagen: Demontage der Anlage entschlossen und den ehemals taubenförmigen Grundriss in eine Kraterlandschaft verwandelt.


Sonntag, 19. Oktober 2014

Auguste Perret: St. Joseph, Le Havre 1951- 57




Der Wiederaufbau Le Havres nach den Ideen von Auguste Perret fand seinen Abschluss und Höhepunkt in der Einweihung der Église St. Joseph im Jahr 1964. Außen mit Waschbetonplatten verkleidet, erschließt sich die eigentliche Dimension von St. Joseph erst im Inneren, wo das Licht durch millionen von farbigen Glaselementen auf eine gigantisch anmutende Betonkonstruktion fällt. Wie bei den Wohn- und Verwaltungsgebäuden Perrets kann man dort, im offenen Innenraum der Kirche, deren gesamte Konstruktion nachvollziehen. Zahllose Betonpfeiler gruppieren sich umeinander, um den hoch aufragenden Kirchturm zu tragen. Steht man inmitten all dieser Pfeiler und Streben und blickt hinauf in das offene Innere des Turms, glaubt man im schönsten, futuristischsten Atomkraftwerk des gesamten Landes zu stehen. St. Joseph wird gemeinhin als Mahnmal für die großflächige Zerstörung Le Havres im Zweiten Weltkrieg bezeichnet und dabei mit einem Leuchtturm verglichen. Tatsächlich wird nachts die Innenbeleuchtung der Kirche intensiviert, sodass ihr Licht weit hinaus auf das dunkle Meer fällt und von den in der Ferne vorbeiziehenden Schiffen aus zu sehen ist.

Perrets Ideen reichen zurück in die Zwanzigerjahre, in die Zeit, aus der seine andere sehr bekannte Kirche stammt, Notre Dame de Raincy (1922/23). Auch der Entwurf für St. Joseph basiert auf einem Plan aus dem Jahr 1926. Bereits damals hatte Perret eine gigantische Kirche für Paris entworfen, die jedoch niemals gebaut wurde. Für St. Joseph vereinfachte und verkleinerte er schließlich seinen Entwurf. Auf diese Weise lässt sich vielleicht auch der ungewöhnliche Gesamteindruck erklären, den das Stadtbild Le Havres und insbesondere auch die Église St. Joseph bei Besuchern hinterlässt. Die Gebäude wirken in ihrer Modulhaftigkeit und der konsequenten Verwendung von Stahlbeton einerseits absolut fortschrittlich und im besten Sinne des Wortes modern. Andererseits entsprechen Perrets Bauten so gar nicht dem Bild, das man gemeinhin von der filigranen Stahl- und Glas-Architektur den Fünfziger- und Sechzigerjahre hat. Eher noch denkt man an den sozialistischen Klassizismus der Karl-Marx-Allee in Berlin, die ebenfalls aus den Fünfzigerjahren stammt (oder sogar an den Singing Tower an der Rainbow Bridge in Niagara Falls, Link).

Sonntag, 5. Oktober 2014

Auguste Perret: Le Havre - Der Wiederaufbau 1944 bis 1964



Einmal eine gesamte Stadt anzulegen mag der Traum manch eines Architekten sein. Sowohl für LeCorbusier als auch für Oscar Niemeyer ging der Traum mit den Städten Chandigarh und Brasilia in Erfüllung. Für beide Architekten war jedoch die Ausgangssituation eine andere als bei Auguste Perret im Fall von LeHavre.

Als LeCorbusier um 1950 mit dem Auftrag betraut wurde, nach der Teilung Indiens der Region Punjab eine Hauptstadt zu bauen, stand ihm dafür eine riesige Fläche zur Verfügung, auf der er all seine Überlegungen zu den Themen „Zoning“ und „Autogerechte Stadt“ umsetzen konnte. Eine Stadt hatte es an dieser Stelle nie gegeben und Chandigarh wurde nach einem in der Nähe gelegenen Dorf benannt.

