Samstag, 11. Juli 2026

Meine Arbeit "Kleid für die Autogerechte Stadt" in der ständigen Ausstellung des Stadtmuseums Düsseldorf

 

Julia Zinnbauer, Kleid für die Autogerechte Stadt, Ausstellungsansicht Stadtmuseum Düsseldorf
Das Kleid für die Autogerechte Stadt, Stadtmuseum Düsseldorf, Ausstellungsansicht

Seit kurzem ist meine zweiteilige Arbeit "Kleid für die Autogerechte Stadt" in der ständigen Ausstellung des Stadtmuseums Düsseldorf zu sehen. Das Kleid bezieht sich auf den Schwung und und die elegante Form des Tausendfüßlers, der Hochstraße von Friedrich Tamms, die bis zu ihrem Abriss zu dem modernen Architekturensemble des Dreischeibenhauses und des Schauspielhauses in Düsseldorf gehörte. Ich freue mich sehr darüber, dass die zweiteilige Arbeit nun am Ort ihrer Inspiration präsentiert wird, zwischen dem Wiederaufbauplan von Bernhard Düttmann aus dem Jahr 1946 und dem Modell der Autogerechten Stadt von Friedrich Tamms (vorne), die gegen die Proteste von Berhard Pfau, dem Architekten des Schauspielhauses. 

Im Jahr 2017 war das  "Kleid für die Autogerechte Stadt" in der Ausstellung "A hard Place" in der 500X Gallery in Dallas/Texas zu sehen, 2019 war es Teil meiner Ausstellung "FLYOVER - Los Angeles und die Architektur der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf". Für den Entschluss, meine Arbeit so phantastisch zu präsentieren bedanke mich ganz herzlich bei dem Kurator Bernd Kreuter, Leiter der Abteilung 20. Jahrhundert und Junges Rheinland.

Den folgenden Text stammt aus dem Jahr 2014, aus der Entstehungszeit des Kleides:  

 

Architektur und Mode - Das  Kleid für eine Fahrt durch die Autogerechte Stadt

Die Bewegung ist eines der Elemente, die eine Verbindung zwischen Kleidung und Architektur darstellen. Durch ein Gebäude muss man sich erst einmal hindurch bewegen, um es in seiner Gesamtheit verstehen zu können. Die Architektur verführt den Betrachter durch ihre Formen und Materialien dazu, sich in Bewegung zu setzen und zieht ihn auf diese Weise Schritt für Schritt in ihren Bann. Ähnlich verhält es sich mit Kleidung. Sie muss in der Bewegung funktionieren, verleitet den Träger aber auch durch ich Proportionen, Volumina, Materialien und Formen, sich auf die eine oder die ganz andere Art und Weise zu bewegen, sich zu halten und sich zu positionieren.

In meinen Arbeiten begebe ich mich immer wieder auf die Suche nach den Zusammenhängen zwischen den verschiedenen Kunstformen, sei es in der Mode, der Literatur, der Architektur oder der Bildhauerei. Bewegungen lassen sich in Rhythmen übersetzen und somit auch in Proportionen, ganz unabhängig vom jeweiligen Material. Ein ideales Medium, um eine Verbindung zwischen verschiedenen Kunstformen herzustellen, ist der Film. In meinem Video mit dem Titel „surveillance souterraine“ (2014) war es beispielsweise mein Ziel, die Linien und Proportionen dreier U-Bahnhöfe in Bewegungen umzusetzen und darüber hinaus Kostüme zu entwerfen, die den Materialien und Proportionen der Gebäude entsprechen.

 

Julia Zinnbauer, Stadtmuseum Düsseldorf, Kleid für die Autogerechte Stadt
 

Die Autogerechte Stadt

Seit dem 20. Jahrhundert spielt im Verhältnis zwischen Architektur und Bewegung noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: das Automobil. Städte breiteten sich seit dem frühen 20. Jahrhundert parallel zu der immer schneller wachsenden Anzahl von Automobilen zu riesigen bebauten Flächen aus, wie beispielsweise Los Angeles, oder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in sogenannte autogerechte Städte umgebaut - mit breiten Durchgangsstraßen und neu angelegten Wohngebieten an der Peripherie. Eine dieser Trabantenstädte ist das Märkische Viertel in Berlin, das in den Sechzigerjahren u. a. von Georg Heinrichs geplant wurde. Wer hier kein Auto hat, dem fällt es schwer, in den speziellen Genuss der modernen Großstadt zu gelangen.

