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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Low Hanging Fruits: The Office for Joint Administrative Intelligence bei GRÖLLE pass:projects in Wuppertal

Mit einem Begleittext von Julia Zinnbauer

Mailart / Einladungskarte: Gary Farrelly




















Das tief empfundene Gefühl einer echten Künstlerfreundschaft, ein seit Jahrhunderten bekanntes Motiv, transportieren Chris Dreier (Link) und Gary Farrelly (Link) auf eine ganz neue, abstrakte Ebene. Beide haben sich der Rationalität der Moderne verschrieben und werden von einer intensiven Leidenschaft für deren Errungenschaften angetrieben. Dabei bleiben sie, ganz im Sinne der Romantik, den ursprünglichen, affektiven Momenten ihrer Künstlerfreundschaft treu: sie schreiben sich Briefe, veranstalten gemeinsame Exkursionen und Picknicks und streben mit ihrer Kollaboration nicht weniger als ein Gesamtkunstwerk an. Unter dem Titel „Low Hanging Fruit“ stellen sie dieses gemeinsam erschaffene Werk ab Oktober 2016 in der Galerie GRÖLLE pass:projects vor.



Der Text zu der Ausstellung wurde auf dem offiziellen Dienstweg durch das Office for Joint Administrative Intelligence bei mir in Auftrag gegeben und kann sowohl auf der Seite von GRÖLLE pass:projects (Link) als auch im Folgenden nachgelesen weden:

(Please see the English version below.)

The Office for Joint Administrative Intelligence
Die Formen dieser gemeinsamen Aktionen sind ausgesprochen administrativ und von großer Sachlichkeit geprägt. Um ihrer freundschaftlichen Kooperation einen offiziellen Rahmen zu verleihen, haben Chris Dreier und Gary Farrelly im Jahr 2015 eine international agierende Organisation gegründet, das „Office for Joint Administrative Intelligence“, kurz OJAI (Link). Jedes der beiden Gründungsmitglieder bestreitet dort ein Amt, wobei Chris Dreier den Sitz des „Director for Financial Research and Systemic Risk“ inne hat und vom Standort Berlin aus agiert, während Gary Farrelly den Posten des „Director for Administrative Heritage“ in der EU-Metropole Brüssel inne hat und das „Self Inventory Desk“ betreut. Durch diese ganz besondere Methode der Selbstinstitutionalisierung und mit dem Ziel der Bürokratisierung menschlicher Erfahrungen haben die beiden Künstler zusammen ein System erschaffen, in das sie modulartig all ihre Tätigkeiten und Obsessionen einklinken, so wie man einzelne Akten in einen Registraturschrank einhängen kann. Das übergeordnete Thema für diese so ernsthafte wie humordurchdrungene Allianz liegt in der gemeinsam gepflegten Euphorie für die Moderne, sei es im Bereich der Architektur, der Infrastruktur, des Finanzwesens oder der Informationsverarbeitung – immer stehen der Fortschritt und das Rationale im Zentrum. Betrachtet man den bisherigen Werdegang und das jeweils eigenständige Werk von Chris Dreier und Gary Farrelly, dann kann man die Beweggründe für die Allianz der beiden Künstler durchaus nachvollziehen.