Auch als sich Oscar Niemeyer in den Fünfzigerjahren auf holprigen Staßen auf den Weg ins Landesinnere von Brasilien machte, um auf das staubige Hochplateau seine futuristische neue Hauptstadt zu stellen, befand sich dort bis dahin ebenfalls nichts anderes als Landschaft. Zudem konzentrierten sich sowohl Niemeyer als auch LeCorbusier vor allem auf den jeweiligen Verwaltungsbezirk ihrer Städte.

Als Auguste Perret jedoch im Jahr 1944 die Leitung des Wiederaufbaus von Le Havre übernahm, erwartete ihn dort eine ganz andere Situation. Über den gesamten Zweiten Weltkrieg hinweg war die Hafenstadt an der Mündung der Seine im Norden Frankreichs immer wieder bombardiert und damit so gut wie komplett zerstört worden. Perret war mit einem riesigen Trümmerfeld konfrontiert und stand vor der Aufgabe, eine gesamte Stadt zu entwerfen, die mehr als nur einen Verwaltungsbezirk umfassen sollte. Perret war zu diesem Zeitpunkt bereits siebzig Jahre alt und verfügte über eine lebenslange Erfahrung mit dem Werkstoff Eisenbeton. Zudem stand ihm ein sechzigköpfiges Team aus Architekten zur Seite.

Freitag, 3. Oktober 2014

Inside the Speaker: Katharina Grosse im Museum Kunstpalast Düsseldorf

Scissorella inside the Speaker (Danke für das Foto, O.G.!)

Am letzten Sonntag wurde im Museum Kunstpalast Katharina Grosses 800 Quadratmeter große Rauminstallation mit dem Titel „Inside the Speaker“ eröffnet (Link). Katharina Grosse ist bekannt für ihre großflächigen Farbexzesse, mit denen sie schon lange das Format handelsüblicher Leinwände verlassen hat und neben ihren gigantischen Gemälden immer wieder Räume und Gebäude bearbeitet. Eine ganze Landschaft anzulegen ist jedoch ein neues Element ihrem Werk.

Am Sonntagnachmittag also kletterten unzählige Zuschauer begeistert über die farbigen Erdhügel und Felsen Katharina Grosses und wurden damit selbst Teil des unwirklichen Szenarios.

Montag, 29. September 2014

Inzwischen: Zehn Jahre Atelier Interim - Die Jubiläumsfeier



Ihre Begeisterung für Wortspiele und verschiedene Bedeutungsebenen machten die beiden Düsseldorfer Künstlerinnen Sandra Hoitz (Link) und Stefanie Pürschler (Link) zum Zentrum ihrer Rauminstallation, die sie anlässlich des zehnten Jubiläums des  Ateliers Interim am 27. September präsentierten. Sprichwörtlich ad fontes gingen sie mit ihrer Brunnenskulptur, die sie zusammen mit einem filmischen Rückblick auf die letzten zehn Jahre des Ateliers und Projektraums zeigten. Über die zahllosen Aktionen, die sie „inzwischen“, so der Titel der Präsentation, in ihrem Raum durchgeführt haben, gibt auch der Katalog Auskunft, den die beiden Künstlerinnen anlässlich des Jubiläums veröffentlicht haben. Von Ausstellungen, Konzerten, einem Filmfestival, einer Modeperformance, bis hin zu Lesungen, gibt es eigentlich kaum etwas, was in dem Raum im Düsseldorfer Stadtteil Hamm nicht stattgefunden hat.

