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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Montag, 31. Oktober 2011

Warm and capable of earnest grasping: John Keats zum 206. Geburtstag

Morgen wird aller Heiligen gedacht, die Anhänger des Ästhetizismus gedenken jedoch heute schon ihrem Märthyrer, dem jungen Dichter, der von philiströsen alten Männern in den allzufrühen Tod getrieben wurde: John Keats. In seinem Gedicht "The Grave of Keats" schreibt Oscar Wilde: "The youngest of the martyrs here is lain, fair as Sebastian and as early slain". Heute soll es allerdings nicht um Keats' Todestag gehen, stattdessen prosten wir uns mit einem "draught of vintage" zu und gratulieren dem großen Verfechter der Schönheit zu seinem 206. Geburtstag.

(Die Abbildung zeigt leider kein Original-Manuskript, das ich aus meiner Sammlung gezaubert habe, ich habe lediglich Keats' Worte mit meiner eigenen "lebendigen Hand" abgeschrieben.)

ART.FAIR 2011

Meine Eindrücke von der ART.FAIR, die am Freitag in Köln eröffnet wurde, in einem kurzen Satz zusammenzufassen, ist definitiv unmöglich. Am treffendsten erscheint mir der Untertitel des Messenamens ART.FAIR: „Messe für moderne und aktuelle Kunst“. Darunter fächert sich das unendlich breite Spektrum zeitgenössischer Kunst auf, das keinerlei Begrenzung des Materials, Inhalts oder Ausdrucks kennt und vom ganz Banalen bis zum höchst Durchgeistigtem reicht.Sinnbildlich für die Unendlichkeit der Möglichkeiten steht das opulente Programm, das sich dem Besucher in den drei Messehallen des kölner Staatenhauses bietet, dem architektonisch interessanten Austragungsort der ART.FAIR. Bei der gebotenen Fülle verschiedenster Kunstrichtungen verliert man zwischen farbenfrohen Eventinstallationen, reiner Dekofolklore und strenger Ernsthaftigkeit schnell den Überblick, und war ich sehr froh über die Möglichkeit, mir am Freitag nach dem Medienfrühstück noch vor der offiziellen Eröffnung die unzähligen Exponate anschauen zu dürfen. Zudem brachte das Sonnenlicht des spätsommerlichen Vormittags Kunst und Architektur erst recht zur Geltung. 
 
Bei meinem ersten Gang über die Messe stach mir direkt eine Figur ins Auge, von der ich sofort wusste, von wem sie stammte, und zwar Agata Agatowskas monumentale blau-metallisch schillernde Skulptur auf der Fläche der Galerie von Fraunberg. Agata Agatowska studiert an der Kunstakademie Düsseldorf und plant ihren Abschluß für den nächsten Rundgang im Februar 2012.

Bereits im letzten Jahr war mir aufgefallen, wie sehr auch der Bereich der Mode auf der Kunstmesse vertreten war und dieser Eindruck verstärkte sich nun um so mehr. Nicht nur die Modenschau von Angélique Lang trug dazu bei, besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, daß die beiden Gründer des kölner Mode- und Filmunternehmens Senso Unico den Schritt auf die Messe getan und einen eigenen Stand mit ihrer Wondrous-Kollektion aufgemacht haben. Wie auch in den verschiedenen Niederlassungen von Senso Unico hängen dort die Einzelstücke an kernigen Fleischerhaken, wild und phantasievoll zusammengestzt aus Elementen alter Uniformen und Anzügen. (http://www.sensounico-fashion.com/wordpress/)
Hier ein paar erste Impressionen:

Agata Agatowska, vertreten durch die Galerie von Fraunberg (siehe auch hier: Rundgang Kunstakademie Düsseldorf 2009)
Levedi von Senso Unico

Mika von Senso Unico, mit Nadel und Faden am Werk

Ein aufregendes Gebäude, das direkt an der Deutzer Brücke liegt, habe ich auch noch gefunden, und zwar steht der Traum aus Aluminium und Schiefer komplett leer und beinhaltet einen riesigen Tanz-und Veranstaltungssaal mit Blick auf Rhein und Dom.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Ein Abend mit der Freifrau von Kö: NRZ-Treff 2011 in der Rheinterrasse Düsseldorf

Als am vorletzten Donnerstagnachmittag die goldene Lampe an meinem Fernsprechgerät aufleuchtete, wusste ich, jetzt wird’s glamourös. Tatsächlich war die Freifrau von Kö persönlich am Apparat und lud mich ein, sie zum NRZ-Treff zu begleiten, der noch am gleichen Abend in der düsseldorfer Rheinterrasse stattfinden sollte. Dort veranstaltet die Nördliche Rhein/Ruhr Zeitung alljährlich einen Empfang für das Who-is-who aus Kultur, Politik und Wirtschaft; die junge Milionärsgattin und ich fühlten uns als Zielgruppe natürlich durchaus angesprochen.

Die Frage des entsprechenden Outfits ist bei einem derartigen Damenabend natürlich ein wichtiges Thema, und so entschied sich die ihrer Wirkung auf die anwesenden Herren durchaus bewusste Freifrau für ein Smaragdgrün in Anspielung auf die Farbe der gastgebenden Zeitung, ihre Begleitung wählte ein dem Spätsommerabend angemessenes luftiges Kleidchen, das ich einst als Hommage an den Künstler Thorn-Prikker entworfen habe und das sich in das 20erjahres-Ambiente des Muschelsaals in Wilhelm Kreis’ Rheiterrasse recht gut einfügte.