Chris Dreier: Director for Financial Research and Systemic Risk
Die Idee des Gesamtkunstwerks verfolgt Chris Dreier seit ihrer Zeit in der Experimentalband „Die Tödliche Doris“. Zu Beginn der Achtzigerjahre hatte sie ihre Heimatstadt Wuppertal verlassen, um an der Universität der Künste in Berlin Kommunikationsdesign zu studieren. Als Schlagzeugerin war sie dort für ein Jahr Mitglied der legendären Band und Künstlergruppe „Die Tödliche Doris“ und begann bald, eigene Performances zu choreographieren und Super-8-Filme zu drehen. Das Experimentieren mit Musik und Geräuschen verschiedenster Art spielt seitdem eine große Rolle im künstlerischen Schaffen Chris Dreiers. Heute ist sie Mitglied in den Elektronik- und Noise-Gruppen Burqamachines und Spade Love, beide zusammen mit dem Berliner Musiker Frank Lohmeyer. Im Jahr 2015 hat sie zudem mit Gary Farrelly das Duo Dexia Defunct gegründet, benannt nach einem leerstehenden Bankgebäude in Brüssel. Die Auseinandersetzung sowohl mit der Architektur als auch mit dem Finanzwesen bildet insgesamt auch das Zentrum ihres neueren Schaffens. Seit 1999 fotografiert und experimentiert sie mit selbstgebauten Lochkameras. Sie thematisiert Krieg, Zerstörung und Verfall, insbesondere den Verfall von Gebäuden der Nachkriegsmoderne. Immer transportiert sie dabei eine ganz besondere Schönheit und Atmosphäre und verweist mit ihren oft großformatigen Fotografien auf gesellschaftliche und kulturhistorische Zusammenhänge.

In den letzten Jahren konzentriert sie sich mit ihren Recherchen verstärkt auf das Gebiet der globalen Finanzmärkte und -krisen, der speziellen Sprache der Finanzwelt, den scheinbar undurchdringbaren, durchbürokratisierten Systemen. Die Ergebnisse ihrer Recherche zeigt Chris Dreier in Form von Fotografien, Installationen, bestickten Wandteppichen und Malereien. Ihre Faszination für Architektur und Wirtschaft ist zudem ein durchgehender Bestandteil ihrer Videoarbeiten und ihrer Noise-Musik.

Chris Dreier, geboren 1961 in Wuppertal, hat ihr Studium an der Universität der Künste Berlin mit einem Diplom in Kommunikationsdesign abgeschlossen. Ihre künstlerischen Arbeiten werden in Deutschland und weit darüber hinaus ausgestellt, wie z.B. im Museum für Zeitgenössische Kunst in Wroclaw/Polen, im New Mexico History Museum in Santa Fe und im Centre d’Art Contemporaine in Brest, Frankreich. Chris Dreiers Kunst wird vertreten durch die Galerie Laura Mars, Berlin, und durch die Galerie GRÖLLE pass:projects, Wuppertal.

Gary Farrelly: Director for Administrative Heritage and Self Inventory Desk
Die Kunst der Selbstinstitutionalisierung betreibt der in Dublin geborene Gary Farrelly bereits seit einigen Jahren. Macht, Kontrolle und die Frage, wie man sich als Individuum seine Autonomie bewahren kann, sind Themen, die in seinem Werk verarbeitet. Seinen eigenen Körper betrachtet er als eine Art Staat mitsamt einer strikt gesteuerten Infrastruktur, für den er in regelmäßigen Abständen Zwei-Jahres-Pläne entwirft. Somit gestaltet sich Farrellys Leben als eine administrative Dauer-Performance. Die Dokumentation und die Ergebnisse dieser Selbstverwaltung fließen in die künstlerischen Arbeiten Farrellys ein, wobei er sich insgesamt ganz unterschiedlicher Mittel bedient, z.B. dem der Collage.