 Georg Heinrichs selbst legt großen Wert darauf, dass er für seine Architektur die elegante horizontale Form gegenüber der aggressiven vertikalen bevorzugt. Dieser Lebenshaltung entsprach auch der Jaguar, den der heute 89jährige bis vor wenigen Jahren fuhr. Einige seiner Wohnbauten flankieren die Achse, die durch einen Großteil von Berlin verläuft und in die Straße des 17. Juni mündet, nachdem sie sich durch ein weiteres Sinnbild der autogerechten Stadt verzweigt - durch den mehrspurigen, von Nachkriegsarchitektur umstandenen Kreisel des Ernst-Reuter-Platzes.

Der Höhepunkt in Heinrichs Autofahrer-Architektur ist jedoch die Wohnbebauung in der Schlangenbader Straße. Dort überbaute Heinrichs gegen Ende der Siebzigerjahre mit der riesigen, in die Länge gezogenen Wohnanlage einen Autobahnabschnitt mitten in Berlin. Die Straße verläuft über die gesamte Länge des Gebäudes hinweg, parallel zu den Hausfluren und im gleichen Schwung. 

 

 

Der Tausendfüßler

Ein weiteres ideales Beispiel für die Verbindung von Funktionalität, Dynamik und Schönheit war die „Tausendfüßler“ genannte Düsseldorfer Hochstraße bis zu ihrem Abriss im Jahr 2013. Ästheten schätzten die Feingliedrigkeit und elegante Linienführung, den weichen, dynamischen Schwung mit dem der Tausendfüßler  zwischen den Karees der Innensatdt hindurchglitt, eine zweite Ebene ins Bild legte und den Blick der Passanten immer wieder in Richtung Himmel führte. Der Tausendfüßler war die ideale Verkörperung des Form-follows-Function-Gedanken. Er war schön, er war funktional, er war kostengünstig und vor allem genoss er die Sympathie der Bevölkerung. Alleine die Verschalung sah bereits aus wie eine riesige, kühn geschwungene Holzskulptur, die man mitten in der Stadt aufgebaut hatte, wie der Rücken einer riesigen Taube.

Die unglaublich geschwungene, filigrane des Tausendfüßlers wirkte sich unmittelbar auf den Schwung des Autofahrers aus, der dynamisch nach oben rauschte, sich einen Überblick über die moderne Großstadt verschaffte, um dann auf der Höhe des Dreischeibenhauses in einer eleganten Bewegung wieder nach unten und aus der Stadt heraus rollte.

Meine jahrelange Auseinandersetzung mit der Architektur der Nachkriegsmoderne bringt mich immer wieder dazu, Kleider und Kostüme zu entwerfen. Das unentwegte Besuchen, Befahren und Betrachten des Tausendfüßlers bis hin zu dessen Abriss sowie meine Überlegungen hinsichtlich einer Fahrt mit Georg Heinrichs durch Berlin als autogerechte Stadt führten schließlich zu dem hier gezeigten Kleid. Wo Linien am idealsten über den Körper verlaufen frage ich mich genau so, wie ich die Straßen einer Stadt abfahre. Es geht um das Offenlegen von Konstruktionen, um Transparenz, um Allansichtigkeit aber auch um sie Geschichten, die alles zusammenhalten. Ob die Fahrt mit dem Architekten Heinrichs jemals stattfinden wird, das wird die Zukunft zeigen.




Samstag, 13. Juni 2026

100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf - Einladung in die Akademiegalerie zur Finissage


Julia Zinnbauer, Jkeid Thorn Prikker

Die Ausstellung „100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf“ in der Akademiegalerie geht leider dieses Wochenende schon zu Ende. Im Rahmen des Artwalk Festivals feiern am Samstag, dem13. Juni von 16 Uhr bid Mitternacht unsere Finissage. Von 17 bis 19 Uhr gibt es Führungen. Ich bin auch mit dabei und erzähle Euch in dem Raum, in dem ich meine Kostüme zeige, wie Walter von Wecus, als erster Bühnenbildprofessor an die Kunstakademie kam und es geht u.a auch um die GeSoLei. Die gesamte Führung ist natürlich noch viel ausführlicher und performativer und ich finde, Ihr solltet auf jeden Fall vorbeikommen. Es wird legendär!


