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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Dienstag, 12. August 2014

Platform Fashion Tag 3: GOLD



Mit Dolly Buster

Dass Mode immer auch zusammen mit einem Lebensgefühl verkauft wird, ist hinlänglich bekannt. Die Details jedoch, die dieses Lebensgefühl ausmachen, sind immer wieder aufs Neue aufregend. 

Mit der Freifrau von Kö auf der Dachterrasse
Welche Prominenten sind da, und, schlimmer noch: welche sind nicht da? Wer wurde eingeladen? Und, schlimmer noch: wer wurde wieder ausgeladen? Wer hat was an? Und wer hat von allem zu wenig an? Und wer darf mit seinem schwarzen VIP-Bändchen auf die Dachterrasse um dort Champagner zu trinken? Und wer trinkt Prosecco im Parterre? Tag drei der Platform Fashion bot jedenfalls so viel Lebensgefühl, dass sich alle anwesenden in einen kollektiven Rausch  aus Begeisterung, Glitzer und Pracht stürzten.

Goldener Glitter, der auf einen goldenen Laufsteg rieselt, ein Countertenor, der im goldenen Pailletten-Jackett den Nebelschwaden entsteigt, Laser- und Lightshows, goldene Haare, goldenes Licht, goldener Glitzer überall, Seifenblasen, grün schillernde Meerjungfrauen-Kleider, Grillenzirpen in den Gärten von Versailles, Feuer und Eis mit Techno-Legenden, Pommery auf der Dachterrasse mit Milionärsgattinen, Damen, die sich in der heißen Julinacht lauwarme Luft zufächeln, kurz: am Sonntag kulminierte die so wie so schon luxuriöse Platform Fashion in einem unbeschreiblichen, spektakulären Gesamterlebnis.

 

Schon auf dem Weg zu den kernigen Backsteingebäuden der ehemaligen Schraubenfabrik Max Mothes, wo nun bereits seit zwei Tagen der Laufsteg und der rote Teppich ausgerollt waren, lief sich die Prominenz in die Arme. Die Freifrau von Kö (Link), Düsseldorfs wohl bekannteste Milionärsgattin und Charitylady, winkte der barfüßigen Gräfin, die wie immer mit dem Fahrrad angereist kam, schon von weitem zu und gemeinsam freute man sich auf die bevorstehende Modenschau von Guido Maria Kretschmer (Link). Nur einige Tage später sollte die grande Dame der Königsallee, die in ihrer Bodenständigkeit ihre Louis-Vuitton-Kostüme nach wie vor selbst ändert, das Out-of-the Box-Festival im Rahmen der Schuhmesse, der GDS, moderieren. Die Dachterrasse, die ja nach wie vor mein Forschungsgebiet ist, bot in diesem Fall das besondere Vergnügen eines Pommery-Ausschanks und einen wunderbaren Blick auf das gut gekleidete Publikum. Kurz bevor Thomas Rath schließlich seine Kollektion zeigte, traf ich zu meiner Freude die Unternehmerin Dolly Buster wieder, mit der ich vor allem die Liebe zur Kunst teile.


Countertenor Oswald Musielski und Thomas Rath nach der Show


Mit Thomas Rath
Dann trat das ein, was mir Oswald Musielski (Link) am Abend zuvor bereits verraten hatte (Link): der Countertenor sang eine opulente Arie und eröffnete damit Thomas Raths Show, die einem Sommerabend in den Gärten von Versailles gewidmet war. Raths Modenschau war aufgebaut wie eine Operette in mehreren Akten. Nach jedem Akt sang Oswald Musielski ein weiteres Stück. Die Dramatik steigerte sich immer weiter, Sänger und Models standen inmitten von Laserstrahlen und Nebelschwaden, das Publikum tobte, Musielski sang „Golden Eye“ und schließlich, auf dem Höhepunkt des Geschehens, wurde ein Füllhorn goldenen Glitzers über dem goldenen Laufsteg ausgeschüttet. DAS kann man nur in Düsseldorf, das kann man wirklich nur hier, dachte ich mir und jubelte mit dem euphorisierten Publikum mit.

Nach einer Unterhaltung mit einer Dame, die zusammen mit Thomas Rath an einer gemeinsamen Hosen-Linie gearbeitet hatte, schwang ich mich spät abends wieder auf mein Rad und fuhr weiter. Mein türkisfarbenes Kleid hatte ich nicht umsonst angezogen, denn nun lockten „Feuer und Eis“ bei Bogner.



Scissorella mit Mayday-Gründer Westbam