Das System, das alle Elemente bündelt und ihnen Dynamik verleiht, ist die so genannte “Mailart”. Fasziniert von straff organisierten, technisierten Abläufen, gut funktionierenden Infrastrukturen und rational koordinierten Systemen, schwärmt der “Director for Administrative Heritage” von Bahnhöfen, Flughäfen, Flurzeugen, Fußgängertunnels und nicht zuletzt von der Post. Transportsysteme und Infrastrukturen sind nicht nur das Thema seiner Collagen, er benutzt sie auch und macht sie zu einem Teil seiner künstlerischen Dauerperformance: aufwändig adressiert und frankiert verschickt Farrelly einen Teil seiner Arbeiten, und zwar so, dass sie unverpackt durch zahllose Maschinen und Hände laufen und man ihnen ihren Weg in all ihrer Robustheit schließlich auch ansieht. Seine Collagen beinhalten einen hohen zeichnerischen Anteil und stellen vor allem Zweckarchitektur dar, oft in Verbindung mit Tabellen und Listen. Stempel, Schriftschablonen, Letraset-Anreibebuchstaben und seine hellblaue mechanische Schreibmaschine dienen dabei als häufig benutze Werkzeuge und Materialien, nicht zuletzt auch, um Farrellys Mailart zu adressieren. Spätestens, wenn die Briefmarken dieser oft übergroßen Postkarten abgestempelt und vielleicht sogar von einem Postboten mit einem Vermerk versehen werden, hat er sein Ziel erreicht: er hat die Grenzen zwischen fiktionaler und tatsächlicher Bürokratie aufgehoben. Auf diese Weise schreibt Farrelly sowohl Institutionen an, wie beispielsweise das Museum für Wissenschaft und Technik in Nord Korea, als auch befreundete Künstler. In der Zusammenarbeit mit Chris Dreier spielt die Künstlerkorrespondenz eine besonderer Rolle und auch die Autorin wurde durch einen sehr offiziell klingenden, straff formulierten Brief darüber informiert, was die Öffentlichkeit unbedingt über das OJAI erfahren muss.

Die Auseinandersetzung mit Schrift und Sprache und modularen, iterativen Systemen führte Farrelly zudem vor einiger Zeit dazu, sich mit Stickstichen auseinanderzusetzen. Mit seinem selbstentwickelten und offiziell registrierten “Quasi-autonomous Stitch” bestickt er Postkarten seiner Lieblingsgebäude und genießt es, sich auf diese Weise ganz in die Details dieser Bauten vertiefen zu können. Manchmal mischen sich in die zu bestickenden Fotos brutalistischer Bauten auch Abbildungen junger Männer, und die Mailart gerät zur Male Art, aber das ist ganz im Sinne Farrellys: so manches Bankenhochhaus in der Silhouette Brüssels wurde von ihm schon mit dem Prädikat “Boyfriend Building” ausgezeichnet. Das Sticken wiederum verbindet ihn mit Chris Dreier, die sowohl groß angelegte Wandbehänge zum Thema Finanzkrise zu ihrem Euvre zählt, als auch kleine, detailreiche Stickereien, die einstürzende Sozialbauten der Nachkriegsmoderne zum Thema haben.

Der Ire Gary Farrelly, geboren 1983, lebt und arbeitet seit einigen Jahren im Zentrum der internationalen Bürokratie, in einem ehemaligen Regierungsgebäude der Europa-Metropole Brüssel. Nach seinem Studium der freien Kunst am National College of Art and Design (NCAD) in Dublin hat er als Artist in Residence in Paris und Dallas gearbeitet. Seine künstlerischen Arbeiten waren bisher u.a. im Museum für Zeitgenössische Textilkunst Tournai (Belgien) zu sehen, im Museum für Zeitgenössische Kunst Banja Luka (Bosnien Herzegowina), bei Parking Projects (Teheran), im Central Trak (Dallas), in der Crawford Municipal Art Gallery (Cork/Irland) und im Royal Institute of Architects (Dublin). Zurzeit verfolgt er ein Postrgaduiertenstudium an der LUCA Kunsthochschule in Brüssel. Er wird von RO2 Gallery in Dallas, Texas, und von GRÖLLE pass:projects, Wuppertal, vertreten.