Mittwoch, 17. September 2014

Jörg Schuler und Ekkehard Jatzlau von Lennep: Das Rathaus in Ratingen, 1969 - 72

Brutalism, post-war modernism Ratingen ist eine wehrhafte Stadt im Nord-Osten Düsseldorfs, zu deren Verteidigung schon vor Jahrhunderten eine ringförmige Stadtmauer angelegt wurde. Auch heute noch umschließt die teilweise rekonstruierte Mauer die idyllische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und der gotischen Kirche St. Peter und Paul, deren Fundamente sogar noch aus dem 8. Jahrhundert stammen. Besonders bedroht sahen sich die Ratinger in den Sechzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts, als ihre Stadt dem nahen Düsseldorf angeschlossen werden sollte. Aus dieser Zeit stammt auch der Plan, in Ratingen ein besonders trutzig wirkendes Rathaus zu bauen, das eng mit der Stadtmauer verwachsen sein sollte. Vielleicht lag es ja zu einem Teil tatsächlich an der massieve Einheit aus dem neu gebauten, modernen Betongebäude und der historischen Stadtmauer, am symbolischen Wert der Architektur, dass Ratingen schließlich selbstständig blieb und die Düsseldorfer unverrichteter Dinge wieder abzogen.

Das Ratinger Rathaus entstand in den Jahren 1969 bis 1972 nach Entwürfen von Jörg Schuler und Ekkehard Jatzlau von Lennep.  Wie ein Bergfried erhob sich das Verwaltungsgebäude mit seinen markanten Querstreifen über der Stadtmauer und gliederte sich mit seinen Nebengebäuden und dem mehreckigen Ratssaal elegant in die Ringmauer ein. Das Skulpturale des Betons bildete mit den unregelmäßigen Steinen des Wehrgangs eine Einheit, das Historische verband sich mit dem Modernen und die Nähe zu Gottfried Böhms Rathaus in Bensberg (1963 bis 1969, Link) war von den beiden Architekten durchaus beabsichtigt. Als „ modern, urban, exquisit, wenngleich auch etwas gewagt“ wurde das Ratinger Rathaus laut einem Artikel in der RP Online (Link) zur Zeit seiner Einweihung von den Ratingern bezeichnet. Diese Begeisterung für das moderne Betongebäude, das sich harmonisch mit dem mittelalterlichen Stadtbild verband und sich auf die lokale Architektur mit ihren Wehrtürmen und der gotischen Kirche Bezug nahm, liegt nunmehr vierzig Jahre zurück. Zurzeit kann man sich über eine Webcam den schon weit fortgeschrittenen Abriss des Ensembles live im Internet anschauen (Link).  

Freitag, 12. September 2014

Phantasialand Brühl: Abschied vom Space-Age

Dschungel-grün anstatt weiß-silbern: Das ehemalige Space Center


Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit, mir einmal Gedanken über das mir bis dahin unbekannte Terrain der Freizeitpark-Architektur zu machen. Wer sich für Las Vegas begeistern kann (Link), für den ist auch ein bereits im Jahr 1967 gegründeter Freizeitpark von Interesse - das Phantasialand bei Brühl.

Von modernen Freizeitparks und Weltausstellungen erwartet man zwei Grundelemente: eine Einschienenbahn und eine geodätische Kuppel. Sowohl Bahn als auch Kuppel bildeten bis vor wenigen Jahren im Phantasialand eine Einheit und der Anblick des Phantasialand Jets, dessen stromlinienförmige Waggons an der goldenen Kuppel des Galaxy-Flugsimulators vorbeiglitten, muss tatsächlich einen Hauch von Seattle und Montreal gehabt haben. Bei dem Brühler Jet aus dem Jahr 1972 handelte es sich jedoch nicht um eine echte Alweg Bahn, wie die Nähe zu Köln vermuten lässt. Dort nämlich hatte die Firma Alweg (Link) in der Fühlinger Heide bereits im Jahr 1950 mit der Entwicklung einer Einschienenbahn begonnen, die 1959 ins Disneyland nach Los Angeles und 1962 anlässlich der Weltausstellung auch nach Seattle exportiert wurde. Von der Alweg Teststrecke ist in Köln leider nichts mehr erhalten, genau so wie vom Phantasialand Jet, der in Wirklichkeit vom Achterbahn-Experten Schwarzkopf stammt (Link).

