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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Dienstag, 26. März 2013

Korinsky - Atelier für vertikale Flächen



 
Im August 2011 konnte man in Berlin an langen Sommerabenden ein merkwürdiges Phänomen beobachten. Aus einem verlassenen Hörsaal in der Nähe des Berliner Ensembles drang ein unerklärbares Knistern und Knirschen. Irgend etwas Geheimnisvolle musste hinter den sonderbar schief sitzenden Fenstern des Hörsaals vorgehen, denn zwischen den Blättern des dichten Weinlaubvorhangs sah man es grell grün aus dem ansonsten ganz im Dunkeln liegenden Gebäude hervorleuchten. 

Im Sommer darauf wunderten sich die Besucher des Architekturmuseums Berlin, woher in dem dem Gebäude von Hans Scharoun angeschlossenen Innenhof plötzlich diese Gartengeräusche stammten. Unter das Brausen des nahe gelegenen Ernst-Reuter-Platzes, eines riesigen Verkehrskreisels aus den Fünfzigerjahren, mischte sich plötzlich ein Summen und Surren, das eine ganz eigene Gartenatmosphäre schuf und im Kontrast zu dem ansonsten sehr strengen, von Betonelementen geprägten Innenhof stand.

Hinter den Klanginstallationen, die sich stets mit der Architektur und Atmosphäre eines besonderen Ortes auseinandersetzen, stehen die Brüder Abel, Carlo und Max Korinsky, die seit einigen Jahren zusammenarbeiten und in ihre Werke ihren jeweils unterschiedlichen künstlerischen Hintergrund einfließen lassen.

Aus den verschiedenen Klangexperimente der Korinskys ist mittlerweile eine eigene Software hervorgegangen, die die drei zusammen entwickelt und damit zuletzt das ehemaligen Heizkraftwerk Berlin Mitte bespielt haben. Auf der Basis ihrer intensiven Auseinandersetzung mit den Wahrnehmungsprozessen des menschlichen Gehörs und der Erkenntnis, daß man Geräusche vor allem auf der Horizontlinie der Ohren orten kann, in der Vertikalen Klänge dagegen schlecht lokalisierbar sind, entstand das Programm „Vertical Sound Lab“. Sowohl das „Vertical Sound Lab“ als auch die Installation 3845 m/s im Heizkraftwerk Berlin Mitte stellen Abel, Carlo und Max Korinsky nun in einem Film vor und erläutern die Herangehensweisen, die ihrem „Atelier für vertikale Flächen“ zugrunde liegt.

Da sich das „Vertical Sound Lab“ individuell auf jedes Gebäude anwenden lässt, werden wir in Zukunft noch viel von den Brüdern Korinsky hören. Informationen zu ihren bisherigen Arbeiten findet man unter www.korinsky.com und meinen Bericht über Z9, die Installation im alten Hörsaal an der Spree, gibt es hier: Link Z9.