Am Sonntag ist die Ausstellung dann noch einmal von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Akademiegalerie
Burgplatz 1
40213 Düsseldor

 

Mittwoch, 10. Juni 2026

Hommage an Günther Uecker - Filmscreening anlässlich des ersten Todestages des ZERO-Künstlers auf dem Ueckerplatz

Gabi Luigs, Günther Uecker, Julia Zinnbauer, Haus der Medien
Gabi Luigs, Günther Uecker und ich 2024 auf dem Ueckerplatz vor dem Haus der Medien in Düsseldorf. (Foto: Julia Zinnbauer)
 

Anlässlich des ersten Todestages von Günther Uecker wird im Hafenkunstkino Düsseldorf von heute bis Sonntag eine filmische Hommage an den ZERO-Künstler gezeigt, kuratiert von Gabi Luigs / the pool offshore.

Dabei wird eine Dokumentation über Uecker gezeigt, das Video "Ueckerplatz", das Gabi Luigs und ich 2024 gedreht haben sowie mein Kurzfilm "ASTEROIDA". Das Filmscreening beginnt mit Einbruch der Dnkelheit ca.22.30 Uhr und ist Teil des Artwalk Festivals.

Donnerstag, 23. April 2026

100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf - Ausstellung in der Akademiegalerie

Julia Zinnbauer, Akademiegalerie Düsseldorf, 100 Jahre Klasse Bühnenbidls an der Kunstakademie Düsseldorf

Vor genau 100 Jahren wurde die Bühnenbildklasse der Kunstakademie Düsseldorf von Walter von Wecus in Anlehnung an das Bauhaus gegründet und im gleichen Jahr fand in direkter Sichtweite des Akademiegebäudes die GeSoLei-Messe statt. Der Architekt Wilhelm Kreis hatte dafür den Ehrenhof-Komplex entworfen, der durch eine Vielzahl aufwändiger temporärer Bauten, wie z.B. einen Feuerwehrturm, ergänzt wurden.

Konzipiert von der von Professorin Lena Newton geleiteten Bühnenbildklasse der Kunstakademie, wurde am 13. April in der Akademiegalerie die Ausstellung „100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf“ eröffnet, und ich freue mich sehr, mit einigen Kleidern, Kostümen und einem Video mit dabei zu sein. Bevor ich an der Kunstakademie Düsseldorf in der Bildhauerklasse von Prof. Thomas Grünfeld studiert habe, war ich für einige Jahre in der Bühnenbildklasse von Prof. Karl Kneid.

Unter anderem zeige ich in der Akademiegalerie die gold-silbernen Kleider, die ich vor Jahren den Mosaiken von Jan Thorn-Prikker gewidmet habe, die sich an den mittleren Tortempeln des Ehrenhofs befinden.Seit dieser Zeit habe ich so viele Kleider und Kostüme entworfen, die sich auf Architektur beziehen, dass es für mich etwas ganz besonderes ist, dank der Ausstellung in der Akademiegalerie zu diesen Anfängen zurückzukehren. Meine Arbeiten zudem im Zusammenhang mit der Düsseldorfer Kunst und Architektur der 20er Jahre zu zeigen – zwischen Expressionismus und Bauhaus – bedeutet mir sehr viel. Darüber hinaus ist auch mein Video „ellipsoid episodes zu sehen“, zusammen mit einem der dazu gehörenden Kostüme, und das Kleid „Veritas Comet“, das sich auf einen Sportwagen aus dem Jahr 1948 bezieht. 