Zum Glück nur umgebaut und nicht abgerissen: die geodätische Kuppel des Flugsimulators "Galaxy Quest"

Donnerstag, 11. September 2014

VOGUE Fashion's Night Out in Düsseldorf vs DC Open Galleries

Einmal im Jahr hält die Zeitschrift Vogue ihren Einzug in Städte wie Düsseldorf, Berlin und New York. Städte, die so wie so schon für ihre Modeaffinität bekannt sind, verwandeln sich in diesen Spätsommernächten zu wahren Shoppingerlebnis-Paradiesen und unzählige Aktionen locken die Besucher in die Läden der breiten Boulevards. In den Boutiquen klirren die Cocktail- und Champagnergläser, Prominente gehen in den Geschäften ein und aus und überall sieht man Damen mit den charakteristischen VOGUE-Taschen, die in jedem Jahr in einem anderen Farbton glitzern. Ungewöhnlich wird die Veranstaltung zusätzlich dadurch, dass die VOGUE-Nacht mit der DC Open Galleries zusammenfällt, der Eröffnung der Galeriesaison in Düsseldorf und Köln und den damit verbundenen Vernissagen. Das blitzschnelle Umschalten zwischen Ornamenten von Emilio Pucci auf Ornamente von Jonathan Meese erfordert eine gewisse Flexibilität des Betrachters, wobei umgekehrt das Modebusiness und die Kunstbranche ja durchaus nach ähnlichen Regeln spielen und die groß angelegte Inszenierung in beiden Bereichen eine Rolle spielt. Oder trennt sich tatsächlich das Publikum in dieser Nacht und entscheidet sich strikt zwischen Kunst und Mode?

Dienstag, 9. September 2014

VOGUE Fashion's Night Out: Monika Gottlieb im Dorotheum Düsseldorf - Das goldene Zeitalter italienischer Eleganz





Wer in diesem Sommer nicht die Möglichkeit hatte, an die Côte d’Azur, nach Capri oder nach Catalina Island zu fahren, kam am Freitagnachmittag im Dorotheum Düsseldorf dennoch ganz auf seine Kosten. Monika Gottlieb (Link) hatte wie im vergangenen Jahr im Rahmen der VOGUE Fashion’s Night out zum Aperitivo geladen und präsentierte ein weiteres Mal Stücke aus ihrer Privatsammlung. Monika Gottliebs Ausstellung stand ganz im Zeichen des „goldenen Zeitalters italienischer Eleganz“, wie es auf der mit Pucci-Ornamenten geschmückten Einladungskarte hieß. Tatsächlich hatten viele der anwesenden Damen die Pucci-Einladung ernst genommen und waren in der entsprechenden Garderobe erschienen. Die Gastgeberin selbst trug ganz stilecht die Bluse, genauer gesagt das Ottoman Top, dessen Ornamente auf der Einladungskarte zu sehen waren, und präsentierte dem begeisterten Publikum Kleider und Accessoires von Pucci aus ihrer Sammlung.

Dienstag, 26. August 2014

OFFener OFFraum: Der Offraum-Freitag zu den Kunstpunkten in Düsseldorf - onomato / WP8

"surveillance souterraine" im onomato, Birkenstraße

Am letzten Freitag fand, wie hier angekündigt (Link), der OFFene OFF-Raum-Freitag in Düsseldorf statt, als Auftakt zu den alljährlich wiederkehrenden Kunstpunkten. Somit waren an diesem Wochenende nicht nur unzählige offene Ateliers zu besuchen, sondern auch diverse Off-Räume, also die Orte, an denen abseits vom kommerziellen und offiziellen Kunstgeschehen diejenigen Künstler ihre Arbeiten zeigen, die tagtäglich in Düsseldorf an vorderster Front kämpfen.