Für den zaubehaften Abend in so charmanter Gesellschaft möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken, sowohl bei Frau von Kö (Link zum Glamour-Stadtbummel), als auch beim Gastgeber, der NRZ. (Zu weiteren Abbildungen bitte hier entlang: http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/nrz-treff-2011-img32-id5186940.html)



Mittwoch, 19. Oktober 2011

Los Angeles: Valerie Schmidt fotografiert Kleider von Scissorella



Meine spektakuläre Reise nach Los Angeles jährt sich nun schon zum zweiten mal. Damals nahm ich zusammen mit Kunst-, Design-, Tanz- und Musikstudenten aus Paris, Los Angeles und dem Ruhrgebiet an einem Austauschprogramm teil, das uns im Oktober 2009 ins Calarts College Los Angeles führte. Die Fotografin Valerie Schmidt machte in diesem Rahmen mehrere wunderschöne Aufnahmen von Tänzerinnen, die Entwürfe von mir trugen. Nachdem ich die Fotografien nun zwei Jahre lang wie einen Schatz gehütet habe, ist es höchste Zeit, sie endlich zu veröffentlichen.
http://valerieschmidt.de/ http://www.valerieschmidt.de/






Dienstag, 11. Oktober 2011

Was machen eigentlich meine Luft- und Raumfahrt-Projekte?

Über mein aktuelles Projekt verrate ich nur, daß ich zur Zeit die Kostüme für meinen nächsten Kurzfilm entwerfe und antfertige, der natürlich nur an ausgewählten Originalschauplätzen im Weltraum gedreht wird. Alles weitere ist zunächst streng geheim.

Montag, 10. Oktober 2011

Hermann Fehling: Paul-Gerhardt-Kirche 1961/62, Berlin Schöneberg


Bei meiner letzten Berlinreise fuhr ich eines Tages mit dem Fahrrad in Schöneberg die Hauptstraße entlang und befand mich eigentlich gerade auf dem Weg zum Bierpinsel und zu der Siedlung Obnkel Toms Hütte, die beide im Südwesten Berlins liegen, als mir plötzlich ein ganz unglaubliches Gebäudeensemble ins Auge fiel, das mich abrupt meine beschwingte Fahrt unterbrechen ließ.

Unweit des schöneberger Rathauses gruppieren sich diagonal über die Ecke eines Häuserblocks mehrere phantastisch ineinander verschachtetelte Betonbauten, allesamt Gebäude der evangelischen Kirche. Dabei fällt auf, wie die modernen Gebäude offensichtlich nach Kriegsschäden in die ältere Bausubstanz integriert wurden. So wurde Anfang der Sechzigerjahre neben der ursprünglich vorhandenen Dorfkirche Schöneberg eine neue, spitzwinklige Kirche angelegt, deren Seitenwand in die Wand eines viel älteren Wohnhaus übergeht; eine weitere, dritte Kirche besteht sogar aus dem alten Schiff der Ursprungskirche, das nach dem Krieg mit wild expressionistisch wirkenden Elementen wieder vervollständigt wurde. Je weiter man in das verwinkelte Arrangement hineingezogen wird, desto mehr spektakulär skulpturale Details entdeckt man, beispielsweise trifft das Wasser, das die Regenrinne der vorderen Kirche entlangrauscht, auf einen Betonwinkel, sodaß es dort elegant in den Boden abgeleitet wird.

Die Bauten an der Hauptstraße 48 stammen von Hermann Fehlign (einem Schüler von Mendelsohn und Scharoun), Daniel Gogel und Peter Pfannkuch, weiter Informationen gibt es hier: Fehling und Gogel
Die Weite des Areals erfährt man erst, wenn man den schmalen Durchgang unter einer Dienstwohnung hindurch passiert, die sich unterhalb des Kirchturms befindet.
Das Wasser aus der Regenrinne trifft auf einen scharfkantigen Betonblock und wird somit elegant abgeleitet.
Das nach dem Krieg erhaltene Schiff der Kirche auf der Rückseite des Areals wurde durch moderne Betonelemente ergänzt.


Samstag, 1. Oktober 2011

Klaus Kirsten: Rotaprint, 1957 - 59, Berlin Wedding

 
Nach all den Berichten über Bauten, die sich in akuter Gefahr befinden, abgerissen zu werden oder zu verfallen, möchte ich Euch nun einmal ein Beispiel vorstellen, bei dem es einer engagierten Gruppe von Künstlern tatsächlich gelungen ist, ein ganz außergewöhnliches Gebäudeensemble zu retten. 

Als die Leitung der 1904 gegründeten Druckmaschinenfirma Rotaprint in den 50erjahren beschließt, ihre Verwaltungsgebäude neu zu gestalten, entscheidet man sich für den jungen Architekten Klaus Kirsten. Dieser entwirft daraufhin zwei markante Betontürme aus phantastisch ineinander verschachtelten Elementen, Büro- und Werkstattgebäude.

Mit dem Aufkommer des Fotokopierers gerät Rotaprint in den 80erjahren in die Krise und muß 1989 Konkurs anmelden. Künstler entdecken der Wert des Ensembles und mieten sich in die Räume der ehemaligen Fabrik ein, und ist es der jahrelangen Iniziative der Mieter zu verdanken, daß Kirstens Werk schließlich unter Denkmalschutz gestellt und erhalten wird. Wer die gesamte Geschichte der Firma Rotaprint lesen möchte und sich für die Rettung und Umnutzung der Gebäude interessiert, der klicke bitte hier: http://www.exrotaprint.de/

Im Hansaviertel befinden sich darüber hinaus zwei weitere Gebäude von Klaus Kirsten, und zwar handelt es sich dabei um Bungalows, die im Rahmen der Interbau 1958 entstanden, die Fotos davon kommen in einem der nächsten Berichte.