Kleid Jan Thorn-Prikker, Julia Zinnbauer
Thorn-Prikker-Kleider (2006)
Fasziniert von außergewöhnlichen Gebäuden, verbinde ich in meinen Projekten Architektur und Textilien. Meine Ideen setze ich in Form von Fotos, Videos, Texten, Textilkunst und Kostümen um. Für meine Videos entwerfe und nähe ich Kleider, die sich auf die darin gezeigten Gebäude beziehen. Das aus goldenen, silbernen und grauen Bändern gewebte Kleid ist eine meiner ersten Arbeiten mit direktem Architekturbezug. Es ist Jan Thorn-Prikkers Mosaik „Die Nacht“ gewidmet, das sich an einem der Tortempel des Ehrenhof-Ensembles befindet, das für die 1926 eröffnete GeSoLei gebaut wurde. Auch das zweite Kleid, das aus zwischen Steppnähten aufgeschnittenen goldenen und silbernen Stoffschichten besteht, bezieht sich auf Thorn-Prikkers "Nacht".
 
Jan Thorn-Prikker,s "Die Nacht", Kleid von Julia Zinnbauer, Ajkademiegalerie Düsseldorf, Bühnenbild

Veritas Comet 
In meiner Auseinandersetzung mit der Architektur der Nachkriegsmoderne, die u.a. Phänomene wie die Idee der Autogerechten Stadt mit sich brachte, eintwarf ich ein Kleid, das sich auf die Stromlinienform der mattsilbernen Aluminiumkarosserie des Veritas Comet S bezieht. Der Rennsportwagen wurde ab 1948 in Süddeutschland gebaut.

 

Veritas Comet, Kleid, Julia Zinnbauer, Akademiegalerie Düsseldorf
Veritas Comet (2008)

 

 

 
ellipsoid episodes
Kostüm und Video (Ausschnitt, 2014)  
Das Video „ellipsoid episodes“ drehte ich in dem Futuro-Gebäude, das eine Zeitlang Teil des dem Düsseldorfer Fotografen Charles Wilp gewidmeten Museums in Witten war. Begeistert von dem von Matti Suuronen entworfenen Ufo-Gebäude aus Fiberglas, das so typisch für den Zukunftsglauben der 1960er Jahre ist, entwarf und nähte ich die Kostüme für die Crew und die Passagierin, die in dem Video in ein unverhofftes Weltraumabenteuer geraten.

ellipsoid episodes, Futuro, Julia Zinnbauer

Die Ausstellung

Im Jubiläumsjahr haben Studierende der Bühnenbildklasse unter der Leitung von Lena Newton 100 Jahre Studieren in der Bühnenbildklasse erforscht. Hierfür befragten sie u.a. Anna Viebrock, Katrin Brack, Katharina Sieverding, Heinz Balthes und Editha Hackspiel. Aus den Interviews haben sie eigene Modelle, Kostüme und Videos erstellt. Diese werden in einem Dialog mit früheren Werken inszeniert und in einen historischen Kontext gestellt. Kritisches Augenmerk liegt dabei auf der Zeit zwischen 1933 bis 1945, in der Walter von Wecus mit der ‚Klasse für Bühnenkunst‘ die Propaganda des Nationalsozialismus unterstützte.

100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf

17. April bis 14. Juni 2026
Offnungszeiten jeweils Freitag bis Sonntag 11 – 18 Uhr

Akademiegalerie
Burgplatz 1
40213 Düsseldorf

In der Online-Zeitung Ddorf-aktuell ist umfassender Artikel erschienen, in dem Birgit Koelgelm auf alle Facetten und Hintergründe der Ausstellung eingeht: Die Theatermacher

Am Freitag, dem 17. März wurde zudem im Theatermuseum Düsseldorf die Ausstellung “Bühnenkunst in den 1920er Jahren“ eröffnet. 

Donnerstag, 9. April 2026

100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf - Einladung in die Akademiegalerie



1926 gegründet, im Jahr, in dem Düsseldorf die GeSoLei in den Ehrenhof-Bauten stattfand, feiert die Bühnenbildklasse der Kunstakademie Düsseldorf ihr Jubiläum mit der Ausstellung "100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf" ihren 100. Geburtstag mit einer großen Ausstellung in der Akademiegalerie am Burgplatz. Zu der Eröffnung am kommenden Montag, dem 13. April, lade ich Euch ganz herzlich ein.

