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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Samstag, 5. Januar 2019

Ein kalifornischer Bungalow in der Provinz - Mein Artikel über ein frühes Wohnhaus von Paul Schneider-Esleben in der Westdeutschen Zeitung Düsseldorf



In der Samstagsausgabe der Westdeutschen Zeitung Düsseldorf ist am 5. Januar nun der erste Teil meiner Serie über einen sehr frühen Bungalow des Architekten Paul Schneider-Esleben erschienen: Ein kalifornischer Bungalow in der Provinz.

"Ein Wohnhaus mit einem flachen Dach zu bauen, war im Jahr 1952 in Deutschland sowohl etwas absolut Ungewöhnliches, das schwer umzusetzen war, als auch eine Handlung voller Symbolcharakter. Mit einem Flachdach traf man zu Beginn der Fünfzigerjahre in der gerade erst gegründeten Bundesrepublik eine deutliche Aussage. Man zeigte damit, dass man, so kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, an einen Neuanfang glaubte, an eine bessere Zukunft, an Funktionalität und Fortschritt. Kurz: ein Flachdach war das optimistische Bekenntnis zu den Idealen der Moderne und eine Abkehr von allem, wofür das Dritte Reich gestanden hatte.

Erich Riedel, ein junger Ingenieur und technischer Direktor einer Stahlbaufirma, ließ sich damals von dem düsseldorfer Architekten Paul Schneider-Esleben für sich und seine Familie einen Bungalow entwerfen, von dem man annimmt, dass es das erste Wohnhaus mit einem flachen Dach ist, das in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Zumindest handelt es sich bei Riedels Bungalow um ein sehr frühes Exemplar. Umgesetzt wurde der Entwurf in Gruiten, einem kleinen Ort in der ländlichen Gegend zwischen Düsseldorf und Wuppertal.

Insgesamt ist die Geschichte des Hauses und der Familie, für die es gebaut wurde, genau so exemplarisch für die Kulturgeschichte der Nachkriegszeit in Deutschland, wie das Haus selbst in vielen Punkten dem Inbegriff eines typischen deutschen Nachkriegs-Bungalows nach kalifornischem Vorbild entspricht.

Wenn Dagmar Riedel heute von ihren Eltern erzählt und berichtet, wie sie zusammen mit ihren beiden Geschwistern in Gruiten aufgewachsen ist, dann breitet sich vor dem Zuhörer die gesamte Chronik des Hauses wie ein elegant komponiertes Filmpanorama von Douglas Sirk aus. Opulent ausgestatteten Bilder entstehen unwillkürlich vor dem geistigen Auge, Bilder von Kindern, die ausgelassen um den Pool herumtollen, von glücklichen Menschen, die in raschelnden Kleidern abends auf der Terrasse Wein trinken während das Hausinnere warm leuchte, Bilder einer Familie, die in den Sommerferien mit dem Cabrio ins Tessin fährt. Fotos aus Modezeitschriften vermischen sich in der Phantasie mit Filmszenen der 50er- und 60erjahre und man hat beinahe selbst das Gefühl, im Sommer barfuß über die warmen Steine der Terrasse zu laufen und dann im Wohnzimmer die kühleren Bodenplatten unter seinen Füßen zu spüren. (...)"

















































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