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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Samstag, 7. Mai 2011

The Third and the Seventh: Ein Film von Alex Roman

The Third & The Seventh from Alex Roman on Vimeo.

Selten habe ich einen Film gesehen, der so präzise meine gesamte Geistetshaltung repräsentiert wie "The Third and the Seventh" von Alex Roman. Ich bin ausgesprochen froh, daß mein Bruder das phantastische Werk des Spaniers aus dem Jahr 2009 kürzlich im Internet fand.

In atemberaubend schönen Bildern, die bis auf wenige Ausnahmen computergeneriert sind, zeigt uns Roman seine Sicht auf seine Lieblingsbauwerke, wir begegnen u.a. dem Barcelona Pavillon und der Philip Exeter Libary von Louis Kahn. Es geht um den Blick des Fotografen auf die Architektur, worauf sich auch der Titel des Films bezieht, sind doch von den sieben Künsten die dritte und die siebte die Architektur und die Fotografie.

Es ist so großartig, zu sehen, daß Alex Roman nicht nur in technischer Hinsicht ein Genie ist, sondern auch einen unglaublichen Sinn sowohl für das Komponieren von Bildern als auch für die Gebäude selbst hat. Und dieses unglaubliche Licht!

Erhaben ist einfach der Moment, in dem ein Düsenjet über Gehrys Guggenheim Museum fliegt, man "Oh, Gattaca!" denkt und dann Michael Nymans Musik einsetzt - Schnitt - Beton und Neonlicht. Einfach der Wahnsinn. Es folgen weitere Greenaway-Anspielungen (denn wir wissen ja, daß bei "Gattaca" Michael Nyman nicht das einzige Mitglied der ursprünglichen Greenaway-Besetzung war), z.B. sehen wir immer wieder die Kamera auf ihrem Stativ zwischen uns und dem Bauwerk stehen, eine deutliche Anspielung auf Greenaways "Kontrakt des Zeichners", die Kamera vor dem weißen Sofa erinnert an eine Szene aus dem "Bauch des Architekten", in der Kracklite die Schwester seines Kontrahenten in deren Fotostudio besucht, bis hin zu Romans fulminanter Schlußeinstellung, in der zahllose Buchseiten durch Louis Kahns Bibliothek fliegen und man an "Prosperos Bücher" denkt.

Greenaway sagte schon vor geraumer Zeit, daß das Kino, wie wir es kennen, tot ist und er die Zukunft in rein artifiziellen Filmen sieht. In Alex Roman hätte er einen künstlerischen Partner, der seine Bildwelt versteht und in der Lage ist, Greenaways Ideen in einer absolut zukunftsweisenden Technik umzusetzen. Eigentlich sollte man mal ein Treffen zwischen den beiden arrangieren, der Weltgeist wäre sicher dankbar.

http://www.thirdseventh.com/