Bevor ich in der Bildhauerklasse von Prof. Thomas Grünfeld studiert habe, war ich für einige Jahre in der Bühnenbildklasse von Prof. Karl Kneid. Ich freue mich, nun in der Jubiläums-Ausstellung einige meiner Arbeiten zeigen zu dürfen, insbeondere die Kleider, die sich auf die GeSoLei-Bauten beziehen.

Ich würde mich freuen, Euch in der Akademigalerie begrüßen zu dürfen und lade Euch ganz herzlich zu der Ausstellungseröffnung ein:

100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf


Eröffnung am 13. April 2026 um 18 Uhr 
Akademiegalerie 
Burgplatz 1 
Düsseldorf

Weitere Informationen zum Ausstellungskonzept findet man auf der Seite der Kunstakademie Düsseldorf.

Im Jubiläumsjahr haben Studierende der Bühnenbildklasse unter der Leitung von Lena Newton 100 Jahre Studieren in der Bühnenbildklasse erforscht. Hierfür befragten sie u.a. Anna Viebrock, Katrin Brack, Katharina Sieverding, Heinz Balthes und Editha Hackspiel. Aus den Interviews haben sie eigene Modelle, Kostüme und Videos erstellt. Diese werden in einem Dialog mit früheren Werken inszeniert und in einen historischen Kontext gestellt. Kritisches Augenmerk liegt dabei auf der Zeit zwischen 1933 bis 1945, in der Walter von Wecus mit der ‚Klasse für Bühnenkunst‘ die Propaganda des Nationalsozialismus unterstützte. Für eine begleitende Veranstaltungsreihe kooperiert die Klasse Bühnenbild mit dem Theatermuseum Düsseldorf, dem Institut für Kunstgeschichte an der HHU und dem FFT Düsseldorf.


Parallel eröffnet am 17.04.2026 im Theatermuseum Düsseldorf die Ausstellung “Bühnenkunst in den 1920er Jahren”.

Montag, 9. Februar 2026

PRISENTE PER SAN ROCCO - Progetto per la processione di San Rocco a Gibellina nell'Agosto 2026

 












In January 1968, a severe eartquake destroyed several towns in the Belice Valley in Sicily, including the medieval town of Gibellina. On the initiative of Ludovico Corrao, then mayor of Gibellina, in the following years the town was rebuilt, a few kilometers from its original location and in a completely new form. By relocating Gibellina, Corrao connected the town to the railway line and the motorway. Above all, he had the idea of turning Gibellina into a town dedicated entirely to art and modern architecture, without losing its cultural roots.

One of these traditions is the annual procession for San Rocco, the patron saint of Gibellina, which takes place each August. At the procession the statue of the saint is being carried through the streets of the town and in the 1980s and 90s it was even accompanied by long embroidered and appliquéd textile works. These so-called "Prisenti" were designed by contemporary artists like e.g. Carla Accardi, Pietro Consagra and Alighiero Boetti.

As in my own artistic work the connection between textiles and modern architecture plays a core role, I am more than fascinated by the history, the art and the architecture of Gibellina.

Thereofore, in summer 2026 am going to take part in the procession for San Rocco with a textile work created by myself. In order to research for my project and to get in touch with the residents of Gibellina, I visited the Sicilian town several times, including the processions in August 2024 and 2025. In the trailer you can get a glimpse of the whole project, that will consist of a film that documets the the whole story as well as my textile work itself. The blue and red dress I amwearing in the video refers to the ceramic works by Carla Accardi at the town hall of Gibellina. 

 

 

PRISENTE PER SAN ROCCO
Camera, editing, costumes, idea: Julia Zinnbauer
Gibellina 2023 – 2026

Grazie mille per la musica, Gruppo Tamburinari Famiglia Adragna e Banda Musicale Gioachino Rossini!