Der onomato-Verein für Video- und Klangkunst zeigte einen Querschnitt durch die Stipendiaten-Arbeiten der vergangenen fünf Jahre und so konnte ich meinen Kurzfilm „surveillance souterraine“ noch einmal einlegen. Auf die Fensterscheibe zur  Birkenstraße hin projiziert, mischten sich die hin- und herlaufenden Filmfiguren mit den Passanten. Bei der Ausstellung mit dabei waren natürlich auch die Arbeiten meiner Co-Stipendiaten, u.a. von Fenja Braster, Marie-Liane Moersch, Ted Green, Friedrich Ludmann, Annebarbe Kau, Josef Schulz etc.

WP8, Kölner Straße

Donnerstag, 21. August 2014

Offene Ateliers in Düsseldorf: Kunstpunkte / OFFener OFFraum im onomato, im WP8 und im damenundherren



Zum 18. Mal finden an diesem und am nächsten Wochenende in Düsseldorf die Kunstpunkte statt, wobei etwa 500 Künstler in ihre Ateliers einladen bzw. ihre Arbeiten präsentieren. Bereits dieses Wochenende zeigt der onomato Verein für Videokunst, Klangkunst und Animation einen Querschnitt durch die Beiträge, die in den letzten fünf Jahren innerhalb des regelmäßig vergebenen Werkstipendiums entstanden sind.

Eingeleitet werden die beiden Kunstpunkte-Wochenenden in diesem Jahr jeweils von einem Off-Raum-Freitag, an dem sich auch das onomato beteiligt. Zu sehen und zu hören gibt es dabei Video- und Klangarbeiten von André Yuen und Eberhard Kranemann, Anne Wissmann Annebarbe Kau, Axel Grube, Enis Vardar, Fenja Braster, Frauke Berg, Friedrich Ludmann, Gul Ramani, Herbert Wilms, Hyojin Jeong und Matthias Hickstein, Igor Kirin, Jan Rohwedder, Jens Stittgen, Kao Okada, Katharina Mayer, Linda Kühhirt, Marie Liane Moersch, Mechthild Hagemann, Nadine Arbeiter, Natascha Borowsky, Norbert Kraus, Noreen Maria Akhtar, Stefanie Pürschler, Susanne Troesser, Ted Green, Wilfred Neuse, Julia Zinnbauer.

Montag, 18. August 2014

Otto Piene: Sky Event über der Langen Foundation, Neuss





Am 9. August fand auf dem Gelände der Langen Foundation auf der Insel Hombroich bei Neuss Otto Pienes Sky Event statt. Die Schönheit, die der gesamten Veranstaltung innewohnte, ging einher mit einer genauso großen Tragik, und das gleich in mehrerer Hinsicht. Die Idee Otto Pienes, nichts weniger als den Himmel als seine Leinwand zu verwenden, stammt aus den Nachkriegsjahren. Seit dieser Zeit hat er immer wieder seine aufblasbaren Elemente in den Himmel geschickt, beispielsweise über dem Guggenheim Museum in New York. Die eleganten Schwünge von Frei Ottos Zeltdachkonstruktion in München setzte Otto Piene bei den Olympischen Spielen 1972 bis weit in den Himmel fort und überspannte den gesamten Olympia-See mit einem 700 Meter langen Regenbogen. 

Am 16. Juli 2014 wurde schließlich Otto Pienes Ausstellung mit dem Titel „More Sky“ in der Neuen Nationalgalerie in Berlin eröffnet. Am Tag darauf kletterte der Sechsundachzigjährige auf das Dach von Mies van der Rohes Museumsbau um dort an den Vorbereitungen für das geplante Sky Event über Berlin weiter zu arbeiten. Am gleichen Tag verstarb Otto Piene während einer Taxifahrt. Das Sky Event über der Neuen Nationalgalerie fand am 19. Juli dennoch ganz im Sinne des Künstlers statt (Link). Nun also sollten am 9. August Pienes Flugelemente über Tadao Andos Gebäude der Langen Foundation aufsteigen, nachdem das Sky Event, bereits für den Juni geplant, aus technischen Gründen schon einmal verschoben worden war. Auf diese Weise konnte Otto Piene weder sein Himmelsevent in Berlin noch seine aufblasbaren Sterne über der Langen Foundation in Neuss miterleben. Der architektonische Rahmen für die mehrstündige Großinszenierung war zumindest vergleichbar und Otto Piene wäre absolut begeistert gewesen von dem Fest, das ihm zu Ehren gefeiert wurde. Umso tragischer war es, dass der Ehrengast nicht dabei sein konnte.

