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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Sonntag, 4. Januar 2015

BÜRO211 wünscht: Viva Vivarium - Zum Wiederaufbau des Vivarium von Mark Dion im Hofgarten


Eine Stadt wie Düsseldorf ändert andauernd ihr Aussehen, überall werden ständig Gebäude abgerissen und ausgewechselt. Nichts hat im letzten Jahr jedoch so sehr in das Stadtbild eingegriffen, wie der Sturm Ela, der am Pfingstfest 2014 alleine in Düsseldorf etwa 45 000 Bäume zerstört bzw. entwurzelt hat. Seitdem werden in der Stadt Spenden für die Wiederaufforstung gesammelt. Die Griechische Gemeinde Düsseldorf hat der Stadt beispielsweise im November fünfzig Stieleichen geschenkt, die aus der Gegend des Olymp im Norden Griechenlands stammen.

In das Entsetzten und die Trauer, die all die uralten, riesigen Bäume auslösten, deren massive Wurzeln sie nicht davor bewahren konnten, umgerissen zu werden, mischte sich auch Erstaunen über das Bild, das sich nach dem Sturm im Hofgarten bot. Dort war ein Baum genau im rechten Winkel auf ein Glashaus gefallen, in dem schon seit vielen Jahren ein anderer Baum aufgebahrt lag. Dabei handelte es sich um das Vivarium des Amerikanischen Künstlers Mark Dion. Auf einem wie in einem Schneewittchensarg liegenden Baumstamm hatte Dion Pilze und Insekten angesiedelt und auf diese Weise so etwas wie ein lebendes Kunstwerk geschaffen. Die Natur hatte also ein Kunstwerk zerstört, das davon handelte, etwas aus der Natur herauszulösen und unter eine Glasglocke bzw. in den Kontext der Kunst zu setzen (Link).

Das Foto, das ich im Juni von dem zerstörten Vivarium gemacht habe, landete zunächst in der Rheinischen Post und diente als Metapher für den ruinösen Umgang des ehemaligen Oberbürgermeisters Elbers mit der örtlichen Kunstbranche. In dem dazugehörigen Bericht geht es um die  Gruppierung um die Kunstakademie-Rektorin Rita McBride, die sich zusammen mit dem jetzigen Oberbürgermeister Geisel für eine lebendigere Kulturpolitik einsetzen will: Link

Dann wandte sich Bärbel Maxisch an mich. Bärbel Maxisch betreibt  mit dem BÜRO211 (Link) in Düsseldorf eine Agentur für Corporate Communications und organisiert ebenfalls eine Baumspende, allerdings eine ganz besondere. Zusammen mit dem Kulturamt Düsseldorf (Link) engagiert sie sich für den Wiederaufbau des Vivariums im Hofgarten und hat mittlerweile eine entsprechende Spendenaktion ins Leben gerufen. Auf der Karte, die sie für ihr Projekt entworfen hat, erfährt man, an wen man sich beim Kulturamt bezüglich einer Vivarium-Spende wenden kann. Und man sieht mein Foto des im rechten Winkel in das Glashaus gekrachten Baumes. 

Ich schließe mich Bärbel Maxisch an und wünsche ebenfalls: Viva Vivarium!
Zu den Details geht es hier entlang:


Kommentare :

Dieter Kief hat gesagt…

'allo Scissorella -

- Ihr Jahr fängt ja turbulent an - zuerst die Bierflaschen-Kämpfer vor Ihrer Haustür - wie geht es denen, ich 'ab' das nicht ganz gerafft: ob sie noch leben, oder was? - dann die Vivarium-Geschichte. Sie haben den Sturm ja von der Loreley aus schon kommen sehen und das ganz überzeugend festgehalten - dann sind Sie nach D'dorf geeilt und haben das von einem Baum (Buche?) zertrümmerte Vivarium aufgenommen - - und diese Ihre Geistesgegenwart zeitigt nun zusammen mit derjenigen von Büro211 konkrete Folgen, das Vivarium zu rekonstruieren - ich las das alles mit großem Interesse: Was für ein Start ins neue Jahr Sie da hinlegen - - und eben keine Eintagsfliegen. Ihre Sicht der Welt und diese selber passen zusammen - nicht schlecht für eine Schneiderin - gleich zwei auf einen Streich - - möge das so weitergehen. Halte ich für möglich!
Öh - und was ist das für ein Foto über Ihrem Bierflaschen-Bericht - - den ich übrigens auch formal für schlackenlos gelungen halte - kühl kühl - präzise - sowas liest sich wie Butter!

Viele Grüße von Bodensee!

Dieter Kief

Scissorella hat gesagt…

Hallo Herr Kief,

Ihnen und der gesamten Leserschaft wünsche ich ein glückliches, gesundes und vor allem schönes neues Jahr!

Über Worte wie „kühl, präzise und schlackenlos“ bezüglich meiner Berichterstattung freue ich mich natürlich sehr.

Was aus den beiden Pfandflaschenaggressoren aus Düsseldorf South Central geworden ist, konnte ich leider bisher nicht ermitteln. Die Presseberichte sprechen von einer besonders ruhigen, gewaltarmen Silvesternacht.

Und das Foto, das ich in der ersten Nacht des Jahres aufgenommen habe, stammt von einem anderen Schauplatz Düsseldorfs, an dem eine andere Gruppe von Leuten scheinbar ebenfalls in eine neue Sphäre übergetreten ist.

In diesem Sinne und mit den besten Grüßen an den Bodensee,

Julia Zinnbauer