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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Samstag, 28. Mai 2011

Lightbox demontiert; Architekturpreis Beton 2011 im K21, Düsseldorf

Gute Architektur bewahrt ihre Schönheit auch wenn alle schmückenden Elemente abgebaut wurden.
Auf dem Weg zur Verleihung des Architekturpreises Beton 2011 am 25. Mai kam ich an der halbdemontierten Lightbox auf dem Graf-Adolf-Platz vorbei und neben der Bestürzung darüber, WIE temporär der Schwarzkopf-Pavillon tatsächlich sein sollte, befiel mich dennoch auch auch eine gewisse Begeisterung über die Schönheit und Klarheit der Konstruktion. Die bisher innenliegende zweite Treppe war durch die Demontage der Lichtelemente zum Vorschein gekommen und die Verbindung von schwarzen Stahlträgern mit den weißen Trapezblechen der Decken weckte doch wieder gewisse Assoziationen bei mir: Prefab-Villen in Hanglage, vorzugsweise mit Pazifik-Blick.


Die Preisverleihung im K21, dem Ständehaus, war ebenfalls höchst interessant: Luzia Braun, mit deren Aspekte-Sendungen ich aufgewachsen bin, stellte den ausgezeichneten Architekten auf humorvolle Weise sehr direkte Fragen. Dadurch wurden über mehrere Stunden hinweg die wirklich wichtigen Fragen des Lebens diskutiert, z. B. ob Architektur didaktisch sein sollte, was im Zusammenhang mit der Renovierung des berliner Bode-Museums klar verneint wurde: hier gehe um Schönheit. Die Rekonstruktion historischer Bauten war ein Thema, und ob man, wie beim Naturkundemuseum in Berlin, Elemente eines Gebäudes abgießen und mit den noch vorhandenen Elementen verbinden darf, aber auch wie mie man überhaupt derartig große Betonteile transportiert und paßgenau aneinander setzt. Der Marco-Polo-Tower in Hamburg wurde zusammen mit der Frage diskutiert, in wie weit man mit einem sowohl sehr auffälligen als auch sehr kostspieligen Gebäude in die über Jahre gewachsene Struktur einer Stadt eingreift. Hier wurden Parallelen zu der Entwicklung in düsseldorfs Hafen und dem neuen Hyatt Hotel deutlich. Was mich ebenfalls fasziniert hat, war die Überlegung, eine Schule schon von vornherein so anzulegen, daß man sie in 15 Jahren auch noch für einen anderen Zweck nutzen kann, wenn die Anwohner eines Gebiets mit dem Gebäude mitgealtert sind.

Die Festrede von Dr.- Ing. Wolfgang Voigt vom Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main verdeutlichte abschließend am Beispiel von Paul Bonatz, wie wenig die Baukunst im allgemeinen Bewusstsein verankert ist. Im Gegensatz zu dessen umfangreichen Werk sei Bonatz erst jetzt durch den Stuttgater Bahnhof in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt.

Die Verbindung von ästhetischen mit technischen Fragestellungen sorgten für einen spektakulären Galaabend und es war sehr erfreulich, das Material Beton so intensiv gepriesen zu sehen.