Eine ganz ähnliche Geschichte lässt sich auch über das Haus für Musiker des Architekten Raimund Abraham erzählen, das an diesem Abend seine volle Wirkung entfalten sollte. Bei der Architekturbiennale in Venedig hatte Erwin Heerich, von dem die Backsteipavillons auf der Insel Hoimbroich stammen, den Entwurf von Raimund Abraham bereits im Jahr 1996 entdeckt, was schließlich zehn Jahre später zur Grundsteinlegung des Gebäudes in Neuss führte. Als Abraham 2010 nach einem Vortrag, den er genau über dieses Gebäude gehalten hatte, nach Hause fuhr, in Downtown L.A. in einen Unfall verwickelt wurde und in seinem Auto starb, war das Haus für Musiker noch nicht vollendet (Link). An Peter Greenaways Film „Der Bauch des Architekten“ mag man bei der Geschichte denken, bei dem sich der Protagonist bei der Eröffnung der Ausstellung, an deren Planung er jahrelang gearbeitet hatte, aus dem Fenster stürzt und auf einem Autodach stirbt.

Sonntag, 17. August 2014

Heinz Wilke: Messe Düsseldorf, 1971



Düsseldorf kann als Messestadt bereits auf eine über zweihundertjährige Tradition zurückblicken. Bereits 1811 wurde mit der ersten Gewerbeausstellung der Grundstein für eine Geschichte gelegt, die bis heute andauert. Ein Höhepunkt in derArchitekturgeschichte Düsseldorfs liegt in den Dauerbauten für die GESOLEI von Wilhelm Kreis in der Nähe der Kunstakademie. Im Jahr 1926 anlässlich der groß angelegten Gesundheits-Messe eröffnet, beherbergen sie heute verschiedenen Museen und Veranstaltungsräume. Nach dem Zweiten Weltkrieg als Messegelände weitergenutzt und durch Holz-und Blechhallen erweitert, bot das GESOLEI-Gelände spätestens in den Sechzigerjahren nicht mehr den notwendigen Raum. Nach dem Beschluss zu einem Neubau verließ das Messegeschehen die Nähe zur Innenstadt und zog in den Norden Düsseldorfs in den Stadtteil Stockum. Die direkte Nähe zum Rhein jedoch blieb. Der Architekt Heinz Wilke, von dem verschiedene Messe- und Flughafengebäude von Hannover bis Moskau stammen, entwarf schließlich ein Arrangement neuer Messebauten für Düsseldorf, das nach seiner Eröffnung 1971 bis heute erweitert wird. Das Spektakuläre an Wilkes Stahlbauten sind die unglaublich futuristisch wirkenden Verbindungsgänge zwischen den einzelnen Gebäuden. Den Höhepunkt der gesamten Anlage bildet dabei ein mehrere hundert Meter langes Laufband, das dem Besucher ein absolut ungewöhnliches  Bewegungserlebnis bereitet. Auf einem weich schwingenden Dunlop-Gummiband scheint man sich dort minutenlang schwebend durch eine ferne Zukunft zu bewegen.