Das Büro als Rauminstallation: The Office for Joint Administrative Intelligence bei GRÖLLE pass:projects in Wuppertal
Nachdem zwischen den Ideen Chris Dreiers und Gary Farrellys so viele Anknüpfungspunkte und Überschneidungen bestehen, ist es mehr als naheliegend, dass sie zusammen nicht weniger als ein Gesamtkunstwerk anstreben. In regelmäßigen Abständen verabreden sie sich zu minutiös geplanten Gipfeltreffen in Brüssel und in Berlin, in deren Rahmen u.a. Exkursionen stattfinden und das weitere Vorgehen des Duos geplant wird. Der zeitliche Ablauf dieser Konferenzen sowie deren Resultate werden schließlich auf der Internetseite der Organisation veröffentlicht. Auf dem Unternehmensatlas einer derart global ausgerichteten Organisation wie dem OJAI darf das Bergische Industriezentrum Wuppertal natürlich nicht fehlen, auch weil dort mit der Galerie GRÖLLE pass:projects der Ausgangspunkt der zum Kunstwerk überhöhten Freundschaft der beiden Protagonisten liegt. Dort, wo sich Chris Dreier und Gary Farrelly im Januar 2015 kennen gelernt haben, wird das Office for Joint Administrative Intelligence im Rahmen der Ausstellung “Low Hanging Fruit” nun eine weitere Dependance eröffnen.

Zuletzt waren Arbeiten von Chris Dreier und Gary Farrelly bei GRÖLLE pass:projects als Teil der Ausstellung “Heimatplan” im Januar 2016 zu sehen (Link). Nun entsteht dort ein großer bürokratischer Apparat, der all ihre Ideen geordnet zuammenfasst und sich in einer Büro-Rauminstallion manifestiert. Der eingangs erwähnte Registraturschrank kommt in diesem groß angelegten Environment ganz konkret als zentrales Element zum Einsatz. Die von den beiden Künstlern in den letzten Monaten erarbeitete Mailart sowie gesammelte und selbstgestaltete Bücher, Dokumentationen ihrer Exkursionen, Landkarten, Listen, Dossiers, Memos und Diagramme – all das ordnen sie in ihren Aktenschrank ein. Zudem präsentieren sie Stickarbeiten, eine fotografische Serie über Finanzarchitektur und geben ihren Annual Report als Publikation heraus. Chris Dreier und Gary Farrelly gehen sogar so weit, dass sie das Büro ScAle Architects (Maurizio Scalera and Benedetta Alessi) mit dem Entwurf eines fiktivien Hauptquartiers beauftragt haben. Die Entwürfe sowie die Korrespondenz mit den Architekten aus Perugia werden ebenfalls in Wuppertal zu sehen sein. Die Auswertung ihrer kürzlich durchgeführten Umfrage „Policy and Instincts“ verleiht dem Projekt OJAI darüber hinaus endgültig alle Weihen eines interdisziplinären Gesamtkunstwerkes.

Dexia Defunct: Statistik wird zu Musik
Vor kurzem hat das OJAI einen repräsentativen Anteil der Weltbevölkerung zu ihren politischen, finanziellen, romantischen und materiellen Ansichten befragt. Auf dem an die interessierte Öffentlichkeit gerichteten Fragebogen wurde beispielsweise nach dem jeweils bevorzugten Zahlungsmittel gefragt (Gold oder Bitcoins?), nach der bevorzugten Fortbewegungsart (durch den Fußgängertunnel, über die Autobahn, mit dem Schnellzug,  dem Verkehrsflugzeug oder im eigenen Privatjet?) und auch, wie man generell zum Ausfüllen von Formularen steht. Die Ergebnisse dieser Erhebung sollen im Oktober jedoch nicht ausschließlich in Form von Diagrammen und Kurven präsentiert werden, sie bilden darüber hinaus die Basis für eine Soundperformance des Künstlerduos, das mit der Noiseband Dexia Defunct den musikalischen Ableger des OJAI betreibt. Jeder möglichen Antwort wird dabei ein Geräusch zugeordnet, das der auf elektronische Sounds spezialisierte Musiker Frank Lohmeyer in eine elektronische Datenbank eingepflegt hat. Auf diese Weise entsteht ein Noise-Stück, das im Rahmen einer Musikperformance von Dexia Defunct bei der Ausstellungseröffnung in Wuppertal seine Uraufführung erleben wird. Bis dahin werden die beiden Köpfe des Office for Joint Administrative Intelligence wahrscheinlich noch viele weitere phantastische Ideen entwickelt haben, die in den Verwaltungsapparat mit einfließen und in der ständig wachsenden Hängeregistratur mit abgelegt werden.