Sonntag, 1. Februar 2026

APOLLO - Videodreh und Performance in zwei ehemaligen Bürogebäuden der Firma 3M

Julia Zinnbauer, Apollo Hochhaus, Königsallee, Düsseldorf
Apollo-Hochhaus, Performance im Foyer im Reflektorkleid
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

APOLLO
Kostüm, Video, Performance von Julia Zinnbauer 
Düsseldorf 2024/2025 

Zurzeit wird in Düsseldorf auf der Königsallee 106 das Apollo-Hochhaus abgerissen. Ursprünglich befand sich auf dem Grundstück am südlichen Ende der Königsallee das 1899 eröffnete Apollo-Theater, eine Mischung aus Vergnügungspark und Varietétheater. Obwohl es nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und bis 1959 als Kino genutzt wurde, musste das Apollo-Theater im Jahr 1966 dem Bau des Apollo- Hochhauses weichen

Im Apollo-Hochhaus befand sich von November 1967 bis Juni 1973 die Verwaltung der Firma 3M. In dem 17-stöckigen Gebäude waren etwa 800 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahr 1951 hatte das amerikanische Unternehmen in Apollo Hochhaus eine erste Auslandgesellschaft gegründet, zunächst in Reisholz, dann 1956 auf der Immermannstraße und zuletzt 1967 auf der Königsallee. Hier wurde 1971 auch die Zulassung reflektierender KFZ-Kennzeichen in der Bundesrepublik Deutschland gefeiert:

Mit seiner Geschichte, seiner Gestaltung und den dabei verwendeten Materialien war für mich das Apollo-Hochhaus in Düsseldorf der ideale Ausgangspunkt, ein Kostüm zu entwerfen und anzufertigen und vor Ort damit ein Performance-Video zu drehen. Darin geht es um Licht, Bewegung und Architektur. Das Kostüm, das aus silbernem Reflektormaterial besteht, bezieht sich auf die Geschichte und Architektur des Gebäudes, es besteht aber auch eine Verbindung zu dem silbernen Anzug, den Heinz Mack in seinem Sahara-Projekt und dem Film "Telemack" trug.  Direkt neben dem Apollo-Hochhaus steht vor dem Gebäude der Deutschen Rentenversicherung ein Skulpturen-Arrangement von Heinz Mack, das ebenfall in meinem Video zu sehen ist.

Der zweite Teil des Videos wurde in Neuss gedreht, in dem Waschbetongbäude, in das die Firma 3M in den 70er Jahren zug, als das Apollo-Hochhaus keinen Platz für Expansion mehr bot. Auch dieses Bürogebäude wird gerade abgerissen.  Mit meinem Video verabschiede ich mich feierlich von beiden Häusern. 

 

Julia Zinnbauer, Brunnen Heinz Mack Düsseldorf

APOLLO, Videostill, Performance vor Heinz Macks Skulpturen vor der Deutschen Rentenversicherung in Düsseldorf 






Julia Zinnbauer, Apollo, Reflektorkleid


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Mittwoch, 28. Januar 2026

Bjart Mohr's townhall in Fagernes/Norway and my partcipation in FLYKTIG/FUGITIVE in August 2025

 

Julia Zinnbauer, Flyktig Fugitive, Fagernes,Bjart Mohr, Odd Tandberg Costume

FLYKTIG/FUGITIVE is an ephemeral performance art project happening in Valdres, Norway every August, curated by Anne-Marte Før and Gary Farrelly.

Thanks to the the very glamorous invitation to be part of the 2025 edition, I did not only incounter the architecture of Bjart Mohr in Fagernes, but I also got to know Odd Tandberg's incredibly subtle relief in the Fagernes Kulturhuis. Mohr's townhall, inaugurated in 1979, and his Kulturhuis are linked by an elegantly floating canopy. 

As soon as you enter the Kulturhus you are being guided by a curved corridor down to a lower level where you can find the local library and the cinema. For this elegantly shaped wall, the sculptor Odd Tandberg created a relief made of concrete that deals with very different surfaces and a system of dynamic lines. Moreover, the abstract shapes of Tandberg's relief feature very different surfaces - between very soft and rather rough – and they inspred me to create a costume for the lecture performance I gave at the end of the project. In this context I projected my video about the architectural ensemble directly on the exposed aggregate concrete, which was a rhar exciting experience.

2025 participating artists were Bendik Bendik, Sissel M. Bergh, Lou Cocody-Valentino, Gary Farrelly, Anne-Marte Før, Gilles Hellemans and Julia Zinnbauer.


Julia Zinnbauer, Bjart Mohr, Odd Tandberg, Fagernes, Flyktig Fugitive