Samstag, 16. August 2014

Hashtags und Shoesies: Das Styleranking Fashion Blogger Café bei der GDS in Düsseldorf


Das Online-Modemagazin Styleranking (Link) trägt seit Jahren intensiv zur Demokratiserung der Mode bei, indem es weit über die Berichterstattung hinausgeht und Modebegeisterten diverse Möglichkeiten der Parti- zipation bietet. Die regelmäßig in verschiedenen Städten stattfindenden Fashion Blogger Cafés stellen dabei ein wichtiges Element des Gesamtsystems dar und locken eine zunehmende Anzahl mehrheitlich weiblicher, junger Blogger an. Legendär sind dabei schon die Goodiebags, die Taschen voller Aufmerksamkeiten verschiedener Firmen, über die im Nachhinein umfassend auf den verschiedenen Blogs berichtete wird - eine Gewinn- situation für alle Seiten. Einen ganz besonderen Coup landete das Team hinter Styleranking nun, indem es das vergangene Fashion Blogger Café am 1. August auf der Düsseldorfer Schuhmesse stattfinden ließ, der GDS. Die Firma Clarks stieg dabei großzügig mit ein und spendierte vielen der Blogbetreiberinnen ein paar Schuhe. Die einzige Bedingung lag dabei in einem mit einem #hashtag versehenen „Shoesie“, das ins Internet hochgeladen werden musste. Auf diese Weise bin ich in den Besitz eines Paar ausgesprochen schöner Clarks-Schuhe gelangt, das an meinen Füßen vermutlich noch so einige ungewöhnliche Expeditionen erleben wird. 

Wenn es Selfies und Shoesies gibt - gibt es dann eigentlich auch Space-Age-Fies? Und Sci-Fi-Fies? 
Messegebäude von Heinz Wilke, 1971

Dienstag, 12. August 2014

Platform Fashion Tag 3: GOLD



Mit Dolly Buster

Dass Mode immer auch zusammen mit einem Lebensgefühl verkauft wird, ist hinlänglich bekannt. Die Details jedoch, die dieses Lebensgefühl ausmachen, sind immer wieder aufs Neue aufregend. 

Mit der Freifrau von Kö auf der Dachterrasse
Welche Prominenten sind da, und, schlimmer noch: welche sind nicht da? Wer wurde eingeladen? Und, schlimmer noch: wer wurde wieder ausgeladen? Wer hat was an? Und wer hat von allem zu wenig an? Und wer darf mit seinem schwarzen VIP-Bändchen auf die Dachterrasse um dort Champagner zu trinken? Und wer trinkt Prosecco im Parterre? Tag drei der Platform Fashion bot jedenfalls so viel Lebensgefühl, dass sich alle anwesenden in einen kollektiven Rausch  aus Begeisterung, Glitzer und Pracht stürzten.

Goldener Glitter, der auf einen goldenen Laufsteg rieselt, ein Countertenor, der im goldenen Pailletten-Jackett den Nebelschwaden entsteigt, Laser- und Lightshows, goldene Haare, goldenes Licht, goldener Glitzer überall, Seifenblasen, grün schillernde Meerjungfrauen-Kleider, Grillenzirpen in den Gärten von Versailles, Feuer und Eis mit Techno-Legenden, Pommery auf der Dachterrasse mit Milionärsgattinen, Damen, die sich in der heißen Julinacht lauwarme Luft zufächeln, kurz: am Sonntag kulminierte die so wie so schon luxuriöse Platform Fashion in einem unbeschreiblichen, spektakulären Gesamterlebnis.

 

Schon auf dem Weg zu den kernigen Backsteingebäuden der ehemaligen Schraubenfabrik Max Mothes, wo nun bereits seit zwei Tagen der Laufsteg und der rote Teppich ausgerollt waren, lief sich die Prominenz in die Arme. Die Freifrau von Kö (Link), Düsseldorfs wohl bekannteste Milionärsgattin und Charitylady, winkte der barfüßigen Gräfin, die wie immer mit dem Fahrrad angereist kam, schon von weitem zu und gemeinsam freute man sich auf die bevorstehende Modenschau von Guido Maria Kretschmer (Link). Nur einige Tage später sollte die grande Dame der Königsallee, die in ihrer Bodenständigkeit ihre Louis-Vuitton-Kostüme nach wie vor selbst ändert, das Out-of-the Box-Festival im Rahmen der Schuhmesse, der GDS, moderieren. Die Dachterrasse, die ja nach wie vor mein Forschungsgebiet ist, bot in diesem Fall das besondere Vergnügen eines Pommery-Ausschanks und einen wunderbaren Blick auf das gut gekleidete Publikum. Kurz bevor Thomas Rath schließlich seine Kollektion zeigte, traf ich zu meiner Freude die Unternehmerin Dolly Buster wieder, mit der ich vor allem die Liebe zur Kunst teile.