Die Ausstellung LOW HANGING FRUITS ist vom 22. Oktober 2016 bis zum 15. Januar 2017 in der Galerie GRÖLLE pass:projects zu sehen. Zusätzlich zu der Ausstellung stellt das OJAI ein umfassendes Rahmenprogramm zusammen, u.a. mit einem Filmabend und Vorträgen, sowie einer Exkursion zu einem sogenannten “Angsttunnel” in Wuppertal Barmen. Die einzelnen Termine werden noch bekannt gegeben. 

GRÖLLE pass:projects
Friedrich-Ebert-Straße 143e
42117 Wuppertal
T +49 (0)173 2611115 

groelle@passprojects.de




LOW HANGING FRUIT

Chris Dreier and Gary Farrelly at GRÖLLE pass:projects Gallery Wuppertal

 
The heartfelt sensation of a friendship between two artists, which has been a well-known motive for centuries, is being transported to a comlpetely new and abstract level by Chris Dreier and Gary Farrelly. Both commit themselves to the rationality of modernism and are driven by an intense passion for its achivements. However, entirely in agreement with Romanticism they remain true to the affective basis of their friendship. They write letters to each other, together they go on excursions and organise picknicks and by their collaboration they aim for nothing less than a Gesamtkunstwerk. Under the title of "Low Hanging Fruit" they present their jointly created work at GRÖLLE pass:projects Gallery in Wuppertal from October 2016.

The Office for Joint Administrative Intelligence (OJAI)
The type of the artists' shared actions is especially administrative and is chracterised by a great objectivity. In order to provide their amicable cooperation with an official framework, in 2015 Chris Dreier and Gary Farrelly founded an internationally operating organisation, "The Office for Joint Administrative Intelligence", OJAI for short. There each of the two founding members has accepted a sub-office of their own: Chris Dreier has the seat of the „Director for Financial Research and Systemic Risk“ and operates from Berlin, whereas Gary Farrelly holds the post of the „Director for Administrative Heritage“ at the EU-metropolis of Brussels where he supervises the „Self Inventory Desk“. By this very special method of self-instutionalisation and with the aim of the bureaucratisation of human experience the two artists have jointly created a modular system. This allows them to incorporate all their activities and obsessions, like documents are clipped into a filing cabinet. The main focus of the artistic alliance lies on a jointly cultivated euphoria for modernism. Be it in the area of architecture, of infrastructure, in the sector of financial concerns or in the field of information processing – progress and rationality are the core elements of their work. The way both artists deal with these topics is very serious and full of humour at the same time. Considering the development and the individual work of Chris Dreier and Gary Farrelly separately, it is easy to understand the reasons for the alliance of the two artists.

Chris Dreier: Director for Financial Research and Systemic Risk
Since the time when Chris Dreier was a member of the experimental music band „Die tödliche Doris“ she has been persuing the idea of the Gesamtkunstwerk. At the beginning of the 1980s she left Wuppertal, her home town, in order to study communications design at the Universität der Künste Berlin. As a drummer she was a member of the legendary band and artist group „Die tödliche Doris“ for one year. Soon she began to develop the choreographies of her own performances and also started to shoot Super 8 Films. Since that time the experimentation with music, noise and sounds has played an important role in the artistic work of Chris Dreier. Today she is a member of the electronic music and noise groups “Burqamachines” and “Spade Love”, both together with the Berlin-based musician Frank Lohmeyer. In addition to that in 2015 she founded the duo “Dexia Defunct” together with Gary Farrelly. It is named after an abandoned bankbuilding in Brussels.