Montag, 11. August 2014

Platform Fashion: Tag 3 - Thomas Rath

Countertenor Oswald Musielski singt im Garten von Versailles.
Der 27. Juli schüttete mit dem Defilee von Thomas Rath Gold über dem Modestandort Düsseldorf aus und der Countertenor Oswald Musielski (Link) verbreitete mit seinem Gesang eine kollektive Euphorie. Ein umfassender Bericht folgt.

Sonntag, 3. August 2014

Platform Fashion: Tag 3 - Guido Maria Kretschmer


Der dritte Tag der Düsseldorfer Modewoche begann für mich mit dem sehr eleganten Defilee von Guido Maria Kretschmer (Link), der vor allem mit seinen matt schillernden Meerjungfrauen-Kleidern beeindruckte.

Platform Fashion: Tag 2 - Annette Görtz / van Laack



Tag 2 der Platform Fashion hielt so manch eine Überraschung bereit, sowohl hinsichtlich der Shows als auch in Bezug auf deren phantastische Besucher. Wieder lag die Hitze mit ihrem goldenen Licht und dem strahlend blauen Himmel über der Stadt und es waren nicht nur Perlen und Diamanten, die auf den Stirnen der Protagonisten glitzerten. Die Fächer, die am Eingang der Platform Fashion  an die dankbaren Showbesucher verteilt wurden, verliehen der Veranstaltung eine zusätzliche Eleganz.

Bei der Show von Annette Görtz konnte ich von der ersten Reihe aus die futuristisch-funktionalen Schnitte und Materialien betrachten. Wie Barbara Schwarzer hatte auch Annette Görtz bereits an der ersten Platform Fashion im Februar dieses Jahres teilgenommen. Die Firma van Laack, die traditionell für ihre Hemden bekannt ist, war dagegen zum ersten Mal mit von der Partie und zeigte ihre Kollektion im Anschluss. Das Hemd stand dabei sowohl im Bereich der Damen als auch der Herren nach wie vor im Zentrum.

Mit dem unglaublichen Countertenor Oswald Musielski

Bei van Laack entdeckte ich in der ersten Reihe zu meiner großen Überraschung den Countertenor Oswald Musielski, den ich im Jahr 2012 bei Julian F.M. Stoeckels Fashion Cocktail in Berlin kennen gelernt hatte (Link). Damals hatte er die Gäste des groß angelegten Galaabends mit seinen Arien in Begeisterung versetzt, und nun verriet er mir ein Geheimnis, das meine Vorfreude auf die Show von Thomas Rath, die für den Sonntag anberaumt war, noch steigern sollte. Und noch eine interessante Begegnung hatte ich an diesem phantastischen Sommerabend: umringt von Damen wie der aktuellen Miss Germany traf ich Natalia Osada, die Schwung und Eloquenz in Sendungen wie „Catch the Millionaire“ gebracht und alle vermeintlichen Millionärsgattinnen hinter sich gelassen hatte. Unterwegs war Natalja mit Ihrem Freund, dem VOX- Immobilienmakler Marco von Reeken (Link) und erzählte mir begeistert von ihrem neuen Engagement als Moderatorin beim Sender Sport 1. 

Schwer beeindruckt und schwer bepackt mit Goodiebags radelte ich schließlich unter einem glitzernden Sternenhimmel nach Hause. Und das Glitzern über der Stadt sollte auch am folgenden Tag nicht abreißen.