All in all the examination of architecture as well as of the financial world constitues the core of her recent work. Since 1999 she has been experimenting with self-constructed pinhole cameras. In this way she creates photographs that deal with war, destruction and decay, especially with the decay of buildings that date back to the post-war modernist era. In doing so she always conveys quite a special atmosphere of beauty. With her sometimes large-sized photographs she also refers to social and cultural-historical contexts. In recent years she increasingly concentrated her research on the area of financial markets and crises, on the special language of the financial world and on its inscrutable and over-bureaucratized systems. In the form of photography, installations, embroidered tapestries and paintings Chris Dreier shows the results of her research. Moreover her fascination for architecture and economy is a continuous element of her video work and her noise music.

Born in Wuppertal in 1961, Chris Dreier graduated from the Universität der Künste Berlin with a diploma in communications design. Her artistic work is being exhibited in Germany and far beyond. It can be admired in such places as the Museum of Contemporary Art of Wroclaw/Poland, ithe New Mexico History Museum in Santa Fe and the Centre d'Art Contemporaine in Brest/France. Chris Dreier's work is being represented by Laura Mars Gallery, Berlin, and by GRÖLLE pass:projects Gallery, Wuppertal.

Gary Farrelly: Director for Administrative Heritage and Self Inventory Desk
Gary Farrelly, who was born in Dublin, has already been practising the art of self-institutionalisation for a number of years. Power, control and the question of how to preserve ones autonomy as an individual are some of the themes he deals with in his work. He sees his own body as a kind of state, including a strictly controlled infrastucture, for which he periodically designs a 2 Year Development Plan. Therefore Gary Farrelly's life can be regarded as an admistrative non-stop performance. The documentation and the results of this kind of self-government flow into his artistic work while he uses a range of different media like the collage.

The system that combines all the different elements and which sets them in motion is the so-called "Mailart". The "Director for Administrative Heritage", who is fascinated by tightly organised and engeneered processes, by efficient infrastructures and by rationally coordinated systems, is absolutely enthused by railway stations, airports, airplanes, pedestrian tunnels and last but not least the postal service. Transport systems and infrastructures are not only the subjects of his collages, he also uses and incorporates them in his artistic non-stop performance: elaborately addressed and franked he sends some of his works by post, namely in a way that they pass through countless machines and hands without being protected by an envelope. Thus in all their robustness they finally can't hide the long journey they were sent on.

Usually his graphics consist of a mixture of collage and drawing and show above all functional architecture, often combined with charts and lists. He uses stamps, lettering stencils, Letraset rub-off letters and his light blue mechanical typewriter, also to label his Mailart. When these oversized postcards have been stamped and perhaps even been signed with a remark by a post office clerk, Gary Farrelly has reched his goal: he has blurred the bounderies between fictional and actual bureaucracy. In this way he writes to institutions such as the Museum of Science and Technology in North Korea as well as to artist friends. Within the collaboration with Chris Dreier the correspondence between the two artists plays an eminent role. Also the autor of this text was informed about the facts the audience necessarily has to know about the OJAI by a highly official letter.

Moreover concerned in writing, language and in modular and iterative systems Farrelly took an interst in embroidery stitches. With the so-called “Quasi-autonomous Stitch”, which he has developed himself and which is officially registered, he embroiders postcards which show his favourite buildings. In doing so he delves into all the different details of the buildings. The imbroideries mix images of young men with photos of brutalist buildings. Then his “Mailart” turns into “Male Art”, but this is the very intension of the artist: in the skyline of Brussels there are several bank highrises that Farrelly calls his “Boyfriend Buildings”. Embroidery also connects him with Chris Dreier, whose oeuvre comprises large-scale tapestry dealing with the imagery of the financial world but also small and detailed embroidery showing colllapsing social housing complexes from the era of post-war modernism.

Born in Ireland in 1983, Gary Farrelly today lives and works in the centre of international bureaucracy, i.e. in a former government building in the European metropolis of Brussels. After his studies of Fine Arts at the National College of Art and Design (NCAD) in Dublin he worked as an artist in residence in Paris and in Dallas. So far his artistic work has been presented at the Museum of Contemporary Textile Arts in Tournai (Belgium), at the Museum of Contemporary Art in Banja Luka (Bosnia and Herzegowina), at Parking Projects (Teheran), at Central Trak (Dallas), at Crawford Municipal Art Gallery (Cork/Irland) and in the Royal Institute of Architects (Dublin). Gary Farrelly’s work is being represented by RO2 Gallery, Dallas, and by GRÖLLE pass:projects Gallery, Wuppertal. At present he is attending a postgraduate programme at the LUCA School of Arts in Brussels.

The office as an art installation: GRÖLLE pass:projects presents The Office for Joint Administrative Intelligence in Wuppertal
As there are so many links and interferences between the ideas of Chris Dreier and Gary Farrelly, it is more than self-evident that they aim at nothing less than a Gesamtkunstwerk. In regular intervals the two artists meet for meticulously planned summit conferences in Brussels and in Berlin. In this context they go on excursions and they also decide on their further activities. Finally they publish the time schedules and the results of each summit on the official homepage of the OJAI. For an organisation that is as globally oriented as the OJAI it is definitely important to be also represented in the industrial city of Wuppertal. Furthermore in GRÖLLE pass:projects Gallery, which is located on the banks of the river Wupper, you can find the origin of Chris Dreier's and Gary Farrelly's friendship. Exactly at the same place where the two artists met for the first time in January 2015, the Office for Joint Administrative Intelligence is going to open another branch. This new agency will be the core of their upcoming exhibition named "LOW HANGING FRUIT".

The last time Chris Dreier and Gary Farrelly showed their work together at GRÖLLE pass:projects Gallery was in January 2016, when they took part in the group show named "HEIMATPLAN" (Link). Now a large bureaucratic machinery will arise which allows them to arrange their ideas systematically and which manifsets itself as an office-art-installation. In this large-scale environment the above mentioned filing cabinet will be specifically used as a central element. Pieces of Mailart and books that both artists created and collected in recent months, the documentation of their excursions as well as maps, lists, dossiers, memos and diagrams - all these items will be integrated into this filing cabinet. Moreover they show embroidery and a series of photographs of financial architecture. They also publish their Annual Report as a special kind of exhibition catalogue. Chris Dreier and Gary Farrelly have even commissioned the architectural office ScAle Architects (Maurizio Scalera and Benedetta Alessi) from Perugia with the design of their fictitious headquaters. The drafts as well as the correspondence between the ScAle Architects and the OJAI will be on display in Wuppertal, too. Above all the evaluation of the survey that they have carried out just recently makes it definitely clear: the OJAI-project is an interdisciplinary Gesamtkunstwerk in the truest sense of the word.

Dexia Defunct: statistics turn into music
Recently a representative proportion of the world population was asked by the OJAI about their attitudes towards politics, finance, romanticism and towards material issues. In a questionnaire addressed to the interested general public the OJAI asked about preferred means of payment (gold or Bitcoins?), about preferred means of transport (through the pedestrian tunnel, on the motorway, on a high-speed train, by a passanger aircraft or in one's own private jet?) and also about what people think of filling in forms in general. In October the results of this survey are going to be presented not only in the form of diagrams and graphs, they also constitute the basis of a sound performance that is going to be presented by the artists. With their noise-band named Dexia Defunct they run a musical spin-off of the OJAI-project, supported by Frank Lohmeyer, a musician who is specialized in electronic sounds. For the exhibition he has created an electronic database which makes it possible to relate every single answer given in the survey to a very special sound. In this way a piece of noise-music comes into being that will be performed for the first time at the opening night in Wuppertal. By that time the creative minds behind the Office for Joint Administrative Intelligence will probably have developed even more phantastic ideas also to be incorporated into the administrative apparatus and added to the filing system.

The exhibition entitled LOW HANGING FRUIT will be opened on October 22nd 2016 and will run until January 15th 2017. In addition to the exhibition the OJAI is also going to organise a framework programme, which contains a movie night, lectures and even an excursion to a so-called “Angsttunnel” located in Wuppertal Barmen. The individual dates will be announced.


Translation by Julia